Seven Cycles Custom-Bikes

Henri Lesewitz

 · 22.11.2016

Seven Cycles Custom-BikesFoto: Hersteller

Rob Vandermark gründete 1997 in den USA Seven Cycles und produziert mit 35 Leuten über 2000 Maßrahmen im Jahr.

Seven Cycles – seit 1997/USA

Er war der erste Mitarbeiter der Titan-Schmiede Merlin und gilt als Wegbereiter des Titan-Kults: Rob Vandermark schneiderte Stars wie John Tomac Rahmen auf den Leib und entwickelte für namhafte Firmen. Als 1996 eine Investorengruppe die Firma übernahm, schmiss Vandermark hin. Er gründete Seven Cycles und produziert mit 35 Leuten über 2000 Maßrahmen im Jahr. Stef Adams (Dame im Foto oben) kümmert sich mit größter Hingabe um die Schweißarbeiten. www.sevencycles.com

Foto: Georg Grieshaber

Bike: Seven IMX 29

Beginnen wir mit dem ersten der möglichen Einsatzzwecke: dem Streicheln. Herrlich, wie der Finger über das kühle, leicht raue Titan gleitet, auf dessen matter Oberfläche sich das Licht schüchtern bricht. Wunderbar definiert der Übergang zur marmoriert schimmernden Carbon-Haut. Und erst die Raupen der Schweißnähte, die an den Übergängen entlangperlen, als wäre es verlaufener Tubenhonig. Die Hormone sind in Wallung! Dieser Rahmen sieht aus wie aus einem Lehrbuch der Kunstschmiede-Innung. Für viele Exemplare des IMX ist das Schicksal als Knuddelfahrrad damit wohl besiegelt. Was schade ist, denn das Seven schreit förmlich nach Ausritt. Und da wären wir auch schon beim Einsatzzweck Nummer zwei: dem Heizen. Wie jedes Seven ist auch dieses IMX ein Unikat. Die verbauten Titan-Rohre sind die leichtesten des Sortiments und extrem konifiziert. Die Zwischenstücke aus Carbon werden aus Fäden gewebt und dem Fahrstil sowie Fahrertyp angepasst. Dieser gewaltige Aufwand bedeutet auch für die restliche Ausstattung: keine Kompromisse. Das hier gezeigte Rad ist das teuerste, was je durch einen BIKE-Test gerollt ist. Egal, Leidenschaft darf nicht das Ergebnis wirtschaftlicher Überlegung sein. Aufsitzen, und ab ins Gelände. Die Sitzposition ist einigermaßen sportlich, lässt den Rückenstrecker aber völlig in Ruhe. Souverän walzen die 29-Zöller über den Untergrund. Selbst derbe Fahrbahntücken zwingen den Fahrer nicht aus dem Sattel. Das IMX ist ein leichtfüßiger Tourer, Spritzigkeit ist aber trotz athletischer Hülle nicht seine Stärke. Die ausgemergelten Rohre geben unter kräftigen Tritten merklich nach, besonders im Wiegetritt. Lieber schwerere und steifere Rohre wählen.


Test-Fazit: Das IMX von Seven Cycles ist Ästhetik pur mit Schwächen bei der Steifigkeit. Ein Traum: die Verarbeitung.

  Mountainbike-Porno: Carbon und Titan mit Liebe vereint.Foto: Georg Grieshaber
Mountainbike-Porno: Carbon und Titan mit Liebe vereint.
  Qualitäts-Zertifikat: das Seven Cycles-Logo am Steurrohr.Foto: Georg Grieshaber
Qualitäts-Zertifikat: das Seven Cycles-Logo am Steurrohr.


Preis: 11500 Euro /Rahmen ab 4795 Euro
Gewicht: 10,2 Kilo */Rahmen 1470 Gramm
Material: Carbon/Titan
Lieferzeit: etwa 2 Monate
Geometrie: nach Wunsch
Ausstattung: Rock Shox Reba, Sram XX


* Komplettgewicht ohne Pedale

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