Test MTB-Reifen: günstig gegen teuer

Doppelter Preis, doppelter Grip? Reifen im Preis-Check

  • Florentin Vesenbeckh
 • Publiziert vor 3 Jahren

MTB-Reifen sind Tuning-Teil Nummer eins, aber gleichzeitig auch Verschleißteil Nummer eins. Lohnt sich der Griff zu teuren Modellen? Ein Test in Labor und Praxis.

32,90 Euro kostet Continentals nagelneuer Mountain King-Reifen in der günstigen Performance-Variante. 62,90 Euro müssen für das Topmodell mit Black Chili berappt werden – fast das Doppelte! Dabei sind die beiden MTB-Reifen auf den ersten Blick identisch. Beide faltbar, beide voll tubelessfähig, identisches Profil. Worin liegt der Unterschied und vor allem: Lohnt sich die Investition wirklich?

Same same but different: Nur die Aufschrift BlackChili Compound verrät den Unterschied, der den Reifen 30 Euro teurer macht.

Ob teuer oder billig, das entscheiden zu einem großen Teil Produktionsaufwand und Materialkosten. Bleiben wir beim Beispiel Continental: Die Topmodelle, genannt Protection, werden in Deutschland gefertigt, entsprechende Löhne und Arbeitsbedingungen inklusive. Die günstigen Modelle stammen aus Fernost, wie übrigens fast alle gängigen Mountainbike-Reifen. Bei Continental fließt ein Teil des Geldes also auch in das Label „Made in Germany“ .

Handmade in Germany. Hochwertige Produktion, teurerer Preis. Macht sich das in der Praxis bemerkbar? Wir haben´s ausprobiert.

Weiter geht´s bei den Rohstoffen, zum Beispiel den Gummimischungen. Die meisten Laufflächen bestehen aus einem Gemisch aus Naturkautschuk und künstlich hergestelltem Kautschuk, die Preisunterschiede der Rohstoffe sind enorm. Während günstige Reifen mit einer Standardmischung belegt werden, kommen bei den teuren Modellen der meisten Hersteller individuell angepasste Gummis zum Einsatz. Heißt konkret: Bei günstigen Reifen wird kein Unterschied zwischen einem Reifen für den Cross Country- oder Enduroeinsatz gemacht. Bei teuren Bike-Reifen wird die Gummimischung für CC-Reifen auf Rollwiderstand getrimmt, während bei Enduro-MTB-Reifen Grip und Dämpfung optimiert werden. Dadurch steigt der Produktionsaufwand. Aber wie wirkt sich das auf die Fahreigenschaften eines MTB-Reifens aus?

Die Guillotine im Testlabor entblößt Schwächen beim Durchschlagschutz sofort. Ist teuer gleich sicher?

Wagen wir zuerst einen Blick auf die Laborwerte. Der Continental Mountain King Performance wiegt 770 Gramm, die teure Protection-Variante des Mountain King rund 715 Gramm. Für Grammfuchser ein deutlicher Unterschied, zumal das Gewicht am Reifen beim Beschleunigen doppelt zählt. Der nächste Test relativiert den Vorteil etwas. Die Guillotine, die den Durchschlagschutz der Reifen testet, lässt dem teuren Conti schon etwas früher die Luft ausgehen als seinem günstigeren Pendant. Mehr Gewicht bringt mehr Pannenschutz, dieses Credo können auch hochwertige Materialien nicht durchbrechen.

Auf dem Rollenprüfstand bei der Firma Ralf Bohle haben wir die Rollwiderstände für alle Reifenpaarungen ermittelt. Können sich die teuren Reifen von ihren günstigen Pendants absetzen? 

Und wie wirken sich die teuren Gummimischungen auf Grip und Traktion der Reifen aus?

Den ausführlichen Test von zehn Reifenpaarungen aus dem Touren-/Trail- und Cross Country-Bereich (z.B. Schwalbe Rocket Ron, Maxxis Ikon oder Onza Canis) mit allen Laborwerten und Fahreindrücken lesen Sie in BIKE 5/2018 – ab 3. April am Kiosk.

Der Reifentest ist nur eines von vielen spannenden Themen in BIKE 5/2018. Das Heft gibt´s ab 3. April am Kiosk, im  DK-Onlineshop  und als  Digital-Ausgabe  für alle Endgeräte.

Themen: BIKE 5/2018Continentalmade in germanyReifenReifentest


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