All Mountain

Niner R.I.P. 9

Christoph Listmann

 · 29.08.2012

Niner R.I.P. 9Foto: Daniel Simon

Das R.I.P. ist ein besonderes Touren-Bike für technische Trails, aber keine Rennmaschine. Am besten als Custom-Aufbau.

Die auf 29er spezialisierte US-Schmiede Niner bietet das R.I.P. 9 seit fünf Jahren an, und das spürt man trotz des zeitlosen Looks. Im Vergleich zu den brandneuen Konkurrenten wirkt der Pionier gealtert, dem Rahmen fehlen etwa eine geschlossene Zugführung und Steckachse, allerdings zeigt er die absolut höchste Steifigkeit (Tipp für große, schwere Fahrer), das Oberrohr ist lang. So wirkt die Sitzposition sportlich, bergauf tut man sich leicht. Die Dämpfer-Plattform zähmt das nicht ganz antriebsneutrale VPP-Heck. Dem prinzipiell sehr guten Handling macht die Gabel einen Strich durch die Rechnung. Sie arbeitet nur im mittleren Bereich komfortabel, geht es bergab zur Sache, fehlen Reserven. Interessant wäre ein Versuch mit einer 130er- oder 140er-Gabel, das würde auch den Lenkwinkel All-Mountain-mäßig abflachen. Wer sich nur den Rahmen zulegt, hat eh freie Wahl. Was noch aufgefallen ist: Durch die Zweifach-Kurbel mangelt es an Kettenspannung, eine Führung wäre zumindest im AM-Einsatz hilfreich (oder ein spezielles Trail-Schaltwerk).


Fazit: ein besonderes Touren-Bike für technische Trails, aber keine Rennmaschine. Am besten als Custom-Aufbau.


PLUS Sportliches Handling, gute Laufräder
MINUS Übersetzung, relativ teuer

  Der Kronkorken auf dem Vorbau gehört bei den Amis zur Corporate Identity.Foto: Daniel Simon
Der Kronkorken auf dem Vorbau gehört bei den Amis zur Corporate Identity.
  Die Harmonie des Prüfstand-Laufes täuscht: Das Fahrwerk ist bei schnellen Schlägen überfordert, das Heck wirkt bockig, die Gabel etwas leblos.Foto: BIKE Magazin
Die Harmonie des Prüfstand-Laufes täuscht: Das Fahrwerk ist bei schnellen Schlägen überfordert, das Heck wirkt bockig, die Gabel etwas leblos.

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