All Mountain

KTM Lycan 651

Peter Nilges

 · 24.02.2013

KTM Lycan 651Foto: Georg Grieshaber

Ein verspielter Trail-Räuber im Carbon-Look. Das KTM Lycan macht Lust auf kurvenreiche Singletracks.

Mit dem Lycan 651 gelingt KTM auf Anhieb ein sportliches All Mountain mit dem neuem Laufradmaß. Durch das schwungvolle Rahmen-Design erkennt man erst auf den zweiten Blick, dass es sich um einen Alu-Rahmen handelt und nicht etwa um Carbon. Die Hydroforming-Fertigungstechnik lässt grüßen. Dass es tatsächlich Alu ist, wird spätestens an der Waage klar. 3,66 Kilo inklusive Dämpfer sind gemessen am Federweg schon sehr üppig, auch wenn das Gesamtpaket mit ausgewählten Teilen den Speck am Rahmen kompensiert. Entsprechend spritzig und verspielt wieselt das Lycan über die Trails, während das harmonische Fahrwerk für viel Fahrspaß sorgt. Damit könnte das Lycan auch problemlos bei einem Marathon am Start stehen. Der Hinterbau reagiert selbst auf kleine Unebenheiten, arbeitet überaus aktiv, während er bergauf stabil und ohne Wippen für antriebsneutralen Vortrieb sorgt. Eine gelungene Vorstellung. Bei einer Fahrergröße von 1,75 bis 1,80 Meter reicht die kurze Sattelstütze für eine optimale Sitzhöhe nicht mehr aus. Wer einen langen Sattelstützenauszug braucht, wandert zusätzlich durch den flachen, reellen Sitzwinkel von 68 Grad weit nach hinten. Eine Sattelstütze ohne Kröpfung würde in diesem Fall besser passen. Auch wenn der steile Lenkwinkel von fast 70 Grad durch den breiten Lenker kompensiert wird, würden 1,5 Grad weniger das wendige Handling nur wenig beschneiden und dafür etwas mehr Laufruhe und Sicherheit in schnellen und steilen Passagen ermöglichen.


Fazit Wendiges, verspieltes All Mountain mit ausgezeichnetem Fahrwerk und breitem Einsatzbereich. Vom Marathon bis hin zum harten Trail-Einsatz.


PLUS Sensibles, antriebsneutrales Fahrwerk
MINUS Steiler Lenkwinkel, flacher, reeller Sitzwinkel, schwerer Rahmen


Die Alternative: Das Lycan 652 kostet 2999 Euro. Beim circa 400 Gramm schwereren Bike muss man nur wenige Abstriche machen: XTstatt XTR-Schaltwerk und etwas schwerere Laufräder.

  Der hydro-geformte Alu-Rahmen des KTMs protzt mit aufwändigen Formen und Carbon-Look. Die Bremsaufnahme wurde im Ausfallende integriert und ist Teil der Kettenstrebe.Foto: Georg Grieshaber
Der hydro-geformte Alu-Rahmen des KTMs protzt mit aufwändigen Formen und Carbon-Look. Die Bremsaufnahme wurde im Ausfallende integriert und ist Teil der Kettenstrebe.
  Kettenmassaker: So sieht eine Kettenstrebe ohne Schutzaufkleber oder Neoprenhülle bereits nach zwei Testrunden aus.Foto: Georg Grieshaber
Kettenmassaker: So sieht eine Kettenstrebe ohne Schutzaufkleber oder Neoprenhülle bereits nach zwei Testrunden aus.
  Gabel von Rock Shox, Dämpfer von Fox. Dennoch arbeitet das Fahrwerk sehr ausgewogen und besitzt viel Potenzial.Foto: BIKE Magazin
Gabel von Rock Shox, Dämpfer von Fox. Dennoch arbeitet das Fahrwerk sehr ausgewogen und besitzt viel Potenzial.

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