SRAM GX: Test der neuen Elffach-Schaltgruppe

SRAM GX: erster Test der günstigen 1x11-Gruppe

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 6 Jahren

In der 1x11-Schaltung sieht SRAM die Zukunft des Mountainbikens. Mit der GX für unter 600 Euro wollen die Amis 1x11 einem breiten Publikum zugänglich machen. Wir haben die GX bereits getestet.

1x11 – zwei Zahlen die polarisieren. Seit SRAM mit der XX1 den ersten Einfach-Antrieb auf den Markt gebracht hat, diskutieren Industrie und Biker heftig über Sinn oder Unsinn der „simplify your life“-Philosophie. Bisher waren die erhältlichen Elffach-Gruppen allerdings teuer und für einen Großteil der Biker eh kaum erschwinglich. Das soll sich nun ändern: mit der GX bringt SRAM jetzt eine preiswerte 1x11-Schaltgruppe auf den Markt, die bereits für weniger als 600 Euro zu haben sein wird.

SRAM GX: Hochwertige Optik und top Schaltfunktion für unter 600 Euro.

SRAM GX: keine funktionellen Einbußen

Doch kann die neue GX funktionell auch mit den wesentlich teureren Schaltgruppen mithalten? Wir sind skeptisch. Laut SRAM sollen bei der GX funktionell keine Einbußen zu erwarten sein. Von X-Sync-Kettenblättern bis zum X-Horizon-Schaltwerk, bei dem sich der Schaltwerkskäfig in Achsebene bewegt – die GX bietet alle wichtigen Funktionen, die bei der XX1 eingeführt wurden. Der günstige Preis resultiert lediglich aus unterschiedlichen Fertigungstechnologien. So werden die Ritzel beispielsweise gestanzt und anschließend zusammengenietet und nicht aus einem Block gefräst. Zudem werden teilweise andere Lager verwendet und es wird auf den Einsatz von Carbon verzichtet.

X-Sync-Kettenblätter halten die Kette sicher auf der Kurbel.

Schnelle Schaltvorgänge mit Grip Shift-Hebel

Um uns selbst einen Eindruck über das Schaltverhalten der neuen SRAM GX zu verschaffen, rollen wir mit dem Testbike auf unsere Hausstrecke am Gardasee. Ein 30er-Kettenblatt ist die passende Wahl für den steilen Anstieg und sollte in Verbindung mit den 42 Zähnen am Heck ausreichend Reserven bieten. Die Gänge wechseln wir, etwas ungewohnt, über den optional erhältlichen Grip-Shift-Schalthebel. Der liegt gut in der Hand und wechselt die Gänge mit dem SRAM-typischen Knacken definiert und schnell. Lediglich auf dem Weg zum größten Ritzel bedarf es etwas mehr Zug am Drehgriff. Ansonsten findet das X-Horizon-Schaltwerk die Gänge präzise und – tatsächlich – ohne spürbaren Unterschied zu den teureren SRAM-Gruppen. Überhaupt kann der Drehgriff wirklich überzeugen: schneller lassen sich am Mountainbike wohl kaum so viele Gänge am Stück schalten, eine echte Alternative zum klassischen Trigger.

Schnell und knackig: der Drehgriff ist eine echte Alternative zum Trigger.

Im flowigen Auf und Ab des Trails verhält sich die günstige Schaltung absolut unauffällig. Erst als der Trail steil abfällt und das Gardasee-typische Gerumpel einsetzt, wird die GX wieder gefordert. Selbst bei großen Brocken und kleinen Sprüngen wird die Kette zuverlässig vom Narrow-Wide-Profil des Kettenblatts gehalten. Der Reibungsdämpfer im Schaltwerk hält die Kette im Zaum und lässt uns überraschend ruhig über den Trail rumpeln. Auf schnellen Passagen kommt die Übersetzungs-Bandbreite allerdings recht schnell an ihre Grenzen. Mittreten oder Aufschließen zum Vordermann gelingt nur noch über die Wahl der Ideallinie.

GX-Schaltwerk mit Reibungsdämpfer und Cage Lock.

Zurück nach Riva geht es dann auf Asphalt. Auch hier zeigen sich die Grenzen von 1x11: die großen Gangsprünge erschweren es, bei schneller Fahrt die passende Trittfrequenz zu finden. Unterstützt dann auch noch Rückenwind die Asphalt-Sause, reicht der dickste Gang mit 30x10 schlicht nicht für das gewünschte Tempo aus. Das Problem ist allerdings nicht neu und zieht sich durch sämtliche 1x11-Gruppen.

Genietetes GX-Ritzelpaket mit 10/42 Zähnen.

Fazit nach der ersten Testrunde

Am Ende bleibt ein durchaus positiver Eindruck von der ersten Ausfahrt mit der GX von SRAM. Funktionell überzeugt die preiswerte Gruppe. Sie schaltet schnell und präzise, vor allem mit dem Grip-Shift-Hebel. Beim „Trockenschalten“ am SRAM-Stand fiel lediglich der etwas kantigere Trigger-Hebel auf. Mit insgesamt fünf Kettenblatt-Größen (30/32/34/36/38) bietet SRAM die Möglichkeit, die Schaltung bestmöglich auf den persönlichen Einsatzbereich abzustimmen. Eine leichte Beschränkung in der Bandbreite lässt sich alllerdings nach wie vor nicht vermeiden. Wer mehr will, sollte daher zur Zweifach-Variante der GX greifen. Die bietet mit 36/24 Zähnen und dem 10/42er-Ritzelpaket eine deutlich größere Bandbreite. Allerdings verzichtet man damit auch auf Kettenblätter mit Narrow-Wide-Profil und das parallel zur Achse laufende Schaltwerk.

SRAM GX – die günstige Elffach-Schaltgruppe im Überblick

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Schlagwörter: Fahrbericht Neuheiten Schaltung SRAM SRAM GX Test


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