All Mountain

29er mit breitem Einsatzbereich: Felt Virtue

Stefan Loibl

, Christoph Listmann

 · 15.10.2014

29er mit breitem Einsatzbereich: Felt VirtueFoto: Markus Greber

Mit diesem 29er kann man es fliegen lassen. Viel Federweg und geringes Gewicht sorgen für gute Laune am Boden, in der Luft und bergauf.

Besser spät als nie: Felts Carbon-Twentyniner Virtue Nine haben wir in der 2014er-Version in diese Teststrecke gemogelt. Warum? Weil es mit seinem tollen Handling eine Vorstellung wert ist, aber in den vergangenen BIKE-Ausgaben keinen Platz gefunden hat. Und weil die 2015er-Version bis auf ein paar Anpassungen am Rahmen unverändert bleibt, kann man die Testergebnisse voll übertragen. Das Virtue-Top-Modell sieht cool aus: Mattlack, massive Rohrformen, Schutzfolien am Unterrohr, ein Blech an der Kettenstrebe gegen Kettenklemmer, dazu ein solider Kettenstrebenschutz. Auch technisch haben die Entwickler einen guten Job gemacht. 2,8 Kilo Gesamtgewicht bei 79 Nm/Grad Steifigkeit (STW 28,3) belegen die gute Konstruktion.

Schon auf den ersten Metern Singletrail spürt man die Laufruhe dank langem Radstand. In engen Serpentinen braucht man 29er-typisch etwas Nachdruck oder gute Fahrtechnik. Beim Praxistest in Sölden zeigt sich: Wenn man vom All Mountain oder Enduro mit fetter 34er-, 35er- oder 36er-Gabel aufs Felt umsteigt, spürt man die schlankeren Rohre der Rock Shox Revelation sofort. Sie besitzt zwar auf dem Papier 140 Millimeter Federweg, steht aber nicht so stabil im Trail wie die oben genannten. Sie verwindet sich mehr. Dafür lässt sie sich vom Lenker aus blockieren. Wenn man zusätzlich den Hebel am Federbein umlegt, beschleunigt das Virtue Nine marathonmäßig direkt. Am Federweg alleine kann man den Einsatzbereich eines Bikes nicht mehr festmachen. Das Beispiel der Gabel beweist das. Der Charakter des Virtue ist eindeutig: sportlich. Lange, höhenmeterstrotzende Touren? Mit der Sitzposition und der bergtauglichen Übersetzung (30-42) kein Problem. An himmelwärts zeigenden Rampen freut man sich über den steilen Sitzwinkel, der eine Gabelabsenkung überflüssig macht. Das Bike klettert ausgezeichnet. Punkte kostet die gesetzliche Gewährleistung ohne zusätzliche Garantie.


Fazit Wer ein 29er mit breitem Einsatzbereich sucht, findet hier ein tolles Bike. Es beherrscht alle Spielarten von Singletrail-Wochenenden bis hin zum Marathon.


PLUS Breiter Einsatzbereich, sehr gutes Fahrverhalten, geringes Gewicht, hohe Rahmensteifigkeit
MINUS Gabelsteifigkeit, nur zwei Jahre Gewährleistung

  Felt Virtue Nine 1 2015Foto: Markus Greber
Felt Virtue Nine 1 2015
  Auch der Hinterbau besteht beim Felt Virtue aus Carbon. Das Heck arbeitet sehr komfortabel. Auf Wunsch lässt sich der Dämpfer fast voll sperren.Foto: Markus Greber
Auch der Hinterbau besteht beim Felt Virtue aus Carbon. Das Heck arbeitet sehr komfortabel. Auf Wunsch lässt sich der Dämpfer fast voll sperren.
  Einfach-Antrieb mit elf Gängen – eine Lösung, die nicht jedem passt. Am Felt Virtue Nine ist ein 30er-Kettenblatt montiert. Das reicht für steile Berge.Foto: Markus Greber
Einfach-Antrieb mit elf Gängen – eine Lösung, die nicht jedem passt. Am Felt Virtue Nine ist ein 30er-Kettenblatt montiert. Das reicht für steile Berge.
  Sehr harmonisches Fahrwerk mit nützlicher Verstellung am Dämpfer. Genutzter Federweg beim Felt Virtue Nine 1: 133 Millimeter vorne, hinten bleiben ein paar Millimeter als Reserve. Foto: BIKE Magazin
Sehr harmonisches Fahrwerk mit nützlicher Verstellung am Dämpfer. Genutzter Federweg beim Felt Virtue Nine 1: 133 Millimeter vorne, hinten bleiben ein paar Millimeter als Reserve. 

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