• Der Ergon SME3 in der schmalen Ausführung passt optimal zum Sitzknochenabstand des Fahrers. Die Polsterung ist komfortabel, aber auch für längere Touren gut geeignet. Der flache Sitzbereich verteilt den entstehenden Druck recht gut. Als störend empfand der Tester die etwas breite Sattelnase, die jedoch den Dammbereich sauber entlastet. Der Druck ist eigentlich gut auf den Sitzknochen verteilt, allerdings zeigt die Druckmessung eine ungleichmäßige seitliche Verteilung. Der Tester verspührt Reibung am Oberschenkel und an der dicken Naht am Sattel und weicht diesen Punkten während der Fahrt aus. Aus diesen Gründen gibt es für unseren Enduro-Piloten vom Labor keine Empfehlung für diesen Sattel.
  • Der Pro Falcon fällt am Heck fast etwas schmal für den Fahrer aus, könnte also in der breiteren Version gefahren werden. Das ist aber auch das einzige Manko des Sattels. Das Druckbild zeigt eine optimale Druckverteilung auf den beiden Sitzknochen. Der Dammbereich ist völlig entlastet. Die schmale Sattelnase gibt den recht dicken Oberschenkeln genügend Bewegungsspielraum beim Treten. Uneingeschränkte Empfehlung aus dem Labor und auch der Fahrer fühlte sich wohl auf dem Pro.
  • Der Scratch X14 ist ein recht stark kurvierter Sattel, dadurch ergibt sich – wie auch im Druckbild ersichtlich – eine recht große Auflagefläche. Gleichzeitig fällt die Sitzfläche an den Flanken stark ab, wodurch nur noch wenig Druck auf den Sitzknochen liegt und mehr Belastung auf den Dammbereich gelenkt wird. Der Fahrer sitzt fast wie in einem Reitsattel integriert. Das führt zwar zu einer guten Kraftübertragung, gleichzeitig aber auch zu hohem Druck im Dammbereich. Das zeigt sich auch im Druckbild an der ungleichmäßigen seitlichen Druckverteilung. Auch hier weicht der Fahrer wieder der unkomfortablen Haltung aus. Das Labor empfiehlt dieses Modell nicht.
  • Der SLR XC passt von der Breite sehr gut zur Anatomie des Fahrers. Die Sitzknochen können viel Druck aufnehmen. Es gibt keine unangenehmen Spitzen, der Druck verteilt sich gleichmäßig auf beide Seiten. Die Polsterung fällt recht straff aus, aber nicht unkomfortabel und eignet sich sehr gut für ausgedehnte Touren. Vom Labor erhält der SLR XC nur eine bedingte Empfehlung, da im Dammbereich leichte Druckspitzen gemessen werden. In der Praxis konnte der Sattel allerdings vollkommen überzeugen.
  • Auch der Henge passt von der Breite sehr gut zum Fahrer. Die Polsterung fällt etwas weicher aus als bei Selle Italia. Der Sattel baut insgesamt relativ flach, wodurch sich der Druck gut verteilen kann. Die Vertiefung in der Mitte ist in diesem Fall aber eigentlich unnötig und schmälert den nutzbaren Sitzbereich etwas. Durch die breite Sattelnase entsteht am Oberschenkel etwas Reibung. Im Labor zeigen sich leichte Druckstellen im Dammbereich, in der Praxis sind diese aber nicht spürbar. Insgesamt ist der Henge für unseren Tester empfehlenswert.  
  • Viel nutzbare Sitzfläche und die angenehme Polsterung machen den 611 Active zum komfortablen Begleiter – wenn er zum Fahrer passt. Die passende Sitzposition war für den Fahrer nur schwer zu finden, bei waagrechter Ausrichtung rutscht der Fahrer von der Entlastungsstufe. Bei passender Ausrichtung (Sattelnase leicht nach oben) ergeben sich ungünstige Druckspitzen im Dammbereich. Es lastet zwar viel Druck im Bereich der Sitzknochen, der Fahrer sitzt aber nicht stabil auf dem Sattel, das verdeutlicht die Video-Analyse. Zusätzlich übernehmen die Hände mehr Stützarbeit als gewöhnlich. Hier gibt es vom Labor keine Empfehlung.