Schaltungen

Shimano vs. Sram: MTB-Schaltungen im Vergleich

Christian Artmann

 · 23.11.2015

Shimano vs. Sram: MTB-Schaltungen im VergleichFoto: Hersteller

Die Entscheidung Shimano oder Sram ist mehr Philosophie denn faktenbasiert. Wir haben alle Technologien und Funktionen der beiden MTB-Schaltungshersteller aufbereitet – von Shimano Deore bis Sram X7.

Der Wirtschaftswissenschaftler nennt es Duopolstellung – zwei Marken, die einen Markt quasi allein versorgen. Wenn es um Schaltungs- und Antriebskomponenten fürs Mountainbike geht, sind es Shimano und Sram, die 99 Prozent aller Mountainbikes mit Schaltkomponenten ausstatten.

  Die Shimano XTR-Kurbel gibt es seit 2015 als Ein,- Zwei- und Dreifach-Version. Die abgebildete Kurbel mit drei Kettenblättern hat selbstverständlich die größte Übersetzungs-Bandbreite der drei Varianten.Foto: Hersteller
Die Shimano XTR-Kurbel gibt es seit 2015 als Ein,- Zwei- und Dreifach-Version. Die abgebildete Kurbel mit drei Kettenblättern hat selbstverständlich die größte Übersetzungs-Bandbreite der drei Varianten.

Top-Schaltgruppen bilden zwei Lager

Bei den Top-Gruppen wie Shimanos XTR und Srams XX1, die als Technologieträger die unterschiedlichen Firmenphilosophien plakativ zur Schau stellen, ist der Vergleich einfach: Wer eine Einfach-Schaltung sucht, nimmt Sram, wer die beste 2- oder 3fach-Schaltung will, setzt auf die neue Shimano XTR. Bei weniger exklusiven Gruppen, wie man sie an den meisten Bikes findet (Shimano XT bis Deore und Sram X0 bis X7), fällt es schon schwerer, eine klare Empfehlung auszusprechen.

  Das Schaltwerk der X01-Gruppe von Sram findet man an 1x11-Schaltungen. Es ist kombinierbar mit Kassetten mit 10-42 Zähnen.Foto: Hersteller
Das Schaltwerk der X01-Gruppe von Sram findet man an 1x11-Schaltungen. Es ist kombinierbar mit Kassetten mit 10-42 Zähnen.

Unsere Vergleichstests haben immer wieder gezeigt, dass diese Topseller-Gruppen sich funktional nur noch in Details unterscheiden. Oft sind es subjektive Aspekte und individuelle Vorlieben wie das Schaltgefühl, die noch Differenzierungen erlauben. Vergleicht man Gewichte und Preise sowie die Haltbarkeit typischer Verschleißteile, wird eines deutlich: Shimanos Dömäne sind weiterhin die Dreifach-Gruppen, während bei Zweifach-Schaltungen Sram und Shimano ungefähr gleich aufliegen. Wirtschaftswissenschaftler würden das wohl Duopolstellung nennen.

  Die XT-Gruppe von Shimano dürfte unter sportlichen Mountainbiker die meistgefahrendste Schaltung sein.Foto: Hersteller
Die XT-Gruppe von Shimano dürfte unter sportlichen Mountainbiker die meistgefahrendste Schaltung sein.
Foto: BIKE Magazin

Die Einfach-Schaltungen erreichen bei elf nutzbaren Gängen bis zu 420 % Übersetzungsbandbreite, Zweifach kommt mit 18 nutzbaren Gängen auf bis 500 %, und bei den Dreifach-Kombis bleiben bei 600 % gerade mal 22 nutzbare Gänge von den insgesamt 30. Weitere Fakten dazu gibt es im Übersetzungsratgeber in BIKE 02/15 .

Fazit: Shimano XTR als neue Messlatte

  In den vergangenen Jahren sind an der Kassette immer mehr Ritzel dazugekommen: So verfügen die neuesten Mountainbike-Schaltungen nun hinten über 11 Ritzel, früher reichten 7, 8 oder 9.Foto: Georg Grieshaber
In den vergangenen Jahren sind an der Kassette immer mehr Ritzel dazugekommen: So verfügen die neuesten Mountainbike-Schaltungen nun hinten über 11 Ritzel, früher reichten 7, 8 oder 9.

Schlechte Schaltungen gibt es nicht mehr. Alle hier aufgeführten Schaltgruppen wechseln die Gänge präzise. Die Unterschiede liegen in der Materialgüte und damit bei Preis, Gewicht und Verschleiß. Die Art der Bedienung und die Wahl der Übersetzung bleiben der persönlichen Vorliebe überlassen. Technologisch begeistert uns die neue Shimano XTR Di2. Mit all ihren Funktionen und Möglichkeiten stellt sie die Benchmark in Sachen Schaltfunktion dar. Wir sind gespannt, ob und wann diese Technik auf die preisgünstigeren Gruppen (z. B. XT) übertragen wird. Wer mit elf Gängen klarkommt, für den führt kein Weg an Sram vorbei. 1x11 ist eine Domäne der US-Amerikaner.

Sram vs. Shimano: Die Haupt-Unterschiede der Gruppen liegen beim Preis, Material und Verschleiß

Leicht bedeutet Teuer – Das beweisen die Spitzengruppen von Sram und Shimano eindrucksvoll – allen voran das atemberaubende Technikfeuerwerk der ersten elektronischen Schaltung XTR Di2. Die teure XTR setzt auf viel Innovation und optimal nutzbare Gangsprünge. XT und SLX bieten weiterhin das Optimum an Preis/Leistung, vereint mit hoher Haltbarkeit – nur einen Hauch vor der X9 und X7. Die höheren Preise der X7 und X9 stehen aber nur auf dem Papier, denn die Marktpreise weichen stark ab. Bei den Einfach-Gruppen behauptet Sram seine Vormachtstellung, die sie vor allem den vielen Kettenblatt-Kombis und der 10–42-Kassette zu verdanken hat. Die 1x11-Variante der XTR mit der kleineren 11–40-Kassette und Kettenblättern ab 30 Zähnen ist etwas für Spezialisten, die viel Wert auf feine Gangsprünge legen.

Die ausführliche Tabelle mit den Spezifikationen und Technologien aller Schaltgruppen von Shimano und Sram finden Sie unten zum Download.

Schaltungen: Darauf kommt es uns an

Preis und Leistung, Funktion und Vielfalt, der Gangwechsel als Lebensphilosophie. Bei der Wahl der Schaltung gibt es wenig Schwarz und Weiß, sie ist vielmehr eine Sache der eigenen Präferenzen. Elf Gänge können für den einen Biker völlig untauglich sein, für den anderen sind sie die Erfüllung eines Traumes. Hier sind ein paar Argumente, die Ihre Wahl beeinflussen könnten.

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