All Mountain

10 All Mountains mit 140 bis 160 mm Federweg im Test

Ludwig Döhl

 · 02.03.2020

10 All Mountains mit 140 bis 160 mm Federweg im TestFoto: Markus Greber

Bikes, die heute als All Mountains definiert werden, fahren sich auf dem Singletrail wie die einst boomenden Enduros. Bei Preisen unter 3000 Euro überzeugen aber nur fünf von zehn Test-Bikes.

Kategorie All Mountain | Federweg 140 bis 160 Millimeter | Preisklasse bis 3000 Euro

Selbst mehr als 40 Jahre nach seiner Erfindung scheint es fast, als sei das Mountainbike immer noch in seiner Findungsphase. Einsatzbereiche verschieben sich ständig, Anforderungen an die einzelnen Mountainbike-Gattungen variieren von Jahr zu Jahr. Und in den letzten zehn Jahren hat die Industrie fünf verschiedene Reifenformate durchgenudelt – Fat- und Plus-Reifen mit eingerechnet. Wer die Entwicklungsschritte der Branche nicht konzentriert verfolgt, verliert schnell den Überblick.

Deshalb hier die Schnellzusammenfassung für abfahrtsorientierte Gelegenheitsleser: Enduro-Bikes sind längst keine Touren-tauglichen Downhill-Helden mehr. Das einst wegen seines breiten Einsatzbereichs so beliebte Genre wird immer radikaler für den Downhill-Einsatz getrimmt. Die Federwege wachsen zum Teil auf ehemals Freeride-typische 170 Millimeter und mit ihnen leider auch die Gewichte. Unsere letzte Enduro-Testgruppe in BIKE 12/19 wog im Schnitt 14,5 Kilo – bei einem dekadenten Durchschnittspreis von 7780 Euro! Die Radikalisierung der Enduros reißt eine Lücke auf, die mittlerweile zum großen Teil von den All Mountains gefüllt wird. So kommt es, dass in diesem All-Mountain-Testfeld plötzlich dicke 36er- oder Lyrik-Federgabeln auftauchen, oder grobstollige Reifen in Kombination mit 4-Kolben-Bremsanlagen und 200 Millimeter großen Scheiben zum Standard geworden sind.

  Test 2020: All-Mountain-Bikes bis 3000 Euro (vorne rechts Transalp Signature III X12 1.0, hinten Bulls Wild Ronin RS)Foto: Markus Greber
Test 2020: All-Mountain-Bikes bis 3000 Euro (vorne rechts Transalp Signature III X12 1.0, hinten Bulls Wild Ronin RS)

Für den Endverbraucher bedeutet das: Wer ein vier bis fünf Jahre altes Enduro in der Garage stehen hat und dieses durch ein aktuelles Bike mit demselben Einsatzbereich ersetzen möchte, sollte sich nicht von den Namen der Produktkategorie blenden lassen. "Namen sind Schall und Rauch", erkannte schon der große deutsche Dichter Goethe zu Beginn des 19. Jahrhunderts, auch wenn der keinen blassen Schimmer von Mountainbikes hatte.

Definiert man ein Bike also nicht über den Namen seiner Produktgruppe, sondern über seine Fahreigenschaften, dann kann dieses Testfeld genau das, was vor wenigen Jahren den Enduro-Boom ausgelöst hat. Es vereint adäquate Klettereigenschaften mit extrem viel Fahrspaß in der Abfahrt.

  E-Bikes, Liftanlagen und Shuttle-Unternehmen machen anspruchsvolle Singletrails zum schnell verfügbaren Konsumgut für Mountainbiker. Das Erlebnis, sich aus eigener Kraft durch traumhafte Berglandschaften zu bewegen, hat seinen ganz eigenen Reiz.Foto: Markus Greber
E-Bikes, Liftanlagen und Shuttle-Unternehmen machen anspruchsvolle Singletrails zum schnell verfügbaren Konsumgut für Mountainbiker. Das Erlebnis, sich aus eigener Kraft durch traumhafte Berglandschaften zu bewegen, hat seinen ganz eigenen Reiz.

Welches dieser zehn Test-Bike mit adäquaten Klettereigenschaften in Verbindung mit extrem viel Fahrspaß glänzen kann, verraten wir in unserem Test. Den gesamten Artikel mit allen Testergebnissen inklusive Punktetabellen, technischen Daten und Noten gibt es als PDF unten im Download-Bereich:

Trek Remedy 8: Der Dämpfer hat das Trek-eigene Reaktiv-Innenleben. Einen spürbaren Vorteil bringt das aber nicht.Foto: Georg Grieshaber
Trek Remedy 8: Der Dämpfer hat das Trek-eigene Reaktiv-Innenleben. Einen spürbaren Vorteil bringt das aber nicht.
Bulls Wild Ronin RS

  Foto: Georg Grieshaber
Bulls Wild Ronin RS  
Bulls Wild Ronin RS: Eine absolute Seltenheit bei langhubigen Fullys: In das Rahmendreieck des Bulls passen zwei große Trinkflaschen.Foto: Georg Grieshaber
Bulls Wild Ronin RS: Eine absolute Seltenheit bei langhubigen Fullys: In das Rahmendreieck des Bulls passen zwei große Trinkflaschen.
Bulls Wild Ronin RS: Die Power der Shimano-4-Kolben-Bremse wird sogar im Heck mit einer 203er-Scheibe nochmals verstärkt.Foto: Georg Grieshaber
Bulls Wild Ronin RS: Die Power der Shimano-4-Kolben-Bremse wird sogar im Heck mit einer 203er-Scheibe nochmals verstärkt.
Canyon Spectral CF 7.0

  Foto: Georg Grieshaber
Canyon Spectral CF 7.0  
Canyon Spectral CF 7.0: Systemintegration schluckt Sattelklemme. Die Sattelstütze wird über einen integrierten Klemmblock im Sattelrohr gehalten.Foto: Georg Grieshaber
Canyon Spectral CF 7.0: Systemintegration schluckt Sattelklemme. Die Sattelstütze wird über einen integrierten Klemmblock im Sattelrohr gehalten.
Canyon Spectral CF 7.0: Alle Leitungen verlaufen durchgehend in einem abschraubbaren Kabelkanal. Foto: Georg Grieshaber
Canyon Spectral CF 7.0: Alle Leitungen verlaufen durchgehend in einem abschraubbaren Kabelkanal. 
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5

  Foto: Georg Grieshaber
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5  
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5: Das Kürzel HPC kennzeichnet den Carbon-Hauptrahmen. Mit 2617 Gramm der leichteste Rahmen im Test und die Basis für das gute Gesamtgewicht.Foto: Georg Grieshaber
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5: Das Kürzel HPC kennzeichnet den Carbon-Hauptrahmen. Mit 2617 Gramm der leichteste Rahmen im Test und die Basis für das gute Gesamtgewicht.
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5: Die Shimano-2-Kolben-Bremse verzögert ausreichend , ist aber deutlich schwächer als ihr 4-Kolben-Pendant.Foto: Georg Grieshaber
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5: Die Shimano-2-Kolben-Bremse verzögert ausreichend , ist aber deutlich schwächer als ihr 4-Kolben-Pendant.
Giant Trance 1

  Foto: Georg Grieshaber
Giant Trance 1  
Giant Trance 1: Mittlerweile eine Seltenheit: Das Trance hat noch eine Umwerfer­aufnahme und kann auf einen Zweifach-Antrieb umgerüstet werden.Foto: Georg Grieshaber
Giant Trance 1: Mittlerweile eine Seltenheit: Das Trance hat noch eine Umwerfer­aufnahme und kann auf einen Zweifach-Antrieb umgerüstet werden.
Giant Trance 1: Die XT-Vierkolben-Bremse strotzt vor Kraft, pumpt sich im Fahrbetrieb aber minimal auf (Druckpunktwandern).Foto: Georg Grieshaber
Giant Trance 1: Die XT-Vierkolben-Bremse strotzt vor Kraft, pumpt sich im Fahrbetrieb aber minimal auf (Druckpunktwandern).
Radon Slide Trail 9.0

  Foto: Georg Grieshaber
Radon Slide Trail 9.0  
Radon Slide Trail 9.0: Mittels Flipchip lässt sich die Geometrie des Radon wendiger gestalten. In der Position BB High ist der Lenkwinkel ein Grad steiler.Foto: Georg Grieshaber
Radon Slide Trail 9.0: Mittels Flipchip lässt sich die Geometrie des Radon wendiger gestalten. In der Position BB High ist der Lenkwinkel ein Grad steiler.
Radon Slide Trail 9.0: Nicht jeder kommt mit dem komplizierten Setup von zwei Druck- und Zugstufen an der Gabel zurecht.Foto: Georg Grieshaber
Radon Slide Trail 9.0: Nicht jeder kommt mit dem komplizierten Setup von zwei Druck- und Zugstufen an der Gabel zurecht.
Rock Machine Blizzard TRL 70 29

  Foto: Georg Grieshaber
Rock Machine Blizzard TRL 70 29  
Rock Machine Blizzard TRL 70 29: Das gute Profil der WTB-Reifen täuscht. Die harte Gummimischung baut wenig Grip auf.Foto: Georg Grieshaber
Rock Machine Blizzard TRL 70 29: Das gute Profil der WTB-Reifen täuscht. Die harte Gummimischung baut wenig Grip auf.
Rock Machine Blizzard TRL 70 29: Die Sektor-Gabel ist zu filigran für 145 Millimeter Federweg. Die 32 Millimeter dünnen Standrohre verwinden sich im Downhill spürbar.Foto: Georg Grieshaber
Rock Machine Blizzard TRL 70 29: Die Sektor-Gabel ist zu filigran für 145 Millimeter Federweg. Die 32 Millimeter dünnen Standrohre verwinden sich im Downhill spürbar.
Scott Genius 950

  Foto: Georg Grieshaber
Scott Genius 950  
Scott Genius 950: Scott bündelt die zahlreichen Leitungen vor dem Lenker stilsicher zu dicken Kabelsträngen. Das sorgt für eine aufgeräumte Optik.Foto: Georg Grieshaber
Scott Genius 950: Scott bündelt die zahlreichen Leitungen vor dem Lenker stilsicher zu dicken Kabelsträngen. Das sorgt für eine aufgeräumte Optik.
Scott Genius 950: Beim Einfedern arbeitet sich Dreck durch einen Spalt bis zum Lagersitz der Sitzstrebe vor. Foto: Georg Grieshaber
Scott Genius 950: Beim Einfedern arbeitet sich Dreck durch einen Spalt bis zum Lagersitz der Sitzstrebe vor. 
Specialized Stumpjumper Comp Alloy

  Foto: Georg Grieshaber
Specialized Stumpjumper Comp Alloy  
Specialized Stumpjumper Comp Alloy: Auch in der Alu-Variante behält das Stumpjumper seinen asymmetrischen Hauptrahmen. Die SWAT-Box unterm Flaschenhalter gibt es dagegen nur im Carbon-Modell.Foto: Georg Grieshaber
Specialized Stumpjumper Comp Alloy: Auch in der Alu-Variante behält das Stumpjumper seinen asymmetrischen Hauptrahmen. Die SWAT-Box unterm Flaschenhalter gibt es dagegen nur im Carbon-Modell.
Specialized Stumpjumper Comp Alloy: Die 2,6er-Reifen fallen extrem breit aus und strotzen vor Grip.Foto: Georg Grieshaber
Specialized Stumpjumper Comp Alloy: Die 2,6er-Reifen fallen extrem breit aus und strotzen vor Grip.
Transalp Signature III X12 1.0

  Foto: Georg Grieshaber
Transalp Signature III X12 1.0  
Transalp Signature III X12 1.0: Als einziger Hersteller verbaut Transalp das Top-Modell Rockshox Pike Ultimate mit zwei separat einstellbaren Druckstufen. Foto: Georg Grieshaber
Transalp Signature III X12 1.0: Als einziger Hersteller verbaut Transalp das Top-Modell Rockshox Pike Ultimate mit zwei separat einstellbaren Druckstufen. 
Transalp Signature III X12 1.0: Die Dämpferaufnahmen wurden nachträglich bearbeitet. Weshalb hier das blanke Aluminium freiliegt.Foto: Georg Grieshaber
Transalp Signature III X12 1.0: Die Dämpferaufnahmen wurden nachträglich bearbeitet. Weshalb hier das blanke Aluminium freiliegt.
Trek Remedy 8Foto: Georg Grieshaber
Trek Remedy 8
Trek Remedy 8: Sinnvoll: Der Steuersatz hat einen integrierten Lenkanschlag, damit bei einem Sturz das Oberrohr nicht vom Schalthebel beschädigt wird.Foto: Georg Grieshaber
Trek Remedy 8: Sinnvoll: Der Steuersatz hat einen integrierten Lenkanschlag, damit bei einem Sturz das Oberrohr nicht vom Schalthebel beschädigt wird.
Trek Remedy 8: Der Dämpfer hat das Trek-eigene Reaktiv-Innenleben. Einen spürbaren Vorteil bringt das aber nicht.Foto: Georg Grieshaber
Trek Remedy 8: Der Dämpfer hat das Trek-eigene Reaktiv-Innenleben. Einen spürbaren Vorteil bringt das aber nicht.
Bulls Wild Ronin RS

  Foto: Georg Grieshaber
Bulls Wild Ronin RS  
Bulls Wild Ronin RS

  
Bulls Wild Ronin RS: Eine absolute Seltenheit bei langhubigen Fullys: In das Rahmendreieck des Bulls passen zwei große Trinkflaschen.
Bulls Wild Ronin RS: Die Power der Shimano-4-Kolben-Bremse wird sogar im Heck mit einer 203er-Scheibe nochmals verstärkt.
Canyon Spectral CF 7.0

  
Canyon Spectral CF 7.0: Systemintegration schluckt Sattelklemme. Die Sattelstütze wird über einen integrierten Klemmblock im Sattelrohr gehalten.
Canyon Spectral CF 7.0: Alle Leitungen verlaufen durchgehend in einem abschraubbaren Kabelkanal. 
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5

  
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5: Das Kürzel HPC kennzeichnet den Carbon-Hauptrahmen. Mit 2617 Gramm der leichteste Rahmen im Test und die Basis für das gute Gesamtgewicht.
Cube Stereo 140 HPC SL 27,5: Die Shimano-2-Kolben-Bremse verzögert ausreichend , ist aber deutlich schwächer als ihr 4-Kolben-Pendant.
Giant Trance 1

  
Giant Trance 1: Mittlerweile eine Seltenheit: Das Trance hat noch eine Umwerfer­aufnahme und kann auf einen Zweifach-Antrieb umgerüstet werden.
Giant Trance 1: Die XT-Vierkolben-Bremse strotzt vor Kraft, pumpt sich im Fahrbetrieb aber minimal auf (Druckpunktwandern).
Radon Slide Trail 9.0

  
Radon Slide Trail 9.0: Mittels Flipchip lässt sich die Geometrie des Radon wendiger gestalten. In der Position BB High ist der Lenkwinkel ein Grad steiler.
Radon Slide Trail 9.0: Nicht jeder kommt mit dem komplizierten Setup von zwei Druck- und Zugstufen an der Gabel zurecht.
Rock Machine Blizzard TRL 70 29

  
Rock Machine Blizzard TRL 70 29: Das gute Profil der WTB-Reifen täuscht. Die harte Gummimischung baut wenig Grip auf.
Rock Machine Blizzard TRL 70 29: Die Sektor-Gabel ist zu filigran für 145 Millimeter Federweg. Die 32 Millimeter dünnen Standrohre verwinden sich im Downhill spürbar.
Scott Genius 950

  
Scott Genius 950: Scott bündelt die zahlreichen Leitungen vor dem Lenker stilsicher zu dicken Kabelsträngen. Das sorgt für eine aufgeräumte Optik.
Scott Genius 950: Beim Einfedern arbeitet sich Dreck durch einen Spalt bis zum Lagersitz der Sitzstrebe vor. 
Specialized Stumpjumper Comp Alloy

  
Specialized Stumpjumper Comp Alloy: Auch in der Alu-Variante behält das Stumpjumper seinen asymmetrischen Hauptrahmen. Die SWAT-Box unterm Flaschenhalter gibt es dagegen nur im Carbon-Modell.
Specialized Stumpjumper Comp Alloy: Die 2,6er-Reifen fallen extrem breit aus und strotzen vor Grip.
Transalp Signature III X12 1.0

  
Transalp Signature III X12 1.0: Als einziger Hersteller verbaut Transalp das Top-Modell Rockshox Pike Ultimate mit zwei separat einstellbaren Druckstufen. 
Transalp Signature III X12 1.0: Die Dämpferaufnahmen wurden nachträglich bearbeitet. Weshalb hier das blanke Aluminium freiliegt.
Trek Remedy 8
Trek Remedy 8: Sinnvoll: Der Steuersatz hat einen integrierten Lenkanschlag, damit bei einem Sturz das Oberrohr nicht vom Schalthebel beschädigt wird.
Trek Remedy 8: Der Dämpfer hat das Trek-eigene Reaktiv-Innenleben. Einen spürbaren Vorteil bringt das aber nicht.

Den kompletten Vergleichstest inkl. aller Daten, Punktetabellen und der Notenübersicht finden Sie in BIKE 2/2020. Als PDF kostet der Vergleichstest 1,99 Euro. Warum nicht kostenlos? Weil Qualitätsjournalismus einen Preis hat. Dafür garantieren wir Unabhängigkeit und Objektivität. Das betrifft ganz besonders die Tests in BIKE. Die lassen wir uns nicht bezahlen, sondern das Gegenteil ist der Fall: Wir lassen sie uns etwas kosten, und zwar Hunderttausende Euro jedes Jahr.

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