EinzeltestDas Riot LT-All Mountain von Ghost

Peter Nilges

 · 27.03.2015

Einzeltest: Das Riot LT-All Mountain von GhostFoto: Wolfgang Watzke
Einzeltest: Das Riot LT-All Mountain von Ghost

Mit dem Kürzel „LT“ pflanzt Ghost seinem All Mountain Riot zwei Zentimeter mehr Federweg ein. Garantiert das dem Bike mehr Abfahrtsspaß? Unser Test gibt Aufschluss.

Zur Technik:

Out of the box sticht das Riot LT 10 LC mit seinem futuristischen Carbon-Rahmen und frischem Feuerwehr-Rot sofort ins Auge. Und schon ist da wieder dieses nervende Haben-Wollen-Gefühl. Dieser erste Eindruck bestätigte sich auch auf den Trails. Was aber bedeuten eigentlich die ganzen Bezeichnungen und Zahlen im Modellnamen? Riot steht für den verbauten Riot-Link, der für ein wipparmes Antreten, ein lineares Verhalten im mittleren Hub und ordentlich Endprogression sorgen soll. Ghost erreicht diese „Hinterbau-Eigenschaften folgendermaßen: der Dämpfer befindet sich zwischen zwei Wippen. Die ersten 80 Prozent der Kompression überträgt die obere Wippe an das Federbein, die verbliebenen 20 Prozent übernimmt die untere und erzeugt somit die erwünschte Endprogression. Allerdings kann die großzügige Anzahl der Drehpunkte zu Problemen führen und eine höhere Reibung mit sich bringen sowie bei Verschmutzung Geräusche von sich geben. LT steht für Long Travel, im Klartext heißt das zwei Zentimeter mehr Federweg an der Gabel als beim normalen Riot. Wegen der großzügigeren Einbauhöhe der Gabel verändert sich auch die Geometrie. So fallen Sitz- und Lenkwinkel um etwa ein Grad flacher aus, das Tretlager wandert um einen Zentimeter nach oben.

Verlagssonderveröffentlichung
  Mit unter 12 Kilo hängt das Riot LT auch bergauf gut am Gas.Foto: Wolfgang Watzke
Mit unter 12 Kilo hängt das Riot LT auch bergauf gut am Gas.

Die Ausstattung des Ghost Riot ist einem Topmodell würdig

Des Weiteren ist die Ausstattung für mehr Abfahrts-Spaß optimiert und etwas solider ausgelegt. Diese ist sehr hochwertig, denn es wurden nur die besten der besten Komponenten am Topmodell (die 10 in der Bezeichnung) verbaut. So kommt an der Front die bewährte Pike mit 150 Millimetern Federweg und am Heck der neue Double Barrel Inline mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten zum Einsatz. Der Hinterbau quetscht 135 Millimeter Federweg aus dem Dämpfer, die sich jedoch nach mehr anfühlen und gut zur Gabel passen. Um die Schaltvorgänge kümmert sich die Sram XX1. Der Bodenkontakt wird von den leichten und steifen Mavic Crossmax XL System-Laufrädern in Kombination mit den etwas schmalen Hans Dampf Reifen (2,25 Zoll) gehalten. Die super-edle und besonders leichte Race Face Next Carbon-Serie komplettiert die Ausstattung. Durch die Verwendung einer speziellen Carbon-Technologie (LC) wiegt der Rahmen in Größe L ohne Dämpfer 2528 Gramm, das Gesamtgewicht liegt bei 11,65 Kilogramm ohne Pedale.

  Das Riot LT in seinem Element.Foto: Wolfgang Watzke
Das Riot LT in seinem Element.

So fährt sich das Riot LT 10 LC auf dem Trail


In der Praxis macht sich das geringe Gewicht sofort bemerkbar. Das Bike lässt sich so leichtfüßig beschleunigen, dass es auf dem Trail keine Gegner, sondern nur noch Beute gibt. Ist das ideale Setup erst einmal gefunden (viele Einstelloptionen am Dämpfer), liegt das Riot LT sauber auf dem Trail und entwickelt genügend Pop, um an jeder Kante abzuziehen. Diesen Spieltrieb verstärkt sowohl das geringe Gewicht als auch der eher steile Lenkwinkel mit 67,3 Grad. Falls das Bedürfnis besteht, den Spieltrieb auszureizen, steckt das Riot selbst harte Landungen nach längeren Flugphasen souverän ein. Dennoch sorgt der relativ lange Rahmen für ausreichend Laufruhe und Sicherheit, jedoch ohne die Wendigkeit einzuschränken. Somit steht man zentral im Rad und auch die Sitzposition ist angenehm sportlich. Der Hinterbau bleibt im Wiegetritt sehr stabil und vortriebsorientiert, arbeitet dafür aber etwas zäh und spricht nicht hypersensibel auf Feinheiten an. Die Gabel verfügt über ein Lockout und eine Absenkfunktion, letztere benötigt man dank der tiefen Front nicht. Aufgrund guter Zugverlegung und Rahmenschützern bewegt sich das Riot selbst bei härterer Gangart angenehm leise durch das Gelände.

  Auch mit längere Gabel behält das Riot LT seinen verspielten Charakter.Foto: Wolfgang Watzke
Auch mit längere Gabel behält das Riot LT seinen verspielten Charakter.

Unser Fazit zum Ghost Riot LT 10 LC:


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ghost ein großer Wurf gelungen ist. Das getestete Riot LT 10 LC trumpft mit einer tollen Geometrie und sehr hochwertigen Parts auf. Spaß kann mit diesem Rad jeder haben. Jedoch spricht das Rad aufgrund des niedrigen Gewichts und der angenehm sportlichen Geometrie hauptsächlich All-Mountain-Biker an, die es auch bergab gerne mal ordentlich stehen lassen. Lediglich der Preis von 6500 Euro ist etwas happig. Als Alternative bietet Ghost jedoch auch noch zwei günstigere Modelle an.

  Das Riot LT in seinem Element.Foto: Wolfgang Watzke
Das Riot LT in seinem Element.

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