Carlo Dieckmann

Tomek

 · 03.05.2006

Carlo DieckmannFoto: Unbekannt

Carlo Dieckmann will „seinen Senf dazu geben" – mit Gelassenheit und Style hat er es in der Elite der Freeride-Szene geschafft. BIKE hat den Neuprofi in Berlin besucht.

Es kracht und scheppert, als hätte einer sein Bike mit aller Wucht gegen eine Mauer geschmettert. Zehntelsekunden später folgt ein schlaksiger Körper seinem geliehenen Kona auf den Betonboden der alten Industriehalle in Berlin Adlerhof. Ein Dutzend Köpfe drehen sich. Aber keiner ist erschrocken. Eher belustigt, denn Crashs wie diesen ist man gewohnt. Der Typ rappelt sich auf, biegt den Lenker gerade, und hinkt zurück zur Startrampe. „Det bin ick nüscht jewohnt, so nen riesen Apparat“, bellt er kopfschüttelnd im Vorbeigehen. Nächster Versuch: Ein perfekter „Backflip“ über die Holzbox. Ohne Helm, ohne Handschuhe. Kurzer Applaus. Glückliches Grinsen in dem blutleeren Gesicht. Nicht wegen des Backflips, der ist für ihn als BMXer Standard. Eher deshalb, weil er das erste Mal auf einem Mountainbike sitzt. „Det is ja weich wie ne Sänfte“.

„Von der Sorte gibt’s hier viele“, erklärt Carlo, als er das Fragezeichen in meinen Augen sieht. „Fahren auf Weltklasse-Niveau, aber keiner kennt sie. Das ist denen auch egal, die wollen nur Fahrrad fahren. Wohnen irgendwo im Berliner Untergrund, leben von der Hand in den Mund, und kümmern sich einen Dreck um Sponsoren.“ Der Respekt der Kumpels ist hier das Allerwichtigste.

STECKBRIEF

Name: Carlo Dieckmann

Alter: 21 (Stand 2006)

Freundin: Single

Sponsoren: Cannondale, Adidas, SRAM, DT-Swiss, Maxxis, Troyan Gloves, Troy Lee Designs.

Größte Erfolge: Fünfter beim District Ride in Nürnberg, Achter beim Adidas Slopestyle in Saalbach.

Lieblings-Dirtpark: Mellowpark in Berlin Köpenick.

Lieblingsessen: Pizza Margherita mit Paprika und Peperoni.

Hobbys: Skateboard, NBA gucken

Lieblingslektüre: Rette mich ein bisschen von Jörg Thadeusz, alle Bücher von Henning Mankell.

Lieblingsfilm: T.N.T Jackson, Kebab Connection.

Musik: Absolute Beginner, deutscher Hiphop allgemein.

Lieblingsauto: Landrover Defender

Lieblingsclub: Café Moskau und Soda (beides in Berlin)

Website: under construction



(Text und Foto: UnbekanntFoto: Markus Greber)
STECKBRIEF Name: Carlo Dieckmann Alter: 21 (Stand 2006) Freundin: Single Sponsoren: Cannondale, Adidas, SRAM, DT-Swiss, Maxxis, Troyan Gloves, Troy Lee Designs. Größte Erfolge: Fünfter beim District Ride in Nürnberg, Achter beim Adidas Slopestyle in Saalbach. Lieblings-Dirtpark: Mellowpark in Berlin Köpenick. Lieblingsessen: Pizza Margherita mit Paprika und Peperoni. Hobbys: Skateboard, NBA gucken Lieblingslektüre: Rette mich ein bisschen von Jörg Thadeusz, alle Bücher von Henning Mankell. Lieblingsfilm: T.N.T Jackson, Kebab Connection. Musik: Absolute Beginner, deutscher Hiphop allgemein. Lieblingsauto: Landrover Defender Lieblingsclub: Café Moskau und Soda (beides in Berlin) Website: under construction (Text und Foto: Unbekannt
Die Ghetto-Halle, wie die Ostberliner Locals ihr Trainingsgelände nennen, ist mehr eine bedachte Ruine aus DDR-Zeiten – eingestürzte Mauern, zerschlagene Fenster, Staub der Jahrzehnte. Ein Schmelztiegel der Subkultur. Hierher verirren sich nur Sprayer und BMXer, hin und wieder mal die Polizei. Carlo Dieckmann passt hier gut rein, zumindest optisch: löchrige Jeans, lässiges Kapuzen-Sweatshirt, verschlissene Skateschuhe von Vans. Nur Carlos Bike verrät den Unterschied zu seinen Trainingskollegen aus dem Untergrund: ein nagelneues Cannondale “Chase”, garniert mit feinsten Parts. Der Name Dieckmann ist nicht mit Edding aufs Oberrohr geschmiert, sondern als gelasertes Logo fein säuberlich unterlackiert, daneben das Logo von “The Cut”, dem neu gegründeten, internationalen Cannondale Freeride-Team. Das grelle Pink kommt auch nicht aus der Bauhaus-Spraydose. Die Farbe durfte Carlo sich aussuchen, als er das Bike vor ein paar Wochen im Cannondale-Werk in Bethel abholte. Carlo hat das geschafft, wovon eine ganze Generation Dirt-Kids träumen. Spätestens seit seinem fünften Platz beim Nürnberger “District Ride” ist Carlo ein internationaler Freeride-Star.Foto: Unbekannt
Die Ghetto-Halle, wie die Ostberliner Locals ihr Trainingsgelände nennen, ist mehr eine bedachte Ruine aus DDR-Zeiten – eingestürzte Mauern, zerschlagene Fenster, Staub der Jahrzehnte. Ein Schmelztiegel der Subkultur. Hierher verirren sich nur Sprayer und BMXer, hin und wieder mal die Polizei. Carlo Dieckmann passt hier gut rein, zumindest optisch: löchrige Jeans, lässiges Kapuzen-Sweatshirt, verschlissene Skateschuhe von Vans. Nur Carlos Bike verrät den Unterschied zu seinen Trainingskollegen aus dem Untergrund: ein nagelneues Cannondale “Chase”, garniert mit feinsten Parts. Der Name Dieckmann ist nicht mit Edding aufs Oberrohr geschmiert, sondern als gelasertes Logo fein säuberlich unterlackiert, daneben das Logo von “The Cut”, dem neu gegründeten, internationalen Cannondale Freeride-Team. Das grelle Pink kommt auch nicht aus der Bauhaus-Spraydose. Die Farbe durfte Carlo sich aussuchen, als er das Bike vor ein paar Wochen im Cannondale-Werk in Bethel abholte. Carlo hat das geschafft, wovon eine ganze Generation Dirt-Kids träumen. Spätestens seit seinem fünften Platz beim Nürnberger “District Ride” ist Carlo ein internationaler Freeride-Star.
24. September 2005: “District Ride”. Der wichtigste Freeride-Event des Jahres. 40.000 Zuschauer säumen die Nürnberger Altstadt. Kochende Stimmung im Finale. Als Carlo die Kontrolle über sein Bike verliert, hat er gerade die Hände zum “Suicide No hander” vom Lenker gelöst – und noch acht Meter freien Fall vor sich. Der rechte Fuß rutschte vom Pedal, der Drall trieb das Bike in Schieflage. “Ich wusste, wenn ich so lande, dann tut’s richtig weh”, erinnert sich Carlo an einen der schlimmsten Momente seines Lebens. Der große Drop von der Kaiserburg in Nürnbergs Altstadt war der gefährlichste Stunt des “District Ride” – zehn Meter hoch, 15 weit. Die Landung ein eher windiges Konstrukt aus splittrigem Holz. Nicht alle Fahrer aus der Freeride-Weltelite nahmen das Risiko in Kauf, und wichen auf die Chicken Line aus.

Im letzten Moment bekam Carlo seinen Fuß wieder aufs Pedal, landete den Suicide und damit den größten Coup seines Lebens: Platz fünf als bester Deutscher. Seither nennt man den Namen Dieckmann in einem Atemzug mit internationalen Größen wie Cedric Gracia, Kyle Strait und Aaron Chase. Die Platzierung in Nürnberg sorgte auch für Carlos beruflichen Aufstieg: ins neu gegründete Cannondale Freeride-Team “The Cut”.Foto: Unbekannt
24. September 2005: “District Ride”. Der wichtigste Freeride-Event des Jahres. 40.000 Zuschauer säumen die Nürnberger Altstadt. Kochende Stimmung im Finale. Als Carlo die Kontrolle über sein Bike verliert, hat er gerade die Hände zum “Suicide No hander” vom Lenker gelöst – und noch acht Meter freien Fall vor sich. Der rechte Fuß rutschte vom Pedal, der Drall trieb das Bike in Schieflage. “Ich wusste, wenn ich so lande, dann tut’s richtig weh”, erinnert sich Carlo an einen der schlimmsten Momente seines Lebens. Der große Drop von der Kaiserburg in Nürnbergs Altstadt war der gefährlichste Stunt des “District Ride” – zehn Meter hoch, 15 weit. Die Landung ein eher windiges Konstrukt aus splittrigem Holz. Nicht alle Fahrer aus der Freeride-Weltelite nahmen das Risiko in Kauf, und wichen auf die Chicken Line aus. Im letzten Moment bekam Carlo seinen Fuß wieder aufs Pedal, landete den Suicide und damit den größten Coup seines Lebens: Platz fünf als bester Deutscher. Seither nennt man den Namen Dieckmann in einem Atemzug mit internationalen Größen wie Cedric Gracia, Kyle Strait und Aaron Chase. Die Platzierung in Nürnberg sorgte auch für Carlos beruflichen Aufstieg: ins neu gegründete Cannondale Freeride-Team “The Cut”.
Die klirrende Kälte hat Eisplatten zwischen die Rampen der Ghetto- Halle gelegt. Jede verpatzte Landung endet unerbittlich auf dem knallharten Beton. Der kann für Profis zu langen Ausfällen führen. So wie bei Partner Joscha Forstreuter, der mit gerissenem Kreuzband auch heute nur wehmütig zuschauen kann. Carlos besten Freund und Wohnungspartner hat es vor drei Wochen beim “Home-Grown”-Contest in Wuppertal erwischt.

Auch Carlos Karriere wackelte, nachdem er sich im vergangenen Jahr bei einem Trainingsaufenthalt in Australien die Ferse zerstörte. Statt mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, legte sich Carlo in die Sonne und brütete sein neues Erfolgsrezept aus: “Immer locker bleiben, frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.” Und so wurde aus der Saison 2005 das beste Jahr in Carlos Leben: Platz drei beim Dirt Jump-Contest am Gardasee, Achter beim Slopestyle in Saalbach, Dritter beim Leogang “Out of Bounce”, Vierter in der Quali beim Crank Worx in Whistler. “Beim Crank Worx ist alles, was Rang und Namen hat. Wenn du hier punktest, dann hast du den Respekt der Weltelite”.Foto: Unbekannt
Die klirrende Kälte hat Eisplatten zwischen die Rampen der Ghetto- Halle gelegt. Jede verpatzte Landung endet unerbittlich auf dem knallharten Beton. Der kann für Profis zu langen Ausfällen führen. So wie bei Partner Joscha Forstreuter, der mit gerissenem Kreuzband auch heute nur wehmütig zuschauen kann. Carlos besten Freund und Wohnungspartner hat es vor drei Wochen beim “Home-Grown”-Contest in Wuppertal erwischt. Auch Carlos Karriere wackelte, nachdem er sich im vergangenen Jahr bei einem Trainingsaufenthalt in Australien die Ferse zerstörte. Statt mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, legte sich Carlo in die Sonne und brütete sein neues Erfolgsrezept aus: “Immer locker bleiben, frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.” Und so wurde aus der Saison 2005 das beste Jahr in Carlos Leben: Platz drei beim Dirt Jump-Contest am Gardasee, Achter beim Slopestyle in Saalbach, Dritter beim Leogang “Out of Bounce”, Vierter in der Quali beim Crank Worx in Whistler. “Beim Crank Worx ist alles, was Rang und Namen hat. Wenn du hier punktest, dann hast du den Respekt der Weltelite”.
Auch heute fährt Carlo nicht volles Risiko, zeigt nicht sein komplettes Repertoire. “Ich bin nicht der Hardcore-Trickser, wichtiger ist für mich die perfekte Ausführung eines Moves.” Und so übt er dutzende Male, bis jedes Detail des “270er Table tops” (Bild Seite 75) perfekt passt.

Carlos Besonnenheit passt zu seiner Geschichte. Als Carlo fünf war, zog Familie Dieckmann von Berlin Mitte nach Siegen, wo die Eltern ihre beiden Söhne besser aufgehoben glaubten. 13 Jahre Waldorfschule, 2004 mit Ach und Krach das Abi. Mit sieben Jahren BMX, mit zwölf das erste Mountainbike – ausgerechnet ein Cannondale “Killer Bee”. “Ich bin Monate an dem Bikeshop vorbeigeschlichen und dachte: Dich krieg ich irgendwann.” Dann kam Hans Rey ins Spiel. “Ich zog mir alle Rey-Videos rein und wollte unbedingt trialen.” Mit 14 war Carlo auf dem Trial-Rad so gut, dass er in Köln auf der internationalen Reisemesse Shows fuhr. Mit 16 kam das erste Fully. Mit einem für damalige Verhältnisse spektakulären Wallride landete er auf der Internet-Seite der Siegener Freeride-Locals – und wurde vom Downhill-Magazin entdeckt. Das Zeitalter des Freeridens löste die Trial-Ära ab. “Trial hat mir Radbeherrschung gebracht. Aber es war sauschwer, statisches Hüpfen in flüssiges Springen zu verwandeln”. Dann der erste Sponsorvertrag mit LAST, einer kleinen Dirt-Schmiede im Ruhrpott. Nach dem Abi erstmal Auszeit. “Ich gab mir zwei Jahre, die zeigen sollten, ob ich mit Fahrrad fahren Geld verdienen konnte. Entweder ich habe danach zwei gebrochene Beine und keinen Sponsor, oder es läuft”. Die Eltern gaben Carlo dabei Rückendeckung. “Für die ist Biken ein richtig seriöser Beruf. Mein Bruder lebt in Kanada und ist hauptberuflich Jongleur”.Foto: Unbekannt
Auch heute fährt Carlo nicht volles Risiko, zeigt nicht sein komplettes Repertoire. “Ich bin nicht der Hardcore-Trickser, wichtiger ist für mich die perfekte Ausführung eines Moves.” Und so übt er dutzende Male, bis jedes Detail des “270er Table tops” (Bild Seite 75) perfekt passt. Carlos Besonnenheit passt zu seiner Geschichte. Als Carlo fünf war, zog Familie Dieckmann von Berlin Mitte nach Siegen, wo die Eltern ihre beiden Söhne besser aufgehoben glaubten. 13 Jahre Waldorfschule, 2004 mit Ach und Krach das Abi. Mit sieben Jahren BMX, mit zwölf das erste Mountainbike – ausgerechnet ein Cannondale “Killer Bee”. “Ich bin Monate an dem Bikeshop vorbeigeschlichen und dachte: Dich krieg ich irgendwann.” Dann kam Hans Rey ins Spiel. “Ich zog mir alle Rey-Videos rein und wollte unbedingt trialen.” Mit 14 war Carlo auf dem Trial-Rad so gut, dass er in Köln auf der internationalen Reisemesse Shows fuhr. Mit 16 kam das erste Fully. Mit einem für damalige Verhältnisse spektakulären Wallride landete er auf der Internet-Seite der Siegener Freeride-Locals – und wurde vom Downhill-Magazin entdeckt. Das Zeitalter des Freeridens löste die Trial-Ära ab. “Trial hat mir Radbeherrschung gebracht. Aber es war sauschwer, statisches Hüpfen in flüssiges Springen zu verwandeln”. Dann der erste Sponsorvertrag mit LAST, einer kleinen Dirt-Schmiede im Ruhrpott. Nach dem Abi erstmal Auszeit. “Ich gab mir zwei Jahre, die zeigen sollten, ob ich mit Fahrrad fahren Geld verdienen konnte. Entweder ich habe danach zwei gebrochene Beine und keinen Sponsor, oder es läuft”. Die Eltern gaben Carlo dabei Rückendeckung. “Für die ist Biken ein richtig seriöser Beruf. Mein Bruder lebt in Kanada und ist hauptberuflich Jongleur”.
Berlin Friedrichsheim, gediegene Altbauwohnung im ersten Stock, spärlich möbliert mit selbst gezimmertem Schrank und Sofa. “Bauen hab ich schließlich in der Waldorfschule gelernt”, lacht Carlo. An der Wand eine Fototapete mit Alpenpanorama, gegenüber ein vergilbtes Poster von Hans Rey. Die Wahlheimat von Carlo und Joscha Forstreuter. Bezahlt vom ersten Gehalt als Profibiker. Carlo blickt auf das Rey-Poster, sinniert über seine Ziele. “Etwas Eigenes machen, das wär cool.” Und dann: “Ich würde einfach gerne meinen Senf dazu geben in der Mountainbike-Geschichte der nächsten fünf Jahre. So wie Hans Rey: Etwas machen, über das man spricht”. Und das ist vielleicht auch der größte Unterschied zu den BMXern aus der Ghetto-Halle.Foto: Unbekannt
Berlin Friedrichsheim, gediegene Altbauwohnung im ersten Stock, spärlich möbliert mit selbst gezimmertem Schrank und Sofa. “Bauen hab ich schließlich in der Waldorfschule gelernt”, lacht Carlo. An der Wand eine Fototapete mit Alpenpanorama, gegenüber ein vergilbtes Poster von Hans Rey. Die Wahlheimat von Carlo und Joscha Forstreuter. Bezahlt vom ersten Gehalt als Profibiker. Carlo blickt auf das Rey-Poster, sinniert über seine Ziele. “Etwas Eigenes machen, das wär cool.” Und dann: “Ich würde einfach gerne meinen Senf dazu geben in der Mountainbike-Geschichte der nächsten fünf Jahre. So wie Hans Rey: Etwas machen, über das man spricht”. Und das ist vielleicht auch der größte Unterschied zu den BMXern aus der Ghetto-Halle.
STECKBRIEF

Name: Carlo Dieckmann

Alter: 21 (Stand 2006)

Freundin: Single

Sponsoren: Cannondale, Adidas, SRAM, DT-Swiss, Maxxis, Troyan Gloves, Troy Lee Designs.

Größte Erfolge: Fünfter beim District Ride in Nürnberg, Achter beim Adidas Slopestyle in Saalbach.

Lieblings-Dirtpark: Mellowpark in Berlin Köpenick.

Lieblingsessen: Pizza Margherita mit Paprika und Peperoni.

Hobbys: Skateboard, NBA gucken

Lieblingslektüre: Rette mich ein bisschen von Jörg Thadeusz, alle Bücher von Henning Mankell.

Lieblingsfilm: T.N.T Jackson, Kebab Connection.

Musik: Absolute Beginner, deutscher Hiphop allgemein.

Lieblingsauto: Landrover Defender

Lieblingsclub: Café Moskau und Soda (beides in Berlin)

Website: under construction



(Text und Foto: UnbekanntFoto: Markus Greber)
STECKBRIEF Name: Carlo Dieckmann Alter: 21 (Stand 2006) Freundin: Single Sponsoren: Cannondale, Adidas, SRAM, DT-Swiss, Maxxis, Troyan Gloves, Troy Lee Designs. Größte Erfolge: Fünfter beim District Ride in Nürnberg, Achter beim Adidas Slopestyle in Saalbach. Lieblings-Dirtpark: Mellowpark in Berlin Köpenick. Lieblingsessen: Pizza Margherita mit Paprika und Peperoni. Hobbys: Skateboard, NBA gucken Lieblingslektüre: Rette mich ein bisschen von Jörg Thadeusz, alle Bücher von Henning Mankell. Lieblingsfilm: T.N.T Jackson, Kebab Connection. Musik: Absolute Beginner, deutscher Hiphop allgemein. Lieblingsauto: Landrover Defender Lieblingsclub: Café Moskau und Soda (beides in Berlin) Website: under construction (Text und Foto: Unbekannt
Die Ghetto-Halle, wie die Ostberliner Locals ihr Trainingsgelände nennen, ist mehr eine bedachte Ruine aus DDR-Zeiten – eingestürzte Mauern, zerschlagene Fenster, Staub der Jahrzehnte. Ein Schmelztiegel der Subkultur. Hierher verirren sich nur Sprayer und BMXer, hin und wieder mal die Polizei. Carlo Dieckmann passt hier gut rein, zumindest optisch: löchrige Jeans, lässiges Kapuzen-Sweatshirt, verschlissene Skateschuhe von Vans. Nur Carlos Bike verrät den Unterschied zu seinen Trainingskollegen aus dem Untergrund: ein nagelneues Cannondale “Chase”, garniert mit feinsten Parts. Der Name Dieckmann ist nicht mit Edding aufs Oberrohr geschmiert, sondern als gelasertes Logo fein säuberlich unterlackiert, daneben das Logo von “The Cut”, dem neu gegründeten, internationalen Cannondale Freeride-Team. Das grelle Pink kommt auch nicht aus der Bauhaus-Spraydose. Die Farbe durfte Carlo sich aussuchen, als er das Bike vor ein paar Wochen im Cannondale-Werk in Bethel abholte. Carlo hat das geschafft, wovon eine ganze Generation Dirt-Kids träumen. Spätestens seit seinem fünften Platz beim Nürnberger “District Ride” ist Carlo ein internationaler Freeride-Star.Foto: Unbekannt
Die Ghetto-Halle, wie die Ostberliner Locals ihr Trainingsgelände nennen, ist mehr eine bedachte Ruine aus DDR-Zeiten – eingestürzte Mauern, zerschlagene Fenster, Staub der Jahrzehnte. Ein Schmelztiegel der Subkultur. Hierher verirren sich nur Sprayer und BMXer, hin und wieder mal die Polizei. Carlo Dieckmann passt hier gut rein, zumindest optisch: löchrige Jeans, lässiges Kapuzen-Sweatshirt, verschlissene Skateschuhe von Vans. Nur Carlos Bike verrät den Unterschied zu seinen Trainingskollegen aus dem Untergrund: ein nagelneues Cannondale “Chase”, garniert mit feinsten Parts. Der Name Dieckmann ist nicht mit Edding aufs Oberrohr geschmiert, sondern als gelasertes Logo fein säuberlich unterlackiert, daneben das Logo von “The Cut”, dem neu gegründeten, internationalen Cannondale Freeride-Team. Das grelle Pink kommt auch nicht aus der Bauhaus-Spraydose. Die Farbe durfte Carlo sich aussuchen, als er das Bike vor ein paar Wochen im Cannondale-Werk in Bethel abholte. Carlo hat das geschafft, wovon eine ganze Generation Dirt-Kids träumen. Spätestens seit seinem fünften Platz beim Nürnberger “District Ride” ist Carlo ein internationaler Freeride-Star.
Die Ghetto-Halle, wie die Ostberliner Locals ihr Trainingsgelände nennen, ist mehr eine bedachte Ruine aus DDR-Zeiten – eingestürzte Mauern, zerschlagene Fenster, Staub der Jahrzehnte. Ein Schmelztiegel der Subkultur. Hierher verirren sich nur Sprayer und BMXer, hin und wieder mal die Polizei. Carlo Dieckmann passt hier gut rein, zumindest optisch: löchrige Jeans, lässiges Kapuzen-Sweatshirt, verschlissene Skateschuhe von Vans. Nur Carlos Bike verrät den Unterschied zu seinen Trainingskollegen aus dem Untergrund: ein nagelneues Cannondale “Chase”, garniert mit feinsten Parts. Der Name Dieckmann ist nicht mit Edding aufs Oberrohr geschmiert, sondern als gelasertes Logo fein säuberlich unterlackiert, daneben das Logo von “The Cut”, dem neu gegründeten, internationalen Cannondale Freeride-Team. Das grelle Pink kommt auch nicht aus der Bauhaus-Spraydose. Die Farbe durfte Carlo sich aussuchen, als er das Bike vor ein paar Wochen im Cannondale-Werk in Bethel abholte. Carlo hat das geschafft, wovon eine ganze Generation Dirt-Kids träumen. Spätestens seit seinem fünften Platz beim Nürnberger “District Ride” ist Carlo ein internationaler Freeride-Star.
24. September 2005: “District Ride”. Der wichtigste Freeride-Event des Jahres. 40.000 Zuschauer säumen die Nürnberger Altstadt. Kochende Stimmung im Finale. Als Carlo die Kontrolle über sein Bike verliert, hat er gerade die Hände zum “Suicide No hander” vom Lenker gelöst – und noch acht Meter freien Fall vor sich. Der rechte Fuß rutschte vom Pedal, der Drall trieb das Bike in Schieflage. “Ich wusste, wenn ich so lande, dann tut’s richtig weh”, erinnert sich Carlo an einen der schlimmsten Momente seines Lebens. Der große Drop von der Kaiserburg in Nürnbergs Altstadt war der gefährlichste Stunt des “District Ride” – zehn Meter hoch, 15 weit. Die Landung ein eher windiges Konstrukt aus splittrigem Holz. Nicht alle Fahrer aus der Freeride-Weltelite nahmen das Risiko in Kauf, und wichen auf die Chicken Line aus.

Im letzten Moment bekam Carlo seinen Fuß wieder aufs Pedal, landete den Suicide und damit den größten Coup seines Lebens: Platz fünf als bester Deutscher. Seither nennt man den Namen Dieckmann in einem Atemzug mit internationalen Größen wie Cedric Gracia, Kyle Strait und Aaron Chase. Die Platzierung in Nürnberg sorgte auch für Carlos beruflichen Aufstieg: ins neu gegründete Cannondale Freeride-Team “The Cut”.
Die klirrende Kälte hat Eisplatten zwischen die Rampen der Ghetto- Halle gelegt. Jede verpatzte Landung endet unerbittlich auf dem knallharten Beton. Der kann für Profis zu langen Ausfällen führen. So wie bei Partner Joscha Forstreuter, der mit gerissenem Kreuzband auch heute nur wehmütig zuschauen kann. Carlos besten Freund und Wohnungspartner hat es vor drei Wochen beim “Home-Grown”-Contest in Wuppertal erwischt.

Auch Carlos Karriere wackelte, nachdem er sich im vergangenen Jahr bei einem Trainingsaufenthalt in Australien die Ferse zerstörte. Statt mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, legte sich Carlo in die Sonne und brütete sein neues Erfolgsrezept aus: “Immer locker bleiben, frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.” Und so wurde aus der Saison 2005 das beste Jahr in Carlos Leben: Platz drei beim Dirt Jump-Contest am Gardasee, Achter beim Slopestyle in Saalbach, Dritter beim Leogang “Out of Bounce”, Vierter in der Quali beim Crank Worx in Whistler. “Beim Crank Worx ist alles, was Rang und Namen hat. Wenn du hier punktest, dann hast du den Respekt der Weltelite”.
Auch heute fährt Carlo nicht volles Risiko, zeigt nicht sein komplettes Repertoire. “Ich bin nicht der Hardcore-Trickser, wichtiger ist für mich die perfekte Ausführung eines Moves.” Und so übt er dutzende Male, bis jedes Detail des “270er Table tops” (Bild Seite 75) perfekt passt.

Carlos Besonnenheit passt zu seiner Geschichte. Als Carlo fünf war, zog Familie Dieckmann von Berlin Mitte nach Siegen, wo die Eltern ihre beiden Söhne besser aufgehoben glaubten. 13 Jahre Waldorfschule, 2004 mit Ach und Krach das Abi. Mit sieben Jahren BMX, mit zwölf das erste Mountainbike – ausgerechnet ein Cannondale “Killer Bee”. “Ich bin Monate an dem Bikeshop vorbeigeschlichen und dachte: Dich krieg ich irgendwann.” Dann kam Hans Rey ins Spiel. “Ich zog mir alle Rey-Videos rein und wollte unbedingt trialen.” Mit 14 war Carlo auf dem Trial-Rad so gut, dass er in Köln auf der internationalen Reisemesse Shows fuhr. Mit 16 kam das erste Fully. Mit einem für damalige Verhältnisse spektakulären Wallride landete er auf der Internet-Seite der Siegener Freeride-Locals – und wurde vom Downhill-Magazin entdeckt. Das Zeitalter des Freeridens löste die Trial-Ära ab. “Trial hat mir Radbeherrschung gebracht. Aber es war sauschwer, statisches Hüpfen in flüssiges Springen zu verwandeln”. Dann der erste Sponsorvertrag mit LAST, einer kleinen Dirt-Schmiede im Ruhrpott. Nach dem Abi erstmal Auszeit. “Ich gab mir zwei Jahre, die zeigen sollten, ob ich mit Fahrrad fahren Geld verdienen konnte. Entweder ich habe danach zwei gebrochene Beine und keinen Sponsor, oder es läuft”. Die Eltern gaben Carlo dabei Rückendeckung. “Für die ist Biken ein richtig seriöser Beruf. Mein Bruder lebt in Kanada und ist hauptberuflich Jongleur”.
Berlin Friedrichsheim, gediegene Altbauwohnung im ersten Stock, spärlich möbliert mit selbst gezimmertem Schrank und Sofa. “Bauen hab ich schließlich in der Waldorfschule gelernt”, lacht Carlo. An der Wand eine Fototapete mit Alpenpanorama, gegenüber ein vergilbtes Poster von Hans Rey. Die Wahlheimat von Carlo und Joscha Forstreuter. Bezahlt vom ersten Gehalt als Profibiker. Carlo blickt auf das Rey-Poster, sinniert über seine Ziele. “Etwas Eigenes machen, das wär cool.” Und dann: “Ich würde einfach gerne meinen Senf dazu geben in der Mountainbike-Geschichte der nächsten fünf Jahre. So wie Hans Rey: Etwas machen, über das man spricht”. Und das ist vielleicht auch der größte Unterschied zu den BMXern aus der Ghetto-Halle.
STECKBRIEF

Name: Carlo Dieckmann

Alter: 21 (Stand 2006)

Freundin: Single

Sponsoren: Cannondale, Adidas, SRAM, DT-Swiss, Maxxis, Troyan Gloves, Troy Lee Designs.

Größte Erfolge: Fünfter beim District Ride in Nürnberg, Achter beim Adidas Slopestyle in Saalbach.

Lieblings-Dirtpark: Mellowpark in Berlin Köpenick.

Lieblingsessen: Pizza Margherita mit Paprika und Peperoni.

Hobbys: Skateboard, NBA gucken

Lieblingslektüre: Rette mich ein bisschen von Jörg Thadeusz, alle Bücher von Henning Mankell.

Lieblingsfilm: T.N.T Jackson, Kebab Connection.

Musik: Absolute Beginner, deutscher Hiphop allgemein.

Lieblingsauto: Landrover Defender

Lieblingsclub: Café Moskau und Soda (beides in Berlin)

Website: under construction



(Text und Foto: Unbekannt

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