Einzeltest 2017: Box One Schaltung Einzeltest 2017: Box One Schaltung

Test 2017: Box One Schaltung für 1x11 Gänge

Schon gefahren: MTB-Schaltung Box One im BIKE-Test

Ludwig Döhl am 23.05.2017

Wer nach Alternativen im Schaltungsbereich sucht, könnte ebenso gut mit einer Wünschelrute durch die Wüste pilgern und warten, bis er auf eine Wasserader stößt. Aber nun kommt das Box-One-Schaltwerk.

Die Platzhirsche Shimano und Sram lassen wenig Konkurrenz im Bereich Fahrrad-Kettenschaltung zu, der Markt bietet kaum eine Auswahl. Box Components, eine amerikanische Firma, die bisher vor allem für hochwertige BMX-Teile bekannt ist, will die Wüstenlandschaft um eine 1x11-Mountainbike-Schaltung bereichern und präsentierte zur Eurobike 2016 ein eigenes Produkt (BIKE berichtete). Aber wie funktioniert die neue Schaltung von Box Components auf dem Trail? Wir haben es getestet.

Erster Eindruck: Das Box-One-Schaltwerk und der dazu gehörige PushPush-Hebel bestehen zu großen Teilen aus Aluminium und faserverstärk­tem Kunststoff. Das Ensemble ist gut verarbeitet. Besonderes Gimmick bei der Bedienung der Box-Schaltung: Die Gänge lassen sich sowohl hoch als auch runter mit nur einem Hebel wechseln. Drückt man den Hebel wie gewohnt mit dem Daumen nach vorne, wechselt man in einen leichteren Gang. Tippt man mit dem Daumen von oben auf den Hebel drauf wie auf einen Kugelschreiber, springt die Kette auf ein kleineres Ritzel.

In der Praxis gewöhnt man sich schnell an die alternative Bedienung. Pro Hebelbewegung springt die Kette wie bei Sram oder Shimano bis zu vier Ritzel auf der Kassette höher in eine leichtere, oder ein Ritzel nach unten in eine schwerere Übersetzung. Die Schaltwerksdämpfung am Box-One-Schaltwerk ist etwas schwächer als die Type-2- oder Shadow-Plus-Technologie der Konkurrenz und kann nicht eingestellt werden. In der Regel reicht die Spannung des Antriebsstrangs aber aus, um die Kette auf den Ritzeln zu halten. In extrem rauem Gelände verspringt die Kette allerdings gelegentlich auf der Kassette.

Einzeltest 2017: Box One Schaltung

Box One Schaltung – Ein Hebel, zwei Schaltrichtungen: Schwenkt der Hebel nach vorne, wandert die Kette auf einen leichteren Gang. Tippt man auf die Daumenmulde wie auf einen Kugelschreiber, fällt die Kette auf ein kleineres Ritzel. Das braucht etwas Eingewöhnung. 

Alles in allem funktioniert die Schaltung gut und stellt eine wirkliche Alternative dar, auch wenn man für den Exotenstatus etwas tiefer in die Tasche greifen muss als für ein Shimano-XT-Modell. Der deutsche Vertrieb Traffic Distribution ruft 200 Euro für das Schaltwerk und 100 Euro für den Hebel auf. Srams X01-Gruppe liegt preislich auf ähnlichem Niveau. Eine Kassette mit einer 11–46er-Übersetzung wird für 120 Euro angeboten, die Schaltung funktioniert aber mit allen 11fach-Ritzelpaketen. 

Box Components: Vor-und Nachteile der Box One Schaltung

PLUS   Bei Pannen ist sowohl das Schaltwerk, als auch der Hebel mit Shimano-Produkten kombinierbar. Die Ersatzteilversorgung auf einer Tour ist also gewährleistet.

MINUS   Bei unserem Vorserienmodell löste sich die Beschichtung vom Käfig und an den Auflagepunkten der Endanschläge ab. Die Funktion wurde nicht beeinträchtigt. 

Weitere Infos auf der Box-Webseite: www.boxcomponents.com

Ludwig Döhl am 23.05.2017
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