DauertestTrek Remedy 9.9

Stephan Ottmar

 · 08.06.2011

Dauertest: Trek Remedy 9.9Foto: B. Glaspell
Dauertest: Trek Remedy 9.9

Vertragen sich filigrane Carbonrohre und Edel-Komponenten mit einem 150-Millimeter-Fahrwerk? Im Dauertest musste Treks Remedy Topmodell zeigen, ob es Stresssituationen gewachsen ist.


Dauertest-Leistung: 3050 km / 51400 hm

Als technikverliebter Bike-Fetischist bin ich sofort dem Lack-Finish in Mahagoni-Optik, der edlen Machart und der hochwertigen Ausstattung erlegen. Das Verhältnis aus Federweg und Gewicht erfüllt exakt meinen Anspruch: Eins für alles – lange Touren, Gondel-Biken, zwischendurch ein Marathon. Auf dem Trail überzeugte mich das Handling. Die Wurzeln des Remedy liegen im Enduro-Segment, das spürt man sofort. Und schließlich verwundert es kaum, dass sich das hervorragende Fahrwerk, gepaart mit dem Carbon-Diätrahmen (12,3 Kilo), spielerisch in jede Kurve legen lässt. Der Alu-Hinterbau zählt in Sachen Funktion wohl zu einem der ausgereiftesten Konzepte. Die absenkbare Fox 32 Talas RLC ist dafür eindeutig der passende Gefährte. So kurbelt das Remedy ohne Wippen willig bergauf, um in der Abfahrt gierig die dicksten Brocken zu schlucken. Allerdings birgt das Hinterbausystem mit Active Brake Pivot (ABP) einen Nachteil: Es lockerte sich mehrfach die hintere Bremsscheibe. Bereits kurz nach Beginn kämpfte die Joplin-Sattelstütze mit Funktionsproblemen, erst ein Austausch schaffte Abhilfe. Als Achillesferse erwies sich letztendlich aber die Avid-Bremsanlage. Eine plötzliche Undichtigkeit beendete einen Urlaub, ein gebrochener Magnesium-Hebel eine Tour durchs Alpbachtal. Kratzer durch Steinschlag und Co. sind die Narben von Erlebtem und gehören selbst bei einem 6000-Euro-Bike dazu.

Verlagssonderveröffentlichung


Fazit: Das Remedy hat den Einsatzbereich All Mountain für mich neu definiert. Sitzposition, Fahrwerk und Ausstattung trösteten über die Defekte hinweg!


Funktion *****
Haltbarkeit **
(Max. 5 Sterne)


DEFEKTE / VERÄNDERUNGEN:
1. Erste Probleme mit der Joplin-Stütze 300 km: erstes Mucken der Teleskop-Stütze
2. Vorderbremse undicht 900 km: Bremse entlüftet
3. Bremsbeläge abgefahren 1200 km: Beläge vorne getauscht
4. Bremshebel abgebrochen, Beläge abgefahren 1500 km: Hebel neu & Beläge hinten gewechselt
5. Teleskop-Stütze defekt 2000 km: Joplin-Stütze ersetzt

Foto: Daniel Simon
  Der abgebrochene Bremshebel: Das Magnesium-Gehäuse entpuppte sich als Schwachstelle.Foto: Georg Grieshaber
Der abgebrochene Bremshebel: Das Magnesium-Gehäuse entpuppte sich als Schwachstelle.
  Stephan Ottmar (33), Bike-Testfahrer  Fährt Bike seit 1997  Gewicht 71 kg  Größe 1,85 m  Fahrertyp: technische Touren  Lieblingsrevier: Bayerische VoralpenFoto: Robert Niedring
Stephan Ottmar (33), Bike-Testfahrer Fährt Bike seit 1997 Gewicht 71 kg Größe 1,85 m Fahrertyp: technische Touren Lieblingsrevier: Bayerische Voralpen

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