InsolvenzProphete & Cycle Union – Verkauf wegen Hacker-Angriff

Sebastian Brust

 · 12.01.2023

Insolvenz: Prophete & Cycle Union – Verkauf wegen Hacker-Angriff
Foto: Cycle Union

Der Fahrradhersteller Prophete ist pleite. Von der Insolvenz betroffen ist auch dessen Tochterunternehmen Cycle Union. Seit Ende Dezember läuft das Insolvenzverfahren. Löhne und Gehälter der rund 400 Beschäftigten werden bis Ende Februar 2023 gezahlt. Bis dahin soll der Verkauf abgewickelt sein. Die Zukunft bleibt ungewiss.

Der Fahrradhersteller Prophete ist pleite. Das ursprünglich 1908 gegründete Unternehmen mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück vertreibt Fahrräder, Pedelecs und Zubehör im niedrigen und mittleren Preissegment über Baumärkte oder Discounter wie Aldi und Lidl. Prophete-Räder werden seit der Schließung der Fertigung in Rheda-Wiedenbrück im Jahr 2011 ausschließlich in Rumänien und in Indien gefertigt.


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Vom Bankrott ebenfalls betroffen ist die Prophete-Tochter Cycle Union mit Sitz in Oldenburg, die dort noch mit den Marken Rabeneick, e-bike manufaktur, vsf fahrradmanufaktur und Kreidler auch höherpreisige Fahrräder für den Fachhandel herstellt.

Hackerangriff stürzt Prophete in die Insolvenz

Der Insolvenzantrag ist offenbar eine Folge unglücklicher Ereignisse im ohnehin hart umkämpften Billigpreis-Segment. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Sack gab gegenüber der F.A.Z. an, zum unerwartet schwachen Geschäftsjahr 2021/2022 sei ein Hackerangriff im November gekommen, der das Unternehmen für mehrere Wochen lahmgelegt habe. “Die daraus resultierenden Verluste waren für das Unternehmen nicht mehr zu bewältigen”, fasst Sack die Geschehnisse zusammen.

Verkaufsprozess für Prophete Gruppe gestartet

Unterdessen läuft der Verkaufsprozess. Mehrere Parteien hätten bereits Interesse an dem Fahrrad- und E-Bike-Hersteller bekundet. “Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, für Prophete eine zukunftsfähige Investorenlösung zu finden”, sagt Insolvenzverwalter Sack, der sich dafür noch bis Ende Februar 2023 Zeit gibt. Bis dahin laufen auch die Insolvenzgeldzahlungen, die den rund 400 Beschäftigten bei Prophete und Cycle Union Löhne und Gehälter sichern. Wie es danach weitergeht, ist offen.

Verkauf von Marken, Beteiligungen & Immobilien

Zum Verkauf stehen der operative Geschäftsbetrieb der insolventen operativen Gesellschaften Prophete (Rheda-Wiedenbrück) und Cycle Union (Oldenburg) mit den Marken Prophete, Rabeneick, e-bike manufaktur, vsf fahrradmanufaktur und Kreidler. Die Betriebsimmobilien an den Standorten Rheda-Wiedenbrück und Oldenburg sollen ebenfalls verkauft werden.

Außerdem verkauft wird die nicht von der Insolvenz betroffene Beteiligung am rumänischen Fahrradproduzenten Eurosport DHS in Höhe von 47,5 Prozent. Das Unternehmen im Besitz chinesischer Investoren fertigt hier seit den 90er-Jahren Fahrräder für den europäischen Markt – seit dem Einstieg von Prophete 2006 auch unter diesem Namen.

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