DauertestRock Machine Blizzard 90

Dagmar Dörpholz

 · 05.09.2013

Dauertest: Rock Machine Blizzard 90Foto: Jan Greune
Dauertest: Rock Machine Blizzard 90

Unsere BIKE-Grafikerin wünschte sich ein Bike ohne Ecken und Kanten. Die Lösung: das Blizzard 90 von Rock Machine.


Dauertest-Leistung: 3.100 km | 26.000 hm

Bei der Übergabe des Rock Machine Blizzard 90 im BIKE-Keller schluckte ich kurz: Mein Blick fiel auf den abstehenden Schaltzug am Hinterbau. Sollte das der Vorbote für diverse Pannen sein? Auch die Optik überforderte mich zunächst – war doch das Vorgänger-Bike (Ghost Miss AMR 5700) ein Frauen-Modell, das deutlich filigraner daherkam als das Rock Machine-Touren-Fully. Sofort läuteten bei mir die Alarmglocken: Ich sah mich das immerhin 13 Kilo schwere Blizzard schon die Isar-Trail-Rampen meiner Hausrunde hochwuchten.

Verlagssonderveröffentlichung

Die erste Tour allerdings wischte all meine Vorbehalte komplett vom Tisch. Über schnelle Forstwege brachte mich das Rock Machine schon mal zügig zu meinem Lieblingsrevier – den wurzeligen Auf und Abs der Isar-Trails. Hier erwies sich das Rad als agiler, spritzig souveräner Untersatz. Die Kletterpartien, die hier eher kurz, knackig und steil ausfallen, ließen sich komfortabel meistern. Fox-Gabel und -Dämpfer mit 140 bzw. 130 Millimetern Federweg planierten die verwurzelten Trails und sprachen sogar bei meinen gut 50 Kilo noch sensibel auf kleine Schläge an. Genauso makellos arbeitete die XT-Gruppe von Shimano über die gesamte Testdistanz von gut 3000 Kilometern. Auch zahlreiche Regen- und Matschfahrten konnten den Dauerbrenner- Komponenten nichts anhaben. Nur die Kette ging wegen eines Steinkontaktes in die Knie. Obwohl das Blizzard kein spezielles Modell mit Frauen-Geometrie ist, passte der 16,5-Zoll-Rahmen mit seinem 585er-Oberrohr perfekt zu meinen Körpermaßen.


Fazit: Sicher gibt es leichtere, Prestigeträchtigere und innovativere Bikes für immerhin 2600 Euro. Aber langlebiger und zuverlässiger als das Blizzard 90 von Rock Machine sind nur die wenigsten. Preis und
Leistung stehen damit in bestem Verhältnis.


Funktionalität ****
Haltbarkeit ******
(max. 6 Sterne)


TUNING

• 0 km: Sattel gewechselt
Statt des Seriensattels von WTB den Tundra 2 von Fizik montiert


DEFEKTE

• 0 km: Schaltzug verstaut
Ein Kabelbinder brachte den viel zu weit abstehenden Schaltzug in die richtige Position.
• 560 km: Reifen erneuert
Was die Natur den Reifen nicht anhaben konnte, verursachte eine kurze Fahrt in die Innenstadt: Scherben auf dem Radweg. Schlauch und Mantel mussten ausgewechselt werden.
• 2280 km: Kette genietet
Ein Stein verirrte sich in der Kette und verbog ein Kettenglied.
• 3100 km: Dämpfer
Der Dämpfer verlor zum Schluss der Testphase immer mal wieder etwas Luft – vor jeder dritten bis vierten Tour musste nachgepumpt werden.

  Leicht unterfordert: Bei Wippe und Hinterbau nutzte unsere 50-Kilo-Testfahrerin nicht den kompletten Hub.Foto: Jan Greune
Leicht unterfordert: Bei Wippe und Hinterbau nutzte unsere 50-Kilo-Testfahrerin nicht den kompletten Hub.
  Bedienfreundlich: Mit dem 670 Millimeter breiten, gekröpften Syncros-Lenker behält man die Kontrolle.Foto: Jan Greune
Bedienfreundlich: Mit dem 670 Millimeter breiten, gekröpften Syncros-Lenker behält man die Kontrolle.
  Rider: Dagmar Dörpholz. BIKE-Grafikerin; Fährt Bike seit 1991; Gewicht/Größe 54 kg/1,68 m; Fahrertyp Touren-Fahrer; Lieblingsrevier Isar-TrailsFoto: Jan Greune
Rider: Dagmar Dörpholz. BIKE-Grafikerin; Fährt Bike seit 1991; Gewicht/Größe 54 kg/1,68 m; Fahrertyp Touren-Fahrer; Lieblingsrevier Isar-Trails

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