Das All Mountain Yeti SB 95 im Test

Christoph Listmann

 · 18.11.2014

Das All Mountain Yeti SB 95 im TestFoto: Markus Greber
Das All Mountain Yeti SB 95 im Test

Vier Buchstaben formen eine Legende. Kaum eine Firma repräsentiert die Coolness und den Rennsport der Neunzigerjahre so wie Yeti. Doch das moderne Yeti SB95 hat mit seinen Ur-Opas nur wenig gemein.

Sicher, die glorreichen Zeiten sind vorbei. Yetis Erfolge mit John Tomac und Juli Furtado, mit Bikes wie dem C-26, dem Rennradlenker oder dem "Frank the Welder"-Vorbau finden sich in den Geschichtsbüchern des Mountainbikens, aber längst nicht mehr auf den Trails. Doch Yeti lebt, und wie damals macht die Company aus Colorado auch heute noch alles anders. Das SB95 fällt optisch und technisch aus dem Rahmen. Es kombiniert Alu-Hauptrahmen mit Carbon-Heck (leider schwer). Die Switch-Technologie mit exzentrisch gelagertem Hinterbau soll Kettenkräfte neutralisieren – und das funktioniert. Schon in unserem Lesertest (BIKE 8/14) erkannten die Testfahrer die Qualitäten des Bikes sofort. Sie lobten die Antriebseffizienz, die Sitzposition, das Fahrverhalten. Jetzt tritt der Sieger der Leserherzen nochmals in den Ring, zum Vergleich mit der jüngsten Konkurrenz.

Verlagssonderveröffentlichung

Im Alu-Steuerrohr steckt eine 34er-Fox mit 140 Millimetern Federweg, Yeti bietet alternativ eine 120er-Gabel, die würde den sportlichen Charakter des Bikes betonen. Doch auch mit der langen Gabel (allerdings umgedrehtem Vorbau) motiviert das Bike zum engagierten Tritt. Beim Klettern bleibt das Heck ruhig, im Steilhang bäumt das Vorderrad nicht auf, und bergab bahnt sich die steife Gabel ihren Weg. Im unmittelbaren Konkurrenzvergleich auf den harten Trails im Ötztal spürt man, dass der Hinterbau mit schnellen Schlägen zu kämpfen hat. Es rappelt im Heck, die Druckstufendämpfung ist überfordert, man muss auf dem Bike deutlich mehr arbeiten. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Wer nörgeln will, darf das über die unzulängliche Flaschenhalter-Montage
unterm Unterrohr. Und über die fehlende Teles­kop-Stütze, die man heute an solchen Bikes nicht mehr missen möchte. Doch wer ein Yeti kauft, baut es wohl eher vom nackten Rahmen nach Wunsch auf (das Vollcarbon SB95 C kostet 3199 Euro).


Fazit Das Yeti ist cool, das Yeti ist begehrenswert, und es macht richtig Spaß. Eine Single­trail-Rakete mit vielen Talenten. Punkte kosten die Kriterien Flaschenhalter, Tele-Stütze und Garantie.


PLUS Effizienter Hinterbau, sportliches Handling, leichte Laufräder
MINUS Hohes Rahmengewicht, kein Flaschenhalter im Rahmen möglich

  Test 2015: Yeti SB 95Foto: Georg Grieshaber
Test 2015: Yeti SB 95
  Mit umgedreh­tem Vorbau sitzt man sportlich auf dem Yeti. Aufgeräumtes Cockpit: zwei Bremshebel, ein Schalthebel – fertig.Foto: Georg Grieshaber
Mit umgedreh­tem Vorbau sitzt man sportlich auf dem Yeti. Aufgeräumtes Cockpit: zwei Bremshebel, ein Schalthebel – fertig.
  Alu vorne, Carbon hinten: Diese unübliche Kombination beim Yeti SB 95 wird hervorragend geschützt von umlaufenden Gummileisten.Foto: Georg Grieshaber
Alu vorne, Carbon hinten: Diese unübliche Kombination beim Yeti SB 95 wird hervorragend geschützt von umlaufenden Gummileisten.
  Yeti SB 95 - Kennlinien wie aus dem Bilderbuch. Sehr komfortables Fahrwerk, nur bei schnellen Schlägen verhärtet das Heck. Die Gabel ist dem Hinterbau überlegen.Foto: Georg Grieshaber
Yeti SB 95 - Kennlinien wie aus dem Bilderbuch. Sehr komfortables Fahrwerk, nur bei schnellen Schlägen verhärtet das Heck. Die Gabel ist dem Hinterbau überlegen.

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