Ghost AMR Plus 7500

Christoph Listmann

 · 21.10.2011

Ghost AMR Plus 7500Foto: Markus Greber
Ghost AMR Plus 7500

Ghost hat sein Vollblut-All-Mountain aufgehübscht. Feinschliff an Kinematik und Geometrie machen das Bike noch besser.

Lange Federwege stellen immer seltener ein Hindernis dar, wenn es um sportliche Gangart geht. 150-Millimeter-Fullys sind tourentauglicher und leichter denn je, darum hat Ghost sein AMR Plus dem Wandel der Zeit angepasst. Das spürt man schon bei der Abstimmung des Fahrwerks. Der Dämpfer braucht deutlich weniger Luftdruck, ist viel sensibler als zuvor und bietet durch die neue Plattform-Logik des Fox RP23 eine sinnvolle Verstell-Bandbreite, perfekt passend zum Talas RLCGabelmodell. Das Fahrwerk arbeitet butterweich bis straff, je nachdem wie man es abstimmt. Mit Plattform-Position eins sind wir am besten gefahren. Stufe drei braucht man allenfalls auf langen Asphalt-Anstiegen. So wie man den steilen 74er-Sitzwinkel beim Klettern (positiv) spürt, macht sich beim Lenken der 66,5 Grad flache Winkel bemerkbar. Für ein All Mountain ist das recht träge Lenkverhalten ungewöhnlich, es spendet allerdings bei hohem Tempo viel Laufruhe. An dieser mangelt es dem Bike nämlich nicht:

Verlagssonderveröffentlichung

Der mächtige Alu-Rahmen ist nicht nur auf unserem Prüfstand bocksteif (84 Nm/Grad), sondern er fährt sich auch so. Lenkpräzision auf höchstem Niveau, 1,5-Zoll-Steuerrohr und Steckachsen sei Dank. So eignet sich das Bike ausgesprochen gut für große und/oder kräftige Fahrer. Die Waage zeigt allerdings für Rahmen mit Dämpfer ein Gewicht von 3,7 Kilo, damit verdient man sich im Jahr 2012 keinen Orden. Aber sonst hat uns das Bike rundum gefallen: Die Reifenbreite passt zum Einsatzbereich, das gleiche gilt für die Teleskop-Stütze mit Lenker Fernbedienung. Shimanos XT-Gruppe wird der XTR vermutlich den Rang ablaufen, Haptik und Optik ernten das Urteil: super.

Das Fahrwerk bietet vielfältige Abstimmungsmöglichkeiten und hat sich gegenüber dem Vorgängermodell deutlich verbessert. Wenn das AMR Plus 7500 in dieser Ausstattung für rund 2800 Euro auf den Markt rollt (Preis stand zum Test-Zeitpunkt noch nicht definitiv fest), hat es einen Kauftipp verdient und macht der Konkurrenz mächtig Druck.


Fazit: Mehr All Mountain braucht kein Mensch. Das 2012er-AMR-Plus ist vielseitig und effektiv, vernünftig ausgestattet, aber etwas schwer.


PLUS Fahrwerksfunktion, gute, komplette Ausstattung, steifer Rahmen
MINUS relativ schwer

Foto: Markus Greber
  Der AMR-Hinterbau funktioniert spürbar besser als beim Vorgänger, dafür sorgen eine geänderte Kinematik sowie Nadellager.Foto: Markus Greber
Der AMR-Hinterbau funktioniert spürbar besser als beim Vorgänger, dafür sorgen eine geänderte Kinematik sowie Nadellager.
  Die Bedienung des Fox RP 23-Dämpfers muss man neu lernen. Die offene Position lässt zwei Plattform-Modi zu, die geschlossene schaltet automatisch in die härteste Plattform.Foto: Markus Greber
Die Bedienung des Fox RP 23-Dämpfers muss man neu lernen. Die offene Position lässt zwei Plattform-Modi zu, die geschlossene schaltet automatisch in die härteste Plattform.
  Der Hinterbau mit dem Fox RP 23 spricht extrem sensibel an und harmoniert gut mit der Gabel. Die Fox Talas gibt gibt sich bei kurzem Federweg nur wenig straffer.Foto: Christoph Listmann
Der Hinterbau mit dem Fox RP 23 spricht extrem sensibel an und harmoniert gut mit der Gabel. Die Fox Talas gibt gibt sich bei kurzem Federweg nur wenig straffer.

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