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Scott Genius 10 LT

BIKE Magazin

 · 21.08.2010

Scott Genius 10 LTFoto: Unbekannt

Das Genius LT ist – wie bereits das 150er-Genius – ein sehr komplexes Sportgerät, mit dem man sich beschäftigen und bei dem man das Gelände lesen muss, um es jeweils optimal darauf anzupassen.

Ein Bike für den Park soll das Genius LT trotz seiner wuchtigen Optik und den langen Federwegen nicht sein. Die Idealmaße lauten 40 zu 60, das bedeutet 40 Prozent bergauf und 60 Prozent bergab. Dem 150er-Genius schreibt Scott ein Verhältnis von 50 zu 50 zu. Vor dem Fahren muss man sich zuerst mit den zahlreichen Hebeln und Optionen vertraut machen. Linke Lenkerseite: Twinloc-Hebel für die dreifache Fahrwerksverstellung inklusive Gabel-Lockout. Linker Gabelholm: Drehrad für die Absenkung von 180 auf 140 Millimeter. Rechte Lenkerseite: X-Loc-Hebel für die stufenlose Absenkung der brandneuen Rock-Shox- Reverb-Sattelstütze. Dazu kommen die üblichen Armaturen für Bremsanlage und Schaltung.

Das Genius LT ist – wie bereits das 150er-Genius – ein sehr komplexes Sportgerät, mit dem man sich beschäftigen und bei dem man das Gelände lesen muss, um es jeweils optimal darauf anzupassen. Das Grund-Setup des Equalizer- Dämpfers gelingt durch die angebrachte Luftdrucktabelle und die neue SAG-Anzeige leichter als bisher. 18,5 bar Druck, dazu Zugstufe in Position 8 funktionieren bei 78 Kilo bestens. Die Sitzposition gefällt gut, mit tiefer Gabel und Traction Mode klettert man überraschend leichtfüßig, das Handling wirkt erwachsen. 40 Prozent Uphill-Qualität wirkt dennoch übertrieben. Wem der Lenkwinkel zu flach ist (66 Grad ist für ein “Touren-taugliches” Bike definitiv zu flach), der freut sich über die Geometrieverstellung: Der Wechsel von der unteren Dämpferaufhängung in die obere Position (siehe Messwerte, Maße in Klammern) sorgt zwar für ein höheres Tretlager, aber auch steilere und damit angenehmere Winkel.

Die Charakteristik des Hinterbaus ist so angelegt, dass der große Federweg nicht negativ auffällt – aber er ist da, wenn man ihn braucht. Im Full Mode besitzt er eine deutlich größere Endprogression als beim Ransom oder Genius 150. Dass das LT fürs Grobe gemacht ist, daran gibt es angesichts des leistungsfähigen Fahrwerks kein Zweifel. Bleibt die Frage offen, wie groß die Zielgruppe ist, die ein solches Bike wirklich nutzen kann und will.


FAZIT: Kaum ein anderes Bike bietet trotz langem Federweg einen so weit gesteckten Einsatzbereich. Das Genius LT ist allerdings ein komplexes Sportgerät und nichts für Einsteiger.

Foto: Unbekannt
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  Über die Dämpferaufhängung lässt sich die Geometrie verstellen.Foto: Unbekannt
Über die Dämpferaufhängung lässt sich die Geometrie verstellen.
  Clever: die neue SAG-Anzeige am Dämpfer.Foto: Unbekannt
Clever: die neue SAG-Anzeige am Dämpfer.

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