All MountainAlpha-Bikes: Die Top-Modelle von Giant und Kona

Ludwig Döhl

 · 05.02.2021

Alpha-Bikes: Die Top-Modelle von Giant und Kona

Top-Modelle sind Platzhirsche in der Palette jedes Herstellers. Haben Giant Trance X oder Kona Process 134 das Zeug, sich an die Spitze der ganzen Gattung zu setzen?

Im Tierreich erkennt man das Alphamännchen auf den ersten Blick. Der Löwe mit der prächtigsten Mähne oder der Hirsch mit dem imposantesten Geweih füllen stets die Leitfunktion im Rudel aus. Auch unsere beiden Test-Bikes heben sich optisch von der Masse der Mountainbikes ab: Sowohl das Kona als auch das Giant erstrahlen in seltener Flipflop-Lackierung. Der schillernde Lackeffekt an beiden Bikes zieht unweigerlich die Blicke auf sich. Für uns stellt sich dabei natürlich die Frage: Überzeugen diese Bikes auch durch ihre Fahreigenschaften, oder ist der Glitzerlack nur reines Balzgehabe? In unserem Test müssen das nagelneue Giant Trance X und das Kona Process 134 Supreme beweisen, ob sie das Zeug haben, sich an die Spitze ihrer Fahrradgattung setzen zu können.

Im Moment gibt es viel Bewegung im Rudel der All-Mountain-Bikes. In unserer letzten Ausgabe rangen bereits das nagelneue Specialized Stumpjumper und das Stoll T2 um die Krone. Trotz wesentlich dezenterer Farbgebung erheben auch diese beiden Bikes, mit gnadenlos niedrigen Gewichten, einen Anspruch auf den Königsthron in ihrem Revier. In BIKE 2/2021 stellen wir mit dem neuen Canyon Spectral einen weiteren heißen Anwärter auf das Zepter vor. Warum buhlen im Moment eigentlich so viele Firmen um die Gunst der Kunden mit neuen All-Mountain-Modellen?

  Auch in welligem Gelände sind unsere beiden Top-Modelle flink unterwegs.
Auch in welligem Gelände sind unsere beiden Top-Modelle flink unterwegs.

In der fast schon vergessenen Ära der 26-Zoll-Laufräder galten die Enduros als abfahrtshungrige Alleskönner. Doch inzwischen sind sie eigentlich nur noch abfahrtshungrig. Im Zuge von extremer werdenden Rennstrecken, dem immer üblicheren Einsatz im Bikepark und der Etablierung von 29er-Laufrädern mauserten sich die einstigen Allrounder zu reinen Abfahrtsspezialisten. Das haben das Trek Slash und das Rocky Mountain Altitude im letzten Enduro-Test eindeutig bewiesen: Obwohl beide Bikes weit über 5500 Euro kosten, bringen sie inklusive Pedale fast 15 Kilo auf die Waage.

Bezahlbare Modelle wiegen schnell noch ein, zwei Pfund mehr. Lange, höhenmeterbewehrte Touren in den Alpen oder wellige Feierabendrunden in Deutschlands Mittelgebirgen werden damit zur Qual für die Oberschenkel. Wer sich nicht von Liftanlagen oder Shuttle-Fahrern abhängig machen will, wird mit aktuellen Enduro-Bikes wohl nicht mehr glücklich. Der einst so breite Einsatzbereich hat sich extrem zugespitzt und liegt heute jenseits von dem, was sich der Großteil unserer Leser unter dem Begriff Mountain­biken vorstellt. Denn bis zu 170 Millimeter Federweg und die üppigen Gewichte wirken nicht nur auf der Hausrunde häufig fehl am Platz. Die Industrie hat verstanden, dass das Enduro-Segment auf seinem Weg in die Nische eine große Lücke hinterlassen hat. Der Markt schreit geradezu nach touren-fähigen Bikes. Die neue Generation der All Mountains soll nun das Erbe der einst so beliebten Enduro-Bikes antreten. Keine leichte Aufgabe für das Giant Trance X und das Kona Process 134.

  Giant Trance X (links) und Kona Process 134 Supreme
Giant Trance X (links) und Kona Process 134 Supreme

Den kompletten Vergleichstest von Giant Trance X und Kona Process 134 Supreme aus BIKE 2/2021 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der objektive Vergleich inklusive der Testberichte kostet 1,49 Euro.

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  Das elektronische Fahrwerk ist das Herzstück des Giant. Es lässt einen mit automatisch blockierenden Federelementen effizienter denn je über die Trails treten.
Das elektronische Fahrwerk ist das Herzstück des Giant. Es lässt einen mit automatisch blockierenden Federelementen effizienter denn je über die Trails treten.
  Beschleunigungssensoren an Gabel und Hinterbau des Giant liefern den nötigen Input für die unter dem Oberrohr montierte Schaltzentrale.
Beschleunigungssensoren an Gabel und Hinterbau des Giant liefern den nötigen Input für die unter dem Oberrohr montierte Schaltzentrale.
  Die Zipp-Felgen beim Kona sollen durch ihre flache Bauweise besonders nachgiebig und damit schlagresistent sein.
Die Zipp-Felgen beim Kona sollen durch ihre flache Bauweise besonders nachgiebig und damit schlagresistent sein.
  Srams elektronische AXS-Eagle-Schaltung überträgt das Schaltsignal per Funk. Das Kona bietet aber auch die Möglichkeit, herkömmliche Schaltungen mit Schaltzug zu verbauen.
Srams elektronische AXS-Eagle-Schaltung überträgt das Schaltsignal per Funk. Das Kona bietet aber auch die Möglichkeit, herkömmliche Schaltungen mit Schaltzug zu verbauen.

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