Einzeltest 2019: KCNC 12fach-Kassette

Schon gefahren: KCNC 12fach-Kassette

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor einem Jahr

Zwölffach hat sich mit Turbogeschwindigkeit zum neuen Standard entwickelt. Die Schaltvorgänge funktionieren präzise, die große Bandbreite macht Umwerfer überflüssig. Doch es gibt zwei Mankos...

Erstens, die großen Gangsprünge. Zweitens, das hohe Gewicht beziehungsweise der hohe Preis, je nachdem, für welches Ritzelmodell man sich entscheidet. Die Kassette der güns­tigen Sram-NX-Serie (PG 1230) beispielsweise drückt mit üppigen 615 Gramm auf die Waage. Die grazile Highend-Version der X0-Serie (XG 1295) wiegt mit 355 Gramm nur etwa halb so viel, erleichtert den Käufer aber um knapp 400 Euro. Es ist also ein äußerst interessantes Angebot, das die Leichtbauspezialisten von KCNC seit neuestem im Programm haben: eine Zwölffach-Kassette (für XD-Freilauf), die mit 319 Gramm die Gewichtsbestmarke von Sram deutlich unterbietet, gleichzeitig aber viel weniger kostet. Klingt fast schon surreal. Ist es aber nicht. Anders als Sram, wo nur das größte Ritzel aus Alu besteht und die restlichen aus Stahl, fertigt KCNC fünf der zwölf Ritzel aus dem leichten Werkstoff. Und es gibt noch einen Unterschied: Während Sram mit 10–50 eine Bandbreite von 500 Prozent bietet, bringt es der KCNC-Block dank 9–52 auf 578 Prozent. Das hat Vor- und Nachteile, denn die größeren Reserven in Flachpassagen und Steilanstiegen erkauft man sich mit noch heftigeren Gangsprüngen. So viel zur Theorie.

KCNC 12fach-Kassette: Die orangefarben eloxierten Alu-Ritzel der KCNC-Kassette drücken das Gewicht auf Rekordniveau, sind aber sichtlich verschleißanfällig, besonders an den Schaltstellen. 

Ab ins Gelände. Bereits nach ein, zwei Ausfahrten lässt sich ein erstes Zwischenfazit ziehen. Das 9er-Ritzel sorgt für einen derart dicken Gang, dass man schon starken Rückenwind oder ein ordentliches Gefälle braucht, um ihn flüssig zu treten. Auch spürt man die gröbere Staffelung der Gänge. Im Enduro-Betrieb mag das nicht weiter stören. Beim Abspulen von Kilometern allerdings kommt es immer wieder zu "Wohlfühl-Löchern", in denen man verzweifelt zwischen "zu dick" und "zu dünn" herumschaltet. Der Klettergang (52er) tut bei Bedarf aber gute Dienste. Und der Verschleiß? Die Alu-Ritzel zeigten bereits nach wenigen Einsätzen deutliche Spuren vom Schalten. So resistent wie die Kassetten von Sram ist die von KCNC nicht. Vielfahrer sollten daher eher zu Sram greifen.


PLUS   Gewicht, Preis; enorm große Bandbreite mit dickem Tempo- und extremem Berggang; gutes Schaltverhalten


MINUS   Die fünf großen Alu-Ritzel zeigen deutlich schneller Verschleiß als die Stahlritzel der Sram-Kassetten.


Gewicht   319 Gramm


Preis   249 Euro

KCNC 12fach-Kassette



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Schlagwörter: 12fach Kassette KCNC Test


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