Test: Sram Eagle gegen 2/3fach Shimano-Schaltungen Test: Sram Eagle gegen 2/3fach Shimano-Schaltungen Test: Sram Eagle gegen 2/3fach Shimano-Schaltungen
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Test 2017: Mountainbike Antriebe

Schaltungsduelle: Sram gegen Shimano

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die Eagle-Gruppen sollen dem Einfach-Diktat von Sram endgültig zum Durchbruch verhelfen. Doch so leicht gibt sich Shimano nicht geschlagen. Drei Schaltungsduelle, die für Zündstoff sorgen.

Im Testduell: Sram Eagle 1x12 gegen Shimano XTR 2x11

Georg Grieshaber Die drei Top-Schaltungen im MTB-Segment im Vergleich: Sram XX1 EAGLE 1x12 – Sram X01 EAGLE 1x12 – Shimano XTR 2x11


Sram XX1 EAGLE 1x12 – Sram X01 EAGLE 1x12 – Shimano XTR 2x11


In der Champions League der MTB-Schaltungen kämpfen die zwei Eagle-Gruppen von Sram gegen die mechanische 2x11-Version der Shimano XTR. 

Wer nicht auf eine Rolex spart, sondern mit vorderen Marathon-Platzierungen bei den Kumpels Eindruck schinden will, der steht vor diesem Luxusproblem. Die wichtigste Frage dabei: Komme ich mit einem Kettenblatt vorne aus, oder bleibe ich dem Umwerfer von Shimanos Edelgruppe XTR treu? In den Bandbreiten unterscheiden sich die beiden 1x12-Edelgruppen von Sram und die Zweifach-XTR kaum, in Sachen Abstufung aber hat die Shimano die Nase vorn. Puristen, Freunde aufgeräumter Cockpits und Biker, die wirklich auf jedes Gramm schielen, kommen an Sram nicht vorbei. Durch den Wegfall von linkem Schalthebel und Umwerfer spart man bis zu 250 Gramm. Doch das lassen sich die Amerikaner mit der goldenen Gruppe teuer bezahlen. Zum Vergleich: Für den Neupreis einer XX1 Eagle bekommt man ein solides Alu-Hardtail! Wer auf den Gold-Look verzichtet, spart bares Geld. Denn die X01 Eagle ist nur 40 Gramm schwerer. Zudem funktionieren sie identisch, und die Verschleißkosten sind bei der X01 geringer. Wer seinen Fokus auf etwas feiner abgestimmte Gang­sprünge legt, der muss zum Zweifach-Setup der XTR greifen. Für die Mehrheit dürfte eine Kurbel mit 36/26-Abstufung den Einsatzbereich abdecken. Wer mehr will, muss zur XT-Kassette mit 11–42er-Abstufung (XTR: 11–40) greifen. Pluspunkt Shimano: Bei ähnlichen Verschleißwerten (vgl. BIKE 10/16) sind die Kosten der XTR nur halb so hoch wie für die XX1 Eagle.

Georg Grieshaber ¹ Preisempfehlung von Sram und Circa-Preisangaben von Shimano für Kurbel, Schaltwerk, Schalthebel inkl. Schelle, Kassette, Kette, BSA-Innenlager. ² BIKE-Messwerte von Kurbel, BSA-Innenlager, Schaltwerk, Schalthebel(n), Kette (116 Glieder), Kassette. ³Kosten für Kassette und Kette. 4Nur rechter Schalthebel (Synchroshift-Funktion)


Fazit Peter Nilges, Testleiter:
Volle Bandbreite, ausreichende Abstufung, vereinfachte Schaltlogik, cleanes Cockpit, geringes Gewicht – mir fallen nur Argumente ein, die für den 1x12-Antrieb sprechen. Vom Preis mal abgesehen – aber auch dieses Problem sollte sich mit einer günstigen Eagle-Gruppe bald von selbst lösen.


Im Testduell: Sram X1 1x11 gegen Shimano XT 2x11

Georg Grieshaber Sram X1 1x11 – Shimano XT 2x11 – Shimano XT Di2 2x11


X1 1x11 – XT 2x11 – XT Di2 2x11


In der Mittelklasse kommt es zum Kampf der Philosophien: Sram schickt die 1x11-Gruppe X1 ins Rennen, von Shimano tritt der Schaltungs-Bestseller XT an.

Schaut man sich die empfohlenen Verkaufspreise an, wirkt dieses Duell auf den ersten Blick etwas unfair. Doch die Google-Suche und unsere Erfahrungen sprechen da eine andere Sprache. Beide mechanischen Gruppen kosten im Netz um die 600 Euro, schmücken Tausende Bikes von Alutech bis YT Industries und stehen für bewährte Technik, die auch in den teuren Top-Schaltungen zum Einsatz kommt. Klar, feinfühlige Biker können bei der Bedienung minimale Unterschiede zu den ganz teuren Gruppen (links) erspüren. Aber wirkliche Abstriche muss man nur beim Materialmix machen, und beim Gewicht. Das spricht wieder einmal für die Einfach-Variante von Sram, die im Vergleich zur Shimano XT mit 22 Gängen um 400 Gramm schlanker daherkommt. Das geht jedoch auf Kosten der Bandbreite, die an Rampen oder bei schnellen Schotterabfahrten nicht mehr den richtigen Gang parat hält. Kombiniert man dagegen die XT mit der noch jungen 11–42er-Kassette, ist man für jede Tour gewappnet und bekommt eine feinere Abstufung in den großen Gängen. Auch die Verschleißkosten sprechen ganz klar für den Bestseller aus Japan. Denn Kette und Kassette kosten bei der XT nicht einmal die Hälfte verglichen mit der X1. Bleibt noch die sündteure Di2-Variante. Verschleißkosten und Bandbreite gleichen der mechanischen Variante. Eine Frage des Geldbeutels bleibt, ob einem die Einhandbedienung mit Synchro­shift-Funktion die Anschaffungskosten wert ist.

Georg Grieshaber ¹ Preisempfehlung von Sram und Circa-Preisangaben von Shimano für Kurbel, Schaltwerk, Schalthebel inkl. Schelle, Kassette, Kette, BSA-Innenlager. ² BIKE-Messwerte von Kurbel, BSA-Innenlager, Schaltwerk, Schalthebel(n), Kette (116 Glieder), Kassette. ³Kosten für Kassette und Kette. 4Nur rechter Schalthebel (Synchroshift-Funktion)


Fazit Stefan Loibl, Testredakteur:
Marathons, Hometrails und schnelle Touren in den Voralpen: Mir sind 420 Prozent Bandbreite der Einfach-Antriebe zu wenig. Zudem sind mir fein abgestufte Gänge wichtig. Deshalb sind für mich Zweifach-Antriebe die Lösung.


Im Testduell: Sram NX 1x11 gegen Shimano SLX

Georg Grieshaber Drei preiswerte MTB-Schaltungen im Vergleich: Sram NX 1x11 – Shimano SLX 3x10 – Shimano SLX 2x11


Sram NX 1x11 – Shimano SLX 3x10 – Shimano SLX 2x11


In der dritten Runde steigen der günstigste 1x11-Antrieb von Sram und die Shimano SLX in zwei Ausführungen in den Ring.

Weil Sram seine 2x11-Variante der GX nicht in den Test schicken wollte, schlägt die Shimano SLX gleich doppelt zu. Und zwar im klassischen Dreifach-Aufgebot mit der Kurbelabstufung 40/30/22 und als 2x11-Gruppe mit 11–42er-Kassette. Auf der Waage trennen gerade einmal 80 Gramm die drei Konkurrenten. Auch die Straßenpreise von NX und den beiden SLX-Versionen liegen auf einem vergleichbaren Level. Die NX, für die man keinen XD-Freilauf braucht, bekommt man im Netz bereits ab 240 Euro angeboten. Ganz anders die Bandbreite der drei Schaltungen, also die Gesamtübersetzung vom kleinsten bis zum größten Gang. Irgendeinen Kompromiss muss man bei der Sram NX in jedem Fall eingehen: Entweder fehlt ein adäquater Klettergang, oder man kurbelt bergab ins Leere – zumindest bei sportlicher Fahrweise. Mit der SLX im Zweifach-Setup erreicht man dieselben Werte wie die Shimano XT (siehe Diagramm oben). Wer vom Alpencross bis zur Passabfahrt auf Asphalt den passenden Gang an Bord haben will, ohne das Kettenblatt umzuschrauben, greift zur 3x10-Version mit fein abgestufter 11–36er-Kassette. Rechnet man Überschneidungen und ungünstige Kombinationen heraus, bleiben immer noch 16 "echte" Gänge. Erfreulich bei der NX und der SLX sind die günstigen Verschleißteile. Für etwa 70 Euro kann man bei beiden Schaltgruppen Kette und Kassette erneuern. Das zahlt sich also auch auf lange Sicht aus.

Georg Grieshaber ¹ Preisempfehlung von Sram und Circa-Preisangaben von Shimano für Kurbel, Schaltwerk, Schalthebel inkl. Schelle, Kassette, Kette, BSA-Innenlager. ² BIKE-Messwerte von Kurbel, BSA-Innenlager, Schaltwerk, Schalthebel(n), Kette (116 Glieder), Kassette.


Fazit Ludwig Döhl, Testredakteur:
Für mich sind Dreifach-Übersetzungen Schnee von gestern. Moderne 11fach-Kassetten mit 11–42 Zähnen machen das dritte Kettenblatt an der Kurbel überflüssig. Die SLX 2x11 hat mit 529 Prozent Bandbreite genügend Gänge parat, um jede Lebenslage auf dem Bike zu meistern.



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    Test 2017: Mountainbike-Schaltungen
    Test: Sram Eagle gegen 2/3fach Shimano-Schaltungen
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    Test 2017: Mountainbike Antriebe
    Schaltungsduelle: Sram gegen Shimano
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    Test 2017: Mountainbike Antriebe
    Antriebsgruppen und Komponenten, die man sich leisten kann.

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