• Das dicke Polster macht den SM3 zwar anfangs komfortabel. Mit zunehmender Fahrtdauer sitzt es sich aber etwas durch. Die breite Sattelnase reibt an den recht dicken Oberschenkeln des Testers. Die Aussparung im Dammbereich sorgt für leichten Druck. Durch die sportliche Sitzposition verschiebt sich die Belastung bei unserem Marathonfahrer eher Richtung Schambein. Weit vorne montiert gleicht das der Sattel aber gut aus. Aufgrund schlechter Stabilität während der Fahrt und erhöhtem Druck im Schambereich erhält der SM3 keine Empfehlung aus dem Labor.
  • Die breite Version des Turnix passt optimal zum Sitzknochenabstand des Testers. Die Polsterung ist eher hart und absolut langstreckentauglich. Der Druck verteilt sich großflächig über den Sattel, es treten hier keinerlei Druckspitzen auf. Die Sattelnase weist zwar eine leichte Kurvierung auf, drückt aber nicht auf den Dammbereich. Im Labor zeigt der Turnix das gleichmäßigste und beste Druckbild und kann ohne Einschränkung empfohlen werden.
  • Der Prologo fällt im Vergleich eher schmal aus, seine Polsterung ist straff und recht sportlich. Auf der kurzen Nase verhindern kleine Saugnäpfe, dass der Fahrer auf dem Sattel umherrutscht. Obwohl der Sattel auf nicht allzu langen Ausfahrten komfortabel scheint, zeigen sich im Druckbild auffällige Verteilungen. Der Fahrer sitzt etwas einseitig im Sattel, im Dammbereich bilden sich leichte Druckspitzen. Vom Labor gibt es daher nur eine bedingte Empfehlung.
  • Beim Selle Italia wurde die Breite passend zum Fahrer gewählt. Das Problem ist in diesem Fall die sehr große Aussparung. Sie schränkt die nutzbare Sitzfläche stark ein. Der Druck verlagert sich auf die Kanten neben der Aussparung, dort bilden sich Druckspitzen. Der Fahrer findet nur schwer eine passende Sitzposition, was sich in einer ungleichmäßigen Druckverteilung und schlechter Stabilität im Sattel niederschlägt. Für diesen Fahrer kann der Sattel nicht empfohlen werden.
  • Der Phenom ist mit einer breiten aber unauffälligen Nase ausgestattet. Hinten ist der Sattel etwas hochgezogen, dadurch kann die Kraft gut aufs Pedal übertragen werden. Die Polsterung ist auch auf langen Strecken sehr komfortabel. Leichte Druckstellen bilden sich an den Außenseiten des breiten Hecks. Auch an der Seiten der Aussparung entsteht etwas erhöhter Druck. In diesem Fall wäre die Aussparung nicht nötig und würde zu einer Erweiterung der nutzbaren Sitzfläche führen. Vom Labor bedingt empfehlenswert, im Praxistest aber überzeugend.
  • Auch beim Marathon-Fahrer erfordert der SQlab Sattel eine sehr präzise Einstellung. Der Sattel funktioniert nur, wenn die Nase vorne etwas höher gestellt wird. Dann sitzt der Fahrer aber fast ausschließlich auf den Sitzknochen. Die Polsterung ist für den Marathon-Einsatz recht komfortabel. Druckspitzen entstehen nur an den dafür vorgesehenen Sitzknochen. Der Dammbereich wird gut entlastet, hier geht das Konzept des Stufensattels voll auf.