Wolfpack-Reifen Cross & Race im Test Wolfpack-Reifen Cross & Race im Test Wolfpack-Reifen Cross & Race im Test

Test Wolfpack Race MTB/CrossReifen

Wolfpack-Reifen Cross & Race im Test

  • Stefan Loibl
  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 2 Jahren

Neben Pirelli und Goodyear ist Direktversender Wolfpack der neue Stern am MTB-Reifen-Himmel. Wir konnten die Cross-Country-Kombination Cross und Race bereits ausgiebig in der Praxis testen.

Obwohl Compounder maßgeblich die Eigenschaften eines Reifens bestimmen, tauchen sie selten aus der Versenkung auf. Wolfgang Arenz ist der Mann hinter den bekannten MTB-Mischungen wie Black Chili, Gripton oder Addix. Seit vergangenem Jahr macht der Gummi-Professor aus dem Sauerland, wie er genannt wird, mit Wolfpack eigene Reifen. Und zwar im Direktvertrieb.

Henri Lesewitz Ein Leben lang mit Gummi: Über 30 Jahre entwickelte Wolfgang Arenz (53) zunächst Auto- und später Fahrradreifen für Continental. Danach belebte er drei Jahre lang das Reifensegment bei Specialized. Sein letzter Coup: die aktuellen Addix-Gummimischungen von Schwalbe.

Interview Wolfgang Arenz (Wolfpack)


BIKE: Was sind die größten Herausforderungen, um mit Deinem eigenen Produkt im Vergleich zu den Großen am Markt konkurrenzfähig sein zu können?
Wolfgang Arenz: Konkurrenzfähig bin ich auf jeden Fall. Ich habe einen guten Reifenhersteller gefunden, der Top-Produkte mit sehr guter Qualität herstellt und mich bereits von meiner Zeit bei Continental und Specialized kennt. Das erleichtert die Zusammenarbeit ungemein. Mit Astana und Mitchelton Scott sind sogar schon zwei UCI-World-Tour-Teams auf meinen Reifen unterwegs, was bestätigt, wie gut die Reifen funktionieren. (Mitchelton Scott fährt mittlerweile Pirelli, Anm. d. Redaktion).


Bist Du Materialsponsor für die beiden Teams? Wie kannst Du Dir das leisten?
Nein, die beiden Teams sind so von den Produkten überzeugt, dass sie die Reifen sogar kaufen.


Hast Du auch im MTB-Bereich ein paar namhafte Profis an der Hand, die bereits Deine Reifen fahren?
Ich habe ein paar Fahrer, die meine Produkte fahren und ausgiebig testen. Ein großes Team ist momentan aber nicht dabei. Mit dem Straßenrennsport bin ich deutlich enger vernetzt.


Was zeichnet einen guten Mountainbike-Reifen überhaupt aus?
Ich denke, dass Profil spielt bei einem MTB-Reifen die größte Rolle. Wenn ich eine Prozentzahl nennen müsste, würde ich sagen: 60 Prozent macht das Profil aus, 30 Prozent die Gummimischung und etwa zehn Prozent die Karkasse.


Deine Reifen kosten sowohl im Direktvertrieb als auch im Fachhandel etwa 40 Euro. Wie kommen die verhältnismäßig günstigen Preisen zustande?
Ich möchte einen fairen Preis im Markt etablieren, um den kleinen Händler ums Eck zu stärken. Der kauft Teile teilweise zu höheren Preisen ein, als sie die großen Online-Händler bieten. Eine Preisstaffelung im Einkauf, je nach abgenommener Menge, wird es bei mir daher nicht geben.

Henri Lesewitz Wolfgang Arenz gilt als eine Koryphäe bei der Reifen-Entwicklung. Bekannte, erfolgreiche Mischungen von Continental, Specialized und Schwalbe gehen auf seine Kappe.

Die Cross-Country-Kombination von Wolfpack im Praxistest

Wolfpack empfiehlt für Cross-Country-Biker: den „Cross“ vorne und am Hinterrad den „Race MTB“. Wir haben die Reifen-Kombi an einem Hardtail und einem Trailbike etwa 800 Kilometer gefahren. In Sachen Rollwiderstand und Gewicht können die 29er-Pneus nicht mit den Marktbesten mithalten. Zum Vergleich: Ein Set aus Schwalbe Racing Ray und Racing Ralph wiegt in 29x2,25 Zoll 625/622 Gramm. Allerdings rollen die Wolfpack-Reifen sehr leise und lassen sich einfach tubeless montieren. Der Race MTB am Hinterrad sorgt für gute Traktion, auch auf losem Untergrund und schlammigen Böden. Überrascht waren wir vom überzeugenden Grip der Gummimischung. Selbst mit nassen Wurzeln oder Steinen stehen die sportlichen Wolfpack-Pneus nicht auf Kriegsfuß. Ein Ausbrechen kündigt sich frühzeitig an. Während unseres gesamten Tests auf unterschiedlichsten Untergründen hatten wir keinen einzigen Platten. Das spricht für den guten Pannenschutz des ToGuard Compounds, das Wolfpack in allen seinen drei bisher angebotenen MTB-Reifen verwendet.

Stefan Loibl Eine sichere Bank in Sachen Traktion und Pannenschutz: der Wolfpack Race MTB nach 800 Kilometern am Hinterrad. Auch die Langlebigkeit ist sehr gut, kaum Verschleiß zu sehen.

Stefan Loibl Wir sind den Cross am Hardtail nur am Vorderrad gefahren. Für Trailbikes bietet es sich an, den Wolfpack-Reifen hinten und vorne zu fahren.

Technische Daten zu den MTB-Reifen Wolfpack Cross/Race

  • Gewicht: 738 / 706 Gramm
  • Größe: 29 Zoll
  • Breite: 2,25 / 2,2 Zoll
  • Preis: je 39,99 Euro
  • tubeless ready
  • Gummimischung/Pannenschutz: ToGuard Compound
  • Ausgewählter Fachhandel und Direktvertrieb über www.wolfpack-tires.com

Testfazit

Durch den überzeugenden Grip und guten Pannenschutz sehen wir die 700-Gramm-Reifen von Wolfpack eher an Trailfullys als an Racebikes. Allerdings entwickelt Wolfgang Arenz gerade einen schnellen Race-Reifen (MTB Speed). Wir sind gespannt!

Update: Auch die aktuellen Modelle des Race MTB sollen laut Wolfgang Arenz mittlerweile mit 639-660 Gramm leichter sein als unsere Testreifen.


Einen großen Reifen-Vergleichstest mit den neuesten Wolfpack-Reifen samt Labordaten lesen Sie demnächst in BIKE.

Themen: 29 ZollCross CountryInterviewMarathonPortraitReifenSauerlandTest 2019Wolfpack


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