Canyon überarbeitet All-Mountain-Klassiker Spectral

Ludwig Döhl

 · 11.12.2017

Canyon überarbeitet All-Mountain-Klassiker SpectralFoto: Boris Beyer
Canyon überarbeitet All-Mountain-Klassiker Spectral

Canyon verpasst dem Spectral, seiner All-Mountain-Plattform, für 2018 einen neuen Rahmen. Wir haben das neue Spectral bereits exklusiv im Test.

Abgesehen vom Downhill-Bike Sender und dem Exceed-Hardtail ist die Mountainbike-Produktpalette von Canyon etwas in die Jahre gekommen. Seit der Versender 2014 mit dem Enduro-MTB Strive richtungsweisende Akzente für moderne Geometrien gesetzt hat (auch drei Jahre später konnte das Strive bei unserem Härtetest in Alpe d'Huez immer noch überzeugen), wartet die Fangemeinde vergebens auf neue MTB-Fullys aus Koblenz. Jetzt stillt Canyon das Lechzen nach Neuheiten und spendiert seinem All Mountain-Modell Spectral für 2018 einen neuen Rahmen.

Verlagssonderveröffentlichung
  Das neue Spectral verabschiedet sich mit neuem Rahmendesign vom stehenden Dämpfer und bekommt jetzt ab Werk immer eine 150-Millimeter-Federgabel verpasst. Die Laufradgröße bleibt bei gewohnten 27,5 Zoll und auch der Federweg im Heck bleibt wie bisher bei 140 Millimeter. Insgesamt wird es etwas abfahrtslastiger und überzeugt vor allem mit durchdachten Details.Foto: Boris Beyer
Das neue Spectral verabschiedet sich mit neuem Rahmendesign vom stehenden Dämpfer und bekommt jetzt ab Werk immer eine 150-Millimeter-Federgabel verpasst. Die Laufradgröße bleibt bei gewohnten 27,5 Zoll und auch der Federweg im Heck bleibt wie bisher bei 140 Millimeter. Insgesamt wird es etwas abfahrtslastiger und überzeugt vor allem mit durchdachten Details.

Canyon Spectral 2018: Die Liebe steckt im Detail

Ein revolutionärer Neuanfang wie damals beim Strive bleibt allerdings aus. Geomtrie und Laufradgröße (27,5 Zoll) bleiben beim neuen Canyon Spectral im Vergleich zum Vorgänger unverändert. Auch das Rahmengewicht verbessert sich nicht. Dafür hat man viel Liebe in Details gesteckt und vor allem die Haltbarkeit des Rahmens verbessert. Mechaniker freuen sich, dass jetzt alle Leitungen durchgehend unter einer abschraubbaren Abdeckung verlaufen (siehe Bilder) und an kritischen Stellen nochmals extra geschützt sind. Um die Hinterbaulager besser vor Dreck und Wasser zu bewahren, werden extra Staubkappen und zusätzliche Dichtungsringe verbaut. Die Sattelklemme ist jetzt im Rahmen integriert. Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein Staufach (ähnlich wie eine Spezialized SWAT-Box) für einen Ersatzschlauch nachträglich an der Spitze des vorderen Rahmendreiecks zu montieren. Neben der Vollcarbon-Version des Spectral gibt es noch einen Hybrid-Rahmen mit Carbon-Hauptrahmen und Aluminium-Hinterbau sowie einen reinen Aluminiumrahmen. Das günstigste 2018er-Spectral-Modell mit Alurahmen kostet 2199 Euro, die teuerste Version aus Carbon liegt bei 6999 Euro. Insgesammt wird es acht Ausstattungsvarianten geben.

  Sattelklemme ade. Das neue Spectral hat eine integrierte Sattelklemme, die vor allem Teleskop-Sattelstützen durch einen breiten Klemmbereich schonen soll. Die Gummiabdeckung hält Dreck vom inneren des Rahmens fern.Foto: Boris Beyer
Sattelklemme ade. Das neue Spectral hat eine integrierte Sattelklemme, die vor allem Teleskop-Sattelstützen durch einen breiten Klemmbereich schonen soll. Die Gummiabdeckung hält Dreck vom inneren des Rahmens fern.
  Mechaniker werden den neuen Kabelschacht am Unterrohr des Spectral lieben. Denn unter der an das Rahmendesign angepassten Führung liegen alle relevanten Leitungen.Foto: Boris Beyer
Mechaniker werden den neuen Kabelschacht am Unterrohr des Spectral lieben. Denn unter der an das Rahmendesign angepassten Führung liegen alle relevanten Leitungen.
  Schraubt man den Schacht mit nur wenigen Inbus-Schrauben vom Rahmen ab, kann man beispielsweise eine Bremse wechseln, ohne die Leitung zu öffnen. Eine so saubere und optisch schöne Lösung ist bisher einzigartig.Foto: Boris Beyer
Schraubt man den Schacht mit nur wenigen Inbus-Schrauben vom Rahmen ab, kann man beispielsweise eine Bremse wechseln, ohne die Leitung zu öffnen. Eine so saubere und optisch schöne Lösung ist bisher einzigartig.
  Jedes Hinterbaulager ist für erhöhte Haltbarkeit mit extra Dichtungen versehen. Eine Plastikabdeckung hält zudem Dreck vom Lager ab. Außerdem befindet sich unter der Abdeckung die Möglichkeit, einen Umwerfer für 2fach-Schaltungen zu montieren.Foto: Boris Beyer
Jedes Hinterbaulager ist für erhöhte Haltbarkeit mit extra Dichtungen versehen. Eine Plastikabdeckung hält zudem Dreck vom Lager ab. Außerdem befindet sich unter der Abdeckung die Möglichkeit, einen Umwerfer für 2fach-Schaltungen zu montieren.
  Auch unter der Kettenstrebe ist der Schaltzug mit einer extra Plastikabdeckung vor der schlagenden Kette geschützt.Foto: Boris Beyer
Auch unter der Kettenstrebe ist der Schaltzug mit einer extra Plastikabdeckung vor der schlagenden Kette geschützt.
  Der vom Vorgängermodell bekannte Lenkanschlagsbegrenzer wird auch im neuen Modell wieder verbaut. Durch das stark abfallende Oberrohr berühren die Brems- oder Schalthebel das Carbon im Falle eines Sturzes jedoch sowieso nicht.Foto: Boris Beyer
Der vom Vorgängermodell bekannte Lenkanschlagsbegrenzer wird auch im neuen Modell wieder verbaut. Durch das stark abfallende Oberrohr berühren die Brems- oder Schalthebel das Carbon im Falle eines Sturzes jedoch sowieso nicht.
  Den Drehpunkt in der Kettenstrebe hat man für eine verbesserte Kinematik extrem hoch gelegt. Spitzname: „High Horst“Foto: Boris Beyer
Den Drehpunkt in der Kettenstrebe hat man für eine verbesserte Kinematik extrem hoch gelegt. Spitzname: „High Horst“
  Geometrie-Skizze des Canyon Spectral 2018. Die entsprechenden Maße stehen in der Tabelle unten.Foto: Hersteller
Geometrie-Skizze des Canyon Spectral 2018. Die entsprechenden Maße stehen in der Tabelle unten.
  Die Geometrie bleibt im Vergleich zum Vorgänger nahezu unverändert.Foto: Hersteller
Die Geometrie bleibt im Vergleich zum Vorgänger nahezu unverändert.

Das 2018er-Canyon Spectral ist für den harten Trail-Einsatz gewappnet

Weil sich All Mountains immer härteren Herausforederungen stellen müssen und oft sogar bei Enduro-Rennen zum Einsatz kommen, hat man bei Canyon außerdem die internen Prüfstandards angepasst. Canyon gibt das Rad jetzt für den Einsatz nach Kategorie vier frei (zuvor Kategorie drei). Das heißt, Drops und Sprünge (bis zu einer Höhe von 1,22 Meter) sind jetzt offiziell erlaubt. Im Gegenzug wird der Rahmen dafür etwas schwerer.

  Um das Bike auch für den härteren Traileinsatz zu wappnen, hat man bei Canyon die internen Prüfstandards für den Rahmen deutlich erhöht. Die Haltbarkeit soll im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert worden sein.Foto: Boris Beyer
Um das Bike auch für den härteren Traileinsatz zu wappnen, hat man bei Canyon die internen Prüfstandards für den Rahmen deutlich erhöht. Die Haltbarkeit soll im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert worden sein.

Alle Canyon Spectral-Modelle im Überblick

  Das Spectral AL 5 für 2199 Euro.Foto: Hersteller
Das Spectral AL 5 für 2199 Euro.
  Für 2499 Euro gibt es das Spectral AL 6 bereits mit 1x12-Eagle-Schaltung von Sram.Foto: Hersteller
Für 2499 Euro gibt es das Spectral AL 6 bereits mit 1x12-Eagle-Schaltung von Sram.
  Beim Canyon Spectral AL 7 setzt man auf den bewärten 2x11-Shimano-XT-Antrieb. Preis: 2699 EuroFoto: Hersteller
Beim Canyon Spectral AL 7 setzt man auf den bewärten 2x11-Shimano-XT-Antrieb. Preis: 2699 Euro
  Das Canyon Spectral CF 8 hat bereits einen Carbon-Hauptrahmen, aber noch einen Alu-Hinterbau. Preis: 2999 Euro.Foto: Hersteller
Das Canyon Spectral CF 8 hat bereits einen Carbon-Hauptrahmen, aber noch einen Alu-Hinterbau. Preis: 2999 Euro.
  Das Spectral CF 9 hat ebenfalls einen Alu-Hinterbau und wird in zwei Farbvarianten für 3499 Euro erhältlich sein.Foto: Hersteller
Das Spectral CF 9 hat ebenfalls einen Alu-Hinterbau und wird in zwei Farbvarianten für 3499 Euro erhältlich sein.
  Das Spectral CF Pro ist für 3999 Euro extrem gut ausgestattet.Foto: Hersteller
Das Spectral CF Pro ist für 3999 Euro extrem gut ausgestattet.
  Das Canyon Spectral CF 9 SL hat für 4999 Euro ein Paar Carbon-Laufräder von DT Swiss und einen Vollcarbon-Rahmen. Wir haben das Model bereits getestet. Alle Informationen dazu in BIKE 2/18 ab Januar 2018 am Kiosk.Foto: Hersteller
Das Canyon Spectral CF 9 SL hat für 4999 Euro ein Paar Carbon-Laufräder von DT Swiss und einen Vollcarbon-Rahmen. Wir haben das Model bereits getestet. Alle Informationen dazu in BIKE 2/18 ab Januar 2018 am Kiosk.
  Am Spectral CF LTD sind für 6999 Euro nur nobelste Anbauteile verbaut.Foto: Hersteller
Am Spectral CF LTD sind für 6999 Euro nur nobelste Anbauteile verbaut.

Exklusiver Test: Canyon Spectral mit allen Laborwerten

Wir haben das neue Canyon Spectral bereits exklusiv und ausgiebig getestet. Alle Laborwerte wie Rahmengewicht, Steifigkeit sowie einen ausführlichen Fahrtest gibt es in BIKE 2/18 – ab 2. Januar am Kiosk. Außerdem haben wir den neuen Rahmen in allen Details mit seinem Vorgänger verglichen.

  Wir haben das neue Modell bereits ausgiebig getestet und uns ein Bild von den Fahreigenschaften gemacht. Den exklusiven Test vom Canyon Spectral CF lesen Sie in BIKE 2/2018 – ab 2. Januar am Kiosk.Foto: Boris Beyer
Wir haben das neue Modell bereits ausgiebig getestet und uns ein Bild von den Fahreigenschaften gemacht. Den exklusiven Test vom Canyon Spectral CF lesen Sie in BIKE 2/2018 – ab 2. Januar am Kiosk.
  Wir haben das neue Spectral nicht nur auf den Trails, sondern auch im Labor getestet. An diesem Prüfstand vom Zedler-Institut messen wir die Federkennlinien und die Steifigkeit des Rahmens. Alle Labor-Messwerte gibt es in BIKE 2/18 (das Archivbild zeigt einen anderen Rahmen).Foto: Georg Grieshaber
Wir haben das neue Spectral nicht nur auf den Trails, sondern auch im Labor getestet. An diesem Prüfstand vom Zedler-Institut messen wir die Federkennlinien und die Steifigkeit des Rahmens. Alle Labor-Messwerte gibt es in BIKE 2/18 (das Archivbild zeigt einen anderen Rahmen).

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