Das Giant Anthem – ein verspielter Touren-Flitzer

Stefan Loibl

, Christoph Listmann

 · 15.10.2014

Das Giant Anthem – ein verspielter Touren-FlitzerFoto: Markus Greber
Das Giant Anthem – ein verspielter Touren-Flitzer

Fahrspaß erreicht man mit wenigen Mitteln: Gabel und Cockpit haben großen Einfluss aufs Handling. Das spürt man beim preisgünstigen SX.

Spezial-Bikes statt Mainstream: Tuning ab Werk war ein Trend in 2014 und bleibt auch für 2015 aktuell. Tuning ab Werk bedeutet im Fall des Anthem SX: Es steckt eine 120er-Gabel im Steuerrohr und eine Vario-Sattelstütze im Sitzrohr. Man steuert mit kürzerem Vorbau und breiterem Lenker. Aus dem sehr sportlichen, marathontauglichen Anthem-Grundkonzept wird eine verspielte Singletrail-Maschine. Was ist an dieser Idee neu? Die Antwort: der Preis. Giant bietet das Anthem SX für 2299 Euro an, während sich ähnlich frisierte Modelle der Mitbewerber meist im oberen Preissegment bewegen. Für 2299 Euro kriegt man eine funktionelle Shimano-SLX-Gruppe mit guter Ergonomie, ordentliche Laufräder, die wie alle Komponenten aus der Giant-eigenen Contact-Serie stammen sowie einen leichten Alu-Rahmen (2,6 Kilo mit Federbein).

Verlagssonderveröffentlichung

Das Maestro-Fahrwerk arbeitet gewohnt komfortabel. Die drei Stufen des Fox-CTD-Dämpfers verändern die Funktion spürbar. Am sensibelsten arbeitet das Heck natürlich im Downhill-Modus, der ruppigen Trails effektiv die Spitzen nimmt. Je verwinkelter der Pfad, desto größer der Fahrspaß. Das Anthem SX ist mit seinem kurzen Radstand ein ausgesprochen agiles Bike. Es will aktiv gefahren werden. Also raus aus dem Sattel, antreten, einlenken, über die nächste Kuppe abziehen und einen kleinen Moto-Whip einstreuen. Die Kehrseite dieser agilen Auslegung: Bei High-Speed muss man den Lenker festhalten. So souverän laufruhig wie ein 29er ist das 27,5er-Anthem nicht. Wie üblich ist das Maestro-System mit seinen Lagerungen im Radzentrum nur mäßig steif (65 Nm/Grad), was kräftige Fahrer beim Antritt spüren. In der Punktetabelle haben wir das Anthem SX nach Marathon-Kriterien bewertet. Hier sammelt es trotz des relativ hohen Gewichts viele Punkte. Mit seiner Ausrichtung ist das Bike aber durchaus All-Mountain-tauglich.


Fazit Ein verspielter Touren-Flitzer mit solider Ausstattung zum attraktiven Preis. Das SX im Namen steht für mehr Fahrspaß im Singletrail und bergab.


PLUS Agiles Handling, durchdachte Ausstattung, Preis/Leistung,lebenslange Garantie
MINUS Laufruhe bergab, Steifigkeit

  Giant Anthem SX 2015Foto: Markus Greber
Giant Anthem SX 2015
  Das Giant Anthem SX ist das einzige Alu-Anthem mit Steck­achse. Das Shimano-XT-Shadow-Plus-Schaltwerk reduziert Kettenklappern.Foto: Markus Greber
Das Giant Anthem SX ist das einzige Alu-Anthem mit Steck­achse. Das Shimano-XT-Shadow-Plus-Schaltwerk reduziert Kettenklappern.
  Die Anthem-Baureihe federt generell mit 100 Millimetern. Nur das Modell SX bekommt eine 120er-Fox plus ein breiteres Cockpit.Foto: Markus Greber
Die Anthem-Baureihe federt generell mit 100 Millimetern. Nur das Modell SX bekommt eine 120er-Fox plus ein breiteres Cockpit.
  Giant-Komfortfahrwerk: An der Gabel den Anthem SX nutzten wir 116 Millimeter aus, den Federweg am Heck nutzt man voll. Die längere Gabel flacht die Winkel um ein halbes Grad ab.Foto: BIKE Magazin
Giant-Komfortfahrwerk: An der Gabel den Anthem SX nutzten wir 116 Millimeter aus, den Federweg am Heck nutzt man voll. Die längere Gabel flacht die Winkel um ein halbes Grad ab.

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