EinzeltestGhost AMR Lector 9500

Christoph Listmann

 · 11.01.2012

Einzeltest: Ghost AMR Lector 9500Foto: Markus Greber
Einzeltest: Ghost AMR Lector 9500

Geringes Gewicht, spritzige Fahreigenschaften und viel Fahrkomfort machen das AMR Lector zu einem der besten Bikes seiner Klasse.

Keine Frage, 5000 Euro für ein Bike sind eine Menge Geld. Wenn man allerdings das AMR Lector über die Trails scheucht, fragt man sich, wieso überhaupt Bikes existieren, die noch teurer sind – in den Katalogen einiger Hersteller reicht die Skala ja über 8000 Euro. Das Fazit aus unseren Labor- und Praxistests lautet: mehr geht nicht. Das 120-Millimeter-Fahrwerk aus Carbon wiegt 2,2 Kilo, gefällt durch sein Design und ist steif genug (70 Nm/Grad, STW 31). Mit konifiziertem Steuerrohr, Steckachse vorne, nadelgelagerter Dämpferanlenkung und geschlossener Zugführung ist der Rahmen technisch auf der Höhe. Die Laufräder wiegen komplett nur 3,3 Kilo, an der Ausstattung mit Shimano XTR, Maguras neuer Carbon-Bremse und ebenfalls kohlefaserhaltigen Ritchey-Teilen gibt es nichts zu kritteln. Außerdem wirkt das Design wie aus einem Guss. So ist man versucht, das 5000-Euro-Preisschild von „teuer“ auf „angemessen“ umzufirmieren.

Verlagssonderveröffentlichung

Ab geht’s auf die Testrunde. Wer glaubt, dass man mit 120 Millimetern Federweg – also einem Bike der Kategorie All Mountain Sport – nicht renntauglich unterwegs sein kann, sollte seinen Hintern mal aufs AMR-Lector-Top-Modell schwingen. Zehneinhalb Kilo und Tunes Dreckschleuder-Räder hinterlassen schon bei den ersten Kurbelumdrehungen gewaltig Eindruck, dabei könnte man die Laufräder mit schnelleren Reifen noch mehr auf Marathon trimmen (oder mit dickeren Schlappen für den Lago rüsten). Agiler geht es kaum, man kann Haken schlagen wie ein Feldkaninchen, dabei läuft das Bike im Downhill ruhig und berechenbar. Den Federweg nutzt man aus, an Gabel und Dämpfer kann man die unterschiedlichsten Modi vorwählen, wenn man das möchte. Empfindliche Fahrer stellen beispielsweise die Plattform auf Stufe eins für mehr Ruhe im Heck.


PLUS: Geringes Gewicht, voll verstellbares Fahrwerk, sportliche Fahreigenschaften, breiter Einsatzbereich


Fazit: superleicht, superschnell, eine echte Trail-Rakete. Wenn Federweg so sportlich verpackt ist, können nur eiserne Hardtail-Verfechter dem Reiz nicht erliegen. Teures Bike, aber man kriegt was für sein Geld!

  Ghost AMR Lector 9500 2012Foto: Daniel Simon
Ghost AMR Lector 9500 2012
  Das Fahrwerk darf man straff abstimmen (20 % Sag), die neue Dämpfer-Logik von Fox erlaubt sportlichen Fahrern eine feine Plattformeinstellung.Foto: Daniel Simon
Das Fahrwerk darf man straff abstimmen (20 % Sag), die neue Dämpfer-Logik von Fox erlaubt sportlichen Fahrern eine feine Plattformeinstellung.
  Maguras neue MT 8-Bremse funktionierte gut. Der Bremshebel hat allerdings einen gewöhnungsbedürftig weichen Druckpunkt (flext).Foto: Daniel Simon
Maguras neue MT 8-Bremse funktionierte gut. Der Bremshebel hat allerdings einen gewöhnungsbedürftig weichen Druckpunkt (flext).
  Der Hinterbau ist sehr sensibel und spricht fein an. Wer das nicht mag, schaltet die Plattform zu. Die Gabel geht im Vergleich früher in die Progression.Foto: BIKE Magazin
Der Hinterbau ist sehr sensibel und spricht fein an. Wer das nicht mag, schaltet die Plattform zu. Die Gabel geht im Vergleich früher in die Progression.

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