Motoren

Die 6 wichtigsten E-MTB-Antriebe im Vergleich

Stephan Ottmar

 · 04.07.2017

Die 6 wichtigsten E-MTB-Antriebe im VergleichFoto: Ronny Kiaulehn
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Shimano bläst zum Angriff auf Bosch. Kann der Steps E8000 dem Schwaben-Antrieb den Rang streitig machen? Oder gibt es gar einen Überraschungssieger? Sechs Antriebe für E-Mountainbikes im Vergleich.

Es hatte schon immer etwas Epochales, wenn Shimano Neuheiten präsentierte. Zuerst werden gezielt Gerüchte gestreut, dann werden Erlkönige gesichtet. Und bis zum Verkaufsstart haben die Komponenten dann oft schon Kultstatus. P1 bis P5 bezeichnet fünf aufeinander folgende Prototypen-Stadien, die Shimanos neuer Steps-E8000-Motor von der ersten Vorstellung im Frühjahr 2016 bis zur Serienreife Anfang 2017 durchlief. In dieser Phase überschlug sich die Fachwelt mit Spekulationen, Einschätzungen und ersten Fahrberichten. Fakt jedoch ist: Seriös testbare Serienmotoren gibt es erst seit Anfang 2017.


Diese Antriebe finden Sie im Test:

  • Bosch Performance CX
  • Brose
  • Panasonic Multi Speed
  • Shimano Steps E8000
  • TQ-Systems TQ120s
  • Yamaha PW
Yamaha PWFoto: Markus Greber
Yamaha PW
Bosch Performance CX
Foto: Markus Greber
Bosch Performance CX
Brose
Foto: Markus Greber
Brose
Panasonic Multi Speed
Foto: Markus Greber
Panasonic Multi Speed
Shimano Steps E8000
Foto: Markus Greber
Shimano Steps E8000
TQ-Systems TQ120s
Foto: Markus Greber
TQ-Systems TQ120s
Yamaha PWFoto: Markus Greber
Yamaha PW
Bosch Performance CX
Foto: Markus Greber
Bosch Performance CX
Bosch Performance CX
Brose
Panasonic Multi Speed
Shimano Steps E8000
TQ-Systems TQ120s
Yamaha PW

Klein, leicht, kompakt und von Fahrradfahrern für Fahrradfahrer – Vorschusslorbeeren bekommt Shimano auch aus Kreisen der Bike-Hersteller. Der Steps E8000 baut kompakter als die deutsche Konkurrenz und bietet mehr Gestaltungsspielraum. Mit kürzeren Kettenstreben und schmalerem Q-Faktor sind dank Shimano jetzt Geometrien möglich, die deutlich näher am klassischen Mountainbike liegen. Zudem wiegt der Fernost-Motor ein gutes Kilo weniger als der Bosch CX. Weiterhin kann Shimano als Komplettanbieter den Motor bestens an die Schaltlogik der hauseigenen Di2-Shifter anpassen. Bosch, Yamaha und Co. können keine eigenen weiteren Komponenten anbieten und bleiben mit nur dem Motor immer Drittlieferanten. All das sind Argumente, warum viele Bike-Hersteller schon im Jahr der Markteinführung des Steps-Motors von Bosch auf Shimano umschwenken – obwohl Langzeiterfahrungen des neuen Motors fehlen.

Hat Shimanos Neuer die Vorschusslorbeeren zurecht verdient? Wir haben die ersten Serienmodelle des neuen Fernost-Antriebes im großen Praxistest gegen die bewährten Systeme antreten lassen. Neben dem Topseller Bosch CX mit im Testfeld: der Panasonic Multispeed mit integriertem Zweiganggetriebe, das Integrations-Multitalent Brose, der potente TQ120s und der bewährte Yamaha PW. Für die Bewertung haben wir Testkriterien definiert, die wir auf standardisierten Geländeereignissen abgefragt haben.


Leistung und Elastizität

"Auf Dauer hilft nur Power" – so abgedroschen diese Phrase auch sein mag, so sehr trifft sie beim E-MTB-Motor zu. King of Power ist der TQ – das Aggregat der Bayern zieht allen Konkurrenten davon. Bosch, Panasonic und Shimano liegen bei der maximalen Power etwa auf einem Niveau. Yamaha liefert schon spürbar weniger Leistung, und Brose markiert das Schlusslicht.

Unterschiede gibt es auch bei der Elastizität. Dieser Begriff beschreibt, wie stark die Antriebsleis­tung bei zunehmender Kadenz abfällt. Wer vor einem Steilstück in klassischer Mountainbike-Manier – ohne zu schalten – stark beschleunigt und Geschwindigkeit aufbaut, hat am Anfang der Steigung oft das Gefühl, jemand ziehe ihn von hinten am Trikot. Yamaha verliert hier am meisten Leistung, auch bei Panasonic und Brose ist der Effekt deutlich wahrnehmbar. Selbst bei Bosch und Shimano wünschen wir uns im oberen Bereich des Drehzahlbandes mehr Druck. Hier heißt es zwar Gleichstand nach Punkten, aber die Leistungscharakteristik der beiden Rivalen ist grundverschieden. Der Turbomodus bei Bosch schiebt gefühlt einen Tick stärker als die Boost-Stufe von Shimano. Schaltet man bei Shimano jedoch auf Trail, dann zieht der Newcomer ganz andere Seiten auf: Überaus sensibel auf jede kleinste Druckveränderung am Pedal, passt sich der Steps E8000 den Pedaliergewohnheiten des Fahrers an. Je aggressiver man in die Pedale tritt, desto mehr Zusatz-Power stellt das Aggregat zur Verfügung. Und wären da nicht die deutlichen Heulgeräusche und das spürbare Ein-und Aussetzen beim Wiederantritt und beim Überschreiten der 25-km/h-Marke – man könnte glatt vergessen, dass man auf einem E-MTB sitzt.


Der Kampf gegen den Widerstand

Jeder weiß, wie schwer der Umstieg vom E-MTB auf ein unmotorisiertes Bike fällt. Man fühlt sich, als ob man mit einer unsichtbaren Handbremse fährt. Noch schlimmer ist jedoch das Fahren mit abgeschaltetem Motor. In dem Fall schleppt man nicht nur eine Menge Übergewicht mit sich herum, sondern man tritt bei manchen Motoren noch gegen einen mehr oder weniger großen inneren Widerstand an. Der kommt durch Reibungsverluste bei denjenigen Motoren zustande, die direkt mit dem Antrieb gekoppelt sind. Der innere Widerstand stört jedoch nicht nur, wenn man mal mit leerem Akku heimtreten muss. Auch wenn man oft jenseits der 25-km/h-Schwelle unterwegs ist, sollte dieses Kriterium maßgeblich die Kaufentscheidung beeinflussen. Wer im Mittelgebirge unterwegs ist, wo es eher flach auf und ab geht, sollte sich für ein Bike mit Motor ohne diese Eigenart entscheiden. In der Top-Liga spielen hier Brose und TQ. Bikes mit diesen Motoren lassen sich ganz ohne Widerstand treten. Auch Yamaha und Shimano liefern noch ordentliche Werte. Als problematisch in dieser Disziplin erweisen sich Bosch und Panasonic. Beide Aggregate bauen ohne Motorunterstützung hohe Widerstände auf und machen das Pedalieren zum Kraftakt.

  Wer Rampen erklimmt, braucht Vertrauen in den Motor statt Kurbeldrehzahl. Alle Antriebe besitzen die beste Steigfähigkeit bei langsamer Trittfrequenz. Foto: Markus Greber
Wer Rampen erklimmt, braucht Vertrauen in den Motor statt Kurbeldrehzahl. Alle Antriebe besitzen die beste Steigfähigkeit bei langsamer Trittfrequenz. 


Unterstützungsstufen und Bedienung

Wie viele Unterstützungsstufen man braucht, ist mittlerweile fast zu einer Glaubensfrage geworden. Da gibt es die Fraktion, die ihren Motor am liebsten vergessen würde und die immer in der gleichen Stufe fährt. Andere wechseln die Fahrstufe oft – sei es um Strom zu sparen, die Geschwindigkeit an unmotorisierte Mit-Biker anzupassen, oder um das Fahrverhalten des Bikes in schwierigem Gelände zu verändern. Wir sind der Meinung: Mehr Unterstützungsstufen schaden nicht. Wir würden uns sogar einstimmig eine stufenlose Regelbarkeit der Power wünschen.

Wir haben die Anzahl der Unterstützungsstufen nicht bewertet – zu individuell sind die Meinungen darüber. Wer sich aber zur Gruppe der Vielschalter zählt, kommt mit TQ und Bosch am besten klar. Beide bieten eine sinnvolle Abstufung und zudem eine gute Haptik der Bedienelemente. Brose und Yamaha besitzen auch auf der größten Stufe weniger Leistung, deshalb wechselten wir hier nur selten die Unterstützungsstufen.

Panasonic liefert in Sachen Anzeige und Steuerung das volle Programm. Kaum ein Feature, welches nicht in den Menüs des großen Farb-Dispays zu finden wäre. Der Gangwechsel im Getriebeinneren läuft allerdings mit einer merklichen Verzögerung ab.

Shimano bietet von der Bedienlogik her das beste Konzept: Das kleine Di2-ähnliche Display sitzt, perfekt geschützt, an der Unterseite des Lenkers. Dort zeigt es die wichtigsten Informationen an. Der Schalter für die Unterstützungsstufen besitzt die Ergonomie eines Rapidfire-Schalthebels und lässt sich bestens bedienen. Die drei Stufen reichen vom Stromsparmodus Eco bis hin zum kraftvollen Boost-Modus. Dazwischen liegt der Trail-Modus, den man nicht einfach als mittelstarke Stufe verstehen sollte, sondern der vielmehr eine ganz eigene Charakteristik besitzt (siehe oben).


Schiebehilfen werden erwachsen

Was tun, wenn der Trail so steil und verblockt wird, dass es im Sattel nicht mehr weitergeht? Eine starke Schiebehilfe sollte hier Pflicht sein. Doch die waren bis zur letzten Motorengeneration kaum brauchbar: zu schwach und vor allem völlig unergonomisch zu bedienen. Doch mit den neuen Motoren und Bedienelementen haben einige Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht. Shimano hat natürlich die Fehler der Konkurrenz genau analysiert. Kaum verwunderlich, dass die Japaner bei ihrem E-MTB-Debut zwei Schritte weiter sind. Man stellt auf Walk, hält den Hebel gedrückt, und der Motor schiebt – unabhängig vom gewählten Gang – vehement an. Aber auch Bosch hat sich verbessert, zumindest beim neuen Purion-Display. Fingerakrobatik wie beim alten Intuvia-System ist passée, der Walk-Modus funktioniert jetzt deutlich ergonomischer. Bei den anderen Systemen steckt noch Entwicklungsbedarf. Winzige Schalter, kaum Kraft – kein System kann in puncto Power und Ergonomie Shimano das Wasser reichen. Nicht testbar war die Schiebehilfe am TQ-Motor. Das Test-Bike war in dem Fall ein Prototyp, bei dem die an sich vorhandene Schiebehilfe nicht vorhanden war.


Akku-Kapazität und Reichhöhen

Wie hoch kommt man mit einem Akku – die Gretchenfrage lässt sich mit dem reinen Blick auf die Antriebe nicht beantworten. Denn hier spielen Rollwiderstand der Reifen, Effizienz der Kinematik, Gewicht und einige andere Faktoren eine Rolle. Den größten Einfluss auf die Reichhöe hat jedoch die Kapazität der Batterie – vergleichbar mit dem Tankinhalt beim Auto. Mit 432 Wattstunden ist die Reichhöhe des Panasonic-Antriebs beim Flyer recht begrenzt. Bosch und Shimano bieten maximal 500 Wattstunden an. Bei Brose sind es bis 680 Wattstunden. Egal, welcher Antrieb, mit viel mehr wie 1400 Höhenmetern darf man nicht rechnen. Für große Touren bleibt ein Wechsel-Akku im Rucksack daher unerlässlich. Aufgrund ihrer kompakten Bauform sind der Bosch- und der Shimano-Akku nach unserer Einschätzung für Touren erste Wahl. Beide wiegen etwa 2600 Gramm. Das ist nicht wenig, aber auf Tour durchaus zumutbar. Die großen und meist schwereren Batterien der Konkurrenz lassen sich dagegen kaum im Rucksack verstauen.


Fazit von Dipl.-Ing. Stephan Ottmar:
Unterm Strich läuft der Motorenvergleich auf ein Duell zwischen dem altbewährten Bosch-Performance-CX-System und dem neuen Steps-E8000-Antrieb von Shimano hinaus. In manchen Disziplinen kommt der kleine Japaner dem deutschen Herausforderer gefährlich nahe, in manchen kann er ihn sogar überholen. Mit seiner kompakten Form und dem geringen Gewicht wird der Fernost-Antrieb vor allem im Highend-Bereich für Furore sorgen. Denn er macht es den Bike-Herstellern möglich, kompakte, wendige und deutlich leichtere Bikes zu bauen. Zudem bietet er im Trail Modus ein lebendiges, intuitives Fahrverhalten, das sehr nahe an die natürliche Biomechanik beim Biken herankommt. Deklassieren kann er das bewährte Bosch-System jedoch nicht. Mit seinen vier sinnvollen Unterstützungsstufen wählt man hier präzise seine individuelle Zusatz-Power. Und im kräftigen Boost-Modus ist der CX über jeden Zweifel erhaben.

  Stephan Ottmar, Testleiter EMTBFoto: Robert Niedring
Stephan Ottmar, Testleiter EMTB
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DISPLAYS


1 + 2 Bosch

Das neue, kleine Lenker-Display Purion (1) mit integriertem Bedienteil sitzt gut geschützt außen am Lenker. Das Manko ist die Bedienbarkeit der Schaltstufen, sie bieten wenig Rückmeldung. Im Vergleich zum größeren Bosch Intuvia (2) fallen die Ziffern natürlich kleiner aus. Der Intuvia-Umschalter neben dem Griff gibt wesentlich besseres Feedback beim Umschalten.­­­

   1 + 2 BOSCH: Das neue, kleine Lenker-Display   Purion (Foto 1) mit integriertem Bedienteil sitzt gut geschützt außen am Lenker. Das Manko ist die Bedienbarkeit der Schaltstufen, sie bieten wenig Rückmeldung. Foto: Markus Greber
1 + 2 BOSCH: Das neue, kleine Lenker-Display Purion (Foto 1) mit integriertem Bedienteil sitzt gut geschützt außen am Lenker. Das Manko ist die Bedienbarkeit der Schaltstufen, sie bieten wenig Rückmeldung. 
   BOSCH: Im Vergleich zum größeren Bosch-Intuvia (Foto 2) fallen die Ziffern natürlich kleiner aus. Der Intuvia-Umschalter neben dem Griff gibt wesentlich besseres Feedback beim Umschalten.­­­Foto: Markus Greber
BOSCH: Im Vergleich zum größeren Bosch-Intuvia (Foto 2) fallen die Ziffern natürlich kleiner aus. Der Intuvia-Umschalter neben dem Griff gibt wesentlich besseres Feedback beim Umschalten.­­­


3 Mini-Display für Brose

Brose bietet durch seine offene Elektronikschnittstelle den Bike-Herstellern die Anbindung verschie- denster Displays. Ein extrem Minimalistisches verbauen Bulls und Rotwild. Unter dem Kippschalter glimmt die Anzeige für die aktuelle Geschwindigkeit und die eingelegte Unterstützungsstufe. Das erzeugt einen extrem aufgeräumten Look am Lenker.

   3 Mini-Display für BROSE: Brose bietet durch seine offene Elektronikschnittstelle den Bike-Herstellern die Anbindung verschie- denster Displays. Ein extrem Minimalistisches verbauen Bulls und Rotwild. Unter dem Kippschalter glimmt die Anzeige für die aktuelle Geschwindigkeit und die eingelegte Unterstützungsstufe. Das erzeugt einen extrem aufgeräumten Look am Lenker.Foto: Markus Greber
3 Mini-Display für BROSE: Brose bietet durch seine offene Elektronikschnittstelle den Bike-Herstellern die Anbindung verschie- denster Displays. Ein extrem Minimalistisches verbauen Bulls und Rotwild. Unter dem Kippschalter glimmt die Anzeige für die aktuelle Geschwindigkeit und die eingelegte Unterstützungsstufe. Das erzeugt einen extrem aufgeräumten Look am Lenker.


4 Panasonic


...setzt auf ein sehr großes, gut ausgestattetes Display. Es sitzt exponiert in der Lenkermitte und stellt zahlreiche, praktische Informationen bis hin zur Wattmessung zur Verfügung. Die Steuerung erfolgt mit dem Daumen über ein Bedienteil mit Vibrationsrückmeldung am Lenkerende. Das Handling ist jedoch aufgrund der Vielzahl von Optionen und Knöpfen komplex.

   4 PANASONIC setzt auf ein sehr großes, gut   ausgestattetes Display. Es sitzt exponiert in der Lenkermitte und stellt zahlreiche, praktische Informationen bis hin zur Wattmessung zur Verfügung. Die Steuerung erfolgt mit dem Daumen über ein Bedienteil mit Vibrationsrückmeldung am Lenkerende. Das Handling ist jedoch aufgrund der Vielzahl von Optionen und Knöpfen komplex.Foto: Markus Greber
4 PANASONIC setzt auf ein sehr großes, gut ausgestattetes Display. Es sitzt exponiert in der Lenkermitte und stellt zahlreiche, praktische Informationen bis hin zur Wattmessung zur Verfügung. Die Steuerung erfolgt mit dem Daumen über ein Bedienteil mit Vibrationsrückmeldung am Lenkerende. Das Handling ist jedoch aufgrund der Vielzahl von Optionen und Knöpfen komplex.


5 Shimano


...hat die Bedürfnisse von Mountainbikern verstanden. Das Display sitzt optimal vor Stürzen und Steinschlag geschützt an der Unterseite des Lenkers. Die Einknopfbedienung ist simpel, es bietet Einstellmöglichkeiten per Bluetooth. Schaltstufen und Schiebehilfe aktiviert man über einen äußerst ergonomischen Hebel, der den freigewordenen Platz des linken Shifters nutzt.

   5 SHIMANO hat die Bedürfnisse von Mountainbikern verstanden. Das Display sitzt optimal vor Stürzen und Steinschlag geschützt an der Unterseite des Lenkers. Die Einknopfbedienung ist simpel, es bietet Einstellmöglichkeiten per Bluetooth. Schaltstufen und Schiebehilfe aktiviert man über einen äußerst ergonomischen Hebel, der den freigewordenen Platz des linken Shifters nutzt.Foto: Markus Greber
5 SHIMANO hat die Bedürfnisse von Mountainbikern verstanden. Das Display sitzt optimal vor Stürzen und Steinschlag geschützt an der Unterseite des Lenkers. Die Einknopfbedienung ist simpel, es bietet Einstellmöglichkeiten per Bluetooth. Schaltstufen und Schiebehilfe aktiviert man über einen äußerst ergonomischen Hebel, der den freigewordenen Platz des linken Shifters nutzt.


6 Yamaha


...montiert ein klar strukturiertes Display. Es sitzt relativ exponiert in der Lenkermitte. Die drei Stufen des Antriebs schaltet eine kleine Bedien­einheit in Daumennähe. Außerdem befindet sich hier der Ein/Aus-Schalter und die Schiebehilfe. Das funktioniert grundsätzlich gut, allerdings geben die Knöpfe nach unserem Geschmack zu wenig Feedback.

   6 YAMAHA montiert ein klar strukturiertes Display. Es sitzt relativ exponiert in der Lenkermitte. Die drei Stufen des Antriebs schaltet eine kleine Bedien­einheit in Daumennähe. Außerdem befindet sich hier der Ein/Aus-Schalter und die Schiebehilfe. Das funktioniert grundsätzlich gut, allerdings geben die Knöpfe nach unserem Geschmack zu wenig Feedback. Foto: Markus Greber
6 YAMAHA montiert ein klar strukturiertes Display. Es sitzt relativ exponiert in der Lenkermitte. Die drei Stufen des Antriebs schaltet eine kleine Bedien­einheit in Daumennähe. Außerdem befindet sich hier der Ein/Aus-Schalter und die Schiebehilfe. Das funktioniert grundsätzlich gut, allerdings geben die Knöpfe nach unserem Geschmack zu wenig Feedback. 


E-WISSEN


Nenndauerleistung
Dieser Wert beträgt für Pedelecs bis 25 km/h 250 Watt. Leistungs-unterschiede ergeben sich durch die kurzzeitige Spitzenleistung. Sie liegt bei einigen Antrieben jen- seits von 600 Watt.


Reichhöhe
Die Reichweite variiert bei Messungen sehr stark, da zu viele variable Faktoren einfließen. Daher haben wir die Reichhöhe eingeführt. Wir ermitteln, wie viele Höhenmeter der Antrieb mit einer Batterieladung erklimmt. Berechnet man anschließend den von der Batteriegröße unabhängigen Wert, erhält man die Antriebseffizienz.


Q-Faktor
Der Abstand der Pedale von oben gesehen. Herkömmliche E-Antriebe besitzen durch den breiten Bauraum des Motors einen größeren Q-Faktor als klassische Bikes.


DIE TESTERGEBNISSE


WERTUNG


Anzahl Stufen: Zahl der Unterstützungsstufen (ohne Null und Schiebehilfe)
Power: Kraft der maximalen Unterstützung bei niedriger Trittfrequenz
Elastizität: Kraft der Unterstützung über den gesamten Trittfrequenzbereich
Komfort: Wie stark spürt man das Ein- und Abschalten des Antriebs?
Start am Berg: Wie gut funktioniert das Anfahren in steilem Gelände und auf losem Untergrund?
Kurzer Nachlauf: Alle Kästchen schwarz bedeuten: so gut wie kein Nachlauf. Nachlauf ist Geschmackssache
Abschaltung 25 km/h: Wie komfortabel verhält sich der Antrieb im Bereich der Unterstützungsgrenze?
Innerer Widerstand: Wie viel Tretwiderstand bringt der Antrieb dem Fahrer entgegen, wenn das System abgeschaltet ist?
Power Schiebehilfe: Wie stark unterstützt die Schiebehilfe?


Bosch Performance CX


Bosch hat den motorgetriebenen Mountainbike-Markt geöffnet und vergangenes Jahr mit dem Performance CX für sportliche Bikes noch mal nachgelegt. Nach wie vor müssen sich alle Wettbewerber an diesem System messen lassen. Der Antrieb erreicht mit den 250 Watt Nennleistung ein Drehmoment von maximal 75 Newton. Über die kurzzeitige Spitzenleistung schweigt sich der Hersteller aus, sie dürfte jedoch deutlich oberhalb von 600 Watt liegen. Damit wirkt der Antrieb bei geringeren Trittfrequenzen sehr kräftig – maximal 300 % der eigenen Muskelleis­tung steuert der Turbo-Modus zu. Pedaliert der Fahrer oberhalb von 70 Kurbelumdrehungen pro Minute, verliert der Motor etwas an Durchzug. In Sachen Komfort ist der Antrieb gut abgestimmt, spielt jedoch nicht in der Top-Liga mit. Das Zuschalten der Unterstützung kündigt sich durch leichtes Rucken an. Gleiches gilt für das Abschalten, wenn die Tretbewegung unterbricht, oder die 25 km/h Grenze erreicht ist. Je geringer die eingelegte Fahrstufe, desto schwächer äußert sich dieser Effekt. Die Abstimmung der vier Unterstützungsstufen gefällt und erfüllt alle Anforderungen an kurzzeitig hohe Maximal-Power und energiesparende Touren. Wer verbrauchsarm fahren will oder unmotorisierte Biker begleitet, kommt mit dem Eco-Modus bestens zurecht.

Drei Displays stehen zur Wahl: Purion, Intuvia und Nyon. Besonders vorteilhaft für Flugreisen: Alle Bosch-Rahmen-Akkus sind kompatibel und werden inzwischen vielerorts vermietet. Der eigene Akku bleibt daheim.


PLUS – Kräftiger Antrieb – Sinnvolle Schaltabstufung – Weit verbreitetes System – Kompakter Akku
MINUS – Anfahren am Berg – Hoher innerer Widerstand – Braucht viel Bauraum

  Bosch Performance CX    Foto: Markus Greber
Bosch Performance CX  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh) <4000 Gramm / 2600 Gramm
Leistung Dauer / Spitze 250 / k. A. Watt
Drehmoment max. 75 Nm
Unterstützungsstufen 4 (Turbo 300 %, Sport 210 %, Tour 120 %, Eco 50 %)
Schiebehilfe ja
Kapazität Akku 500 Wh (alternativ 400 und 300 Wh erhältlich)
Ladedauer (ca.) 4,5 Stunden (500 Wh)
Preis Ersatz-Akku 859 Euro (500 Wh)
Unterstützung bis 25 km/h / 45 km/h (als Performance Line Speed)
Schalterkennung ja
mögliche Übersetzungen vorn 1 Kettenblatt mit 15/18/20 Zähnen, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen 4
Power 5 von 6 Punkten
Elastizität 4,5 von 6 Punkten
Komfort 4 von 6 Punkten
Start am Berg 4,5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf 5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h 3,5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand 3 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe 3 von 6 Punkten


Brose

Das maximale Drehmoment liegt laut Brose bei hohen 90 Newtonmetern – im direkten Vergleich bleibt seine Power gegenüber den übrigen Antrieben allerdings leicht zurück. Das Antriebssystem des Automobilzulieferers wird in Berlin gebaut und lässt den Bike-Herstellern viele Freiheiten bei der Abstimmung. In Mountainbikes setzen etwa Bulls, Rotwild, BH, und Specialized den Mittelmotor nach eigenen Spezifikationen ein. Bis zu 320 % der eingebrachten Tretleistung kann der Antrieb im Höchstfall beisteuern. Die Abstimmung der Unterstützungsstufen bleibt dem Bike-Hersteller überlassen. Bei Specialized kann sie der Fahrer über die eigene Mission-Control-App sogar selbst festlegen. Der Antrieb erlaubt die Kombination mit verschiedenen Displays. In E-MTBs kommen Akkus mit Kapazitäten von 400 bis 680 Watt zum Einsatz. Die Dichtigkeit des Gehäuses gibt Brose mit IP 67 an: Per Definition bleibt der Antrieb auch bei vollständigem Untertauchen noch dicht. Je nach Hersteller ist er sogar für die Reinigung mit dem Dampfstrahler freigegeben – für Mountainbikes ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Was dem Antrieb bei der Maximal-Power fehlt, macht er durch Laufkultur wett. Er setzt sanft aus und ein und macht aufgrund seines Riemengetriebes wenig Geräusche. Wer ohne Unterstützung pedalieren möchte oder muss, braucht keinen inneren Widerstand zu überwinden. Das Bike tritt sich dann, abgesehen vom Gewicht, genauso leicht wie ein Fahrrad ohne Motor. Optisch wirken die Bikes mit Brose-Antrieb sehr kompakt, da die fetten Akku-Packs meistens im Unterrohr integriert sind.


PLUS – Platzsparende Bauweise – Wenig Fahrgeräusche – Je nach Akku hohe Reichweite – Kein innerer Widerstand
MINUS – Vergleichsweise wenig Maximalkraft – Schwache Schiebehilfe – Unrunde Unterstützung bei wenig Tretimpuls

  Brose    Foto: Markus Greber
Brose  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh) 3400 Gramm
Leistung Dauer / Spitze 250 / k. A. Watt
Drehmoment max. 90 Nm
Unterstützungsstufen 3 mit max. 320 %, frei vom Bike-Hersteller wählbar
Schiebehilfe ja (ausstattungsabhängig)
Kapazität Akku Aktuelle Systeme bieten zwischen 400 und 680 Wh
Ladedauer (ca.) abhängig vom Akku, (z. B. Bulls ca. 5 h für 650 Wh)
Preis Ersatz-Akku k. A.
Unterstützung bis 25 km/h / 45 km/h
Schalterkennung nein
mögliche Übersetzungen 1-,2-,3fach vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen 3
Power 4 von 6 Punkten
Elastizität 3,5 von 6 Punkten
Komfort 5 von 6 Punkten
Start am Berg 4,5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf 5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h 5,5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand 6 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe 1 von 6 Punkten


Panasonic Multi Speed

Die Japaner intergrieren ein neues Feature in ihren Antrieb: Er besitzt ein internes Zwei-Stufen-Getriebe, vergleichbar mit zwei Kettenblättern vorn. In Kombination mit der hinteren Kettenschaltung ergibt sich eine enorme Spreizung. Die Kette bleibt gut geführt, allerdings dauert der interne Gangwechsel lang. Antriebsseitig begeisterte die Abstimmung zum Anfahren: Setzt man den Fuß leicht aufs Pedal, zieht der Antrieb bereits vorsichtig an der Kette. Mehr Druck liefert wohldosierten Vortrieb. Steiler Start im Schotter – kein Problem. Die maximale Power ist anfangs hoch, sinkt jedoch mit zunehmender Drehzahl zu weit ab. Die fehlende Elastizität zwingt den Fahrer zu einer geringen Kadenz: Das stört im anspruchsvollen Gelände bei Fahrmanövern, die eine kurzzeitige Beschleunigung ohne Gangwechsel fordern. Die Ausstattung ist hochwertig, aber wirkt in einigen Punkten funktional nicht ganz ausgereift. Um aus höchster Unterstützungsstufe die Schiebehilfe zu aktivieren, sind fünf Klicks nötig – genauso viele zurück auf High.

Das große, gut ablesbare Farb-Display sitzt exponiert auf dem Vorbau. Es liefert eine Fülle an Informationen. Ein echtes Plus wäre die Wattmessung, sie lieferte jedoch nur tanzende Zahlenwerte. Die Bedienung (fünf Tasten und ein Mini-Joystick) übernimmt der Daumen der linken Hand – koordinativ eine Herausforderung. In Sachen Effizienz liegt der Antrieb auf ähnlichem Niveau wie die Konkurrenz. Der bisher einzige Akku-Typ besitzt jedoch nach unserem Empfinden zu wenig Kapazität. Um am Mountainbike in der ersten Liga zu spielen, reicht es noch nicht, aber das Potenzial ist vorhanden.


PLUS – Sehr sanftes und promptes Einsetzen – Hohe Maximal-Power – Hohe Gangspreizung durch Getriebe
MINUS – Wenig Reichhöhe – Hoher innerer Widerstand – Schwache Schiebehilfe

  Panasonic Multi Speed    Foto: Markus Greber
Panasonic Multi Speed  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh) 4900 Gramm / 3100 Gramm (Smart Integrated Batterie)
Leistung Dauer / Spitze 250 / 600 Watt
Drehmoment max. 75 Nm
Unterstützungsstufen 3 (High, Std, Eco) max. 300%
Schiebehilfe ja / ausstattungsabhängig
Kapazität Akku 432 Watt (Smart Integrated Batterie)
Ladedauer (ca.) 80 % in 3, 100 % in 5,5 Stunden
Preis Ersatz-Akku 879 Euro (Smart Integrated Batterie)
Unterstützung bis 25 km/h / 45 km/h
Schalterkennung ja
mögliche Übersetzungen vorne 2fach integriert, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen 3
Power 5 von 6 Punkten
Elastizität 3 von 6 Punkten
Komfort 5 von 6 Punkten
Start am Berg 6 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf 4 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h 4,5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand 3 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe 2 von 6 Punkten


Shimano Steps E8000

Waren die Steps-Antriebe der Vergangenheit noch mit dem Zusatz "nur für leichten Mountainbike-Einsatz" limitiert, gibt Shimano seinen neuen Steps E8000 vollumfänglich für den Trail frei. Bereits beim Blick auf das Cockpit wird klar, dass die Japaner viele Ansätze gut umgesetzt haben. Der durchdachte linke Shifter schaltet die drei Unterstützungsmodi des Antriebs und aktiviert ohne Umwege eine kräftige und ergonomisch hervorragende Schiebehilfe. Gut ablesbar präsentiert sich das kleine Display, die Stufen unterscheiden sich farblich. Es sitzt perfekt geschützt auf der Unterseite des Lenkers. Bei den Stufensprüngen beschreitet Shimano eine eigene Philosophie. Boost stellt die meiste Power bereit und liefert ordentlich Leistung. Im Trail-Mode fällt die Unterstützung deutlich geringer aus. Allerdings entlockt hohe Eigenleistung dem System deutliche Reserven. Wer sich anstrengen möchte, ohne auf den Komfort des Antriebs zu verzichten, ist hier goldrichtig. Die Tester wünschten sich allerdings noch eine Stufe dazwischen. Eco liefert geringe Unterstützung, um die Reichweite zu erhöhen.

Das ruppige Zu- und Abschalten der Power empfanden wir als größtes Manko des aktuellen Entwicklungsstandes. Während andere Systeme kaum spürbar regeln, klinkt sich der E8000 unsanft ein und aus. Besonders stört das, wenn man kurz aus dem Tritt geht, oder in der Nähe der 25-km/h-Abschaltgrenze unterwegs ist. Die Werte unserer Reichweitenmessungen liegen auf gutem Niveau, und im direkten Vergleich fährt der Shimano ganz vorne mit.

  Shimano Steps E8000    Foto: Markus Greber
Shimano Steps E8000  


PLUS – Fahrrad-Feeling im Trail-Modus – Kompakte Bauweise – Schlüssiges Gesamtsystem mit Shimano Di2
MINUS – Spürbares Ruckeln beim Ein- und Aussetzen – Abruptes Ausfaden ab 25 km/h


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh) 2880 Gramm / 2650 Gramm
Leistung Dauer / Spitze 250 / k. A. Watt
Drehmoment max. 70 Nm
Unterstützungsstufen 3 (Boost, Trail, Eco) max. 300 %
Schiebehilfe ja
Kapazität Akku 504 Watt (Standard-Akku)
Ladedauer (ca.) 80 % nach 2,5 und 100 % nach 5 Stunden
Preis Ersatz-Akku 699 Euro
Unterstützung bis 25 km/h
Schalterkennung nein
mögliche Übersetzungen 34 oder 38 Zähne vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen 3
Power 5 von 6 Punkten
Elastizität 4 von 6 Punkten
Komfort 3 von 6 Punkten
Start am Berg 4,5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf 5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h 3 von 6 Punkten
Innerer Widerstand 4 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe 5 von 6 Punkten


TQ-Systems TQ120s

Eigentlich hätten wir unsere Skala nach oben erweitern müssen, die Power des TQ-Antriebes spielt in einer anderen Liga. Trotz seiner kompakten Bauform liefert der TQ-Antrieb maximal 920 Watt und 120 Newtonmeter Drehmoment. Das schiebt das Bike in der höchsten von fünf Unterstützungssstufen ordentlich an. Im gesamten Drehzahlbereich ist die Power allen anderen Systemen überlegen. Die Abstimmung bleibt dabei überraschend komfortabel – die Power fadet gut kontrollierbar ein, ohne dass der Hinterreifen an Traktion verliert. Wir hatten die Möglichkeit, den TQ120s in einer Prototypenversion zu testen. Beim Start brauchte dieser Motor ein paar Grad Kurbelwinkel zum Zuschalten.

Die Besonderheit des Systems steckt im Getriebe, es realisiert auf kleinem Bauraum eine Übersetzung von 1:37 in einer Stufe. Das reduziert den Gehäusedurchmesser auf 14 Zentimeter. Der Antrieb lässt sich mit unterschiedlichen Displays und Akkus betreiben.

Wer oft in unstetem Gelände unterwegs ist und sich über der 25-km/h-Marke bewegt, dem sei dieser Antrieb besonders ans Herz gelegt: Ohne Motorunterstützung kann man nämlich gänzlich ohne inneren Widerstand treten.

Der Wermutstropfen: Bislang ist der TQ120s noch kaum zu kaufen. Lediglich im Spitzing und Sterzing von M1 Sporttechnik ist er zu finden. Das soll sich, laut Hersteller, für die kommende Saison ändern. Gut so, denn für kräftige Mountainbikes scheint er optimal geeignet.


PLUS – Stärkster Antrieb im Test – Gute Dosierbarkeit – Kein innerer Widerstand – Kleiner Bauraum
MINUS – Geringe Verbreitung auf dem Markt – Großer Akku

  TQ-Systems TQ120s    Foto: Markus Greber
TQ-Systems TQ120s  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh) 4400 Gramm / 4500 Gramm
Leistung Dauer / Spitze 250 / 920 Watt
Drehmoment max. 120 Nm
Unterstützungsstufen 5 (frei wählbar)
Schiebehilfe ja / ausstattungsabhängig
Kapazität Akku 880 Wh
Ladedauer (ca.) 80 % 2 h, 100 % 3,5 Stunden
Preis Ersatz-Akku k. A.
Unterstützung bis 25 km/h / 45 km/h / offen
Schalterkennung ja, mit Schaltsensor
mögliche Übersetzungen 1-,2-, 3fach vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen 5
Power 6 von 6 Punkten
Elastizität 6 von 6 Punkten
Komfort 5 von 6 Punkten
Start am Berg 4 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf 4 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h 5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand 6 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe nicht getestet


Yamaha PW

Der Yamaha-PW-Antrieb hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Für Mountainbikes steht eine leistungsoptimierte Variante kurz vor der Markteinführung, war allerdings für diesen Test noch nicht verfügbar. Die PW-Serie gibt im unteren Drehzahlbereich kräftig Leistung zu. Mit steigender Kurbelgeschwindigkeit geht dem Antrieb nach oben jedoch deutlich spürbar die Luft aus. Im technischen Gelände heißt es daher: langsam treten. Der neue PW-X-Antrieb soll diese Schwächen ausmerzen und ein höheres Drehmoment über ein breiteres Drehzahlband liefern.

Die übrige Abstimmung des aktuellen PWs ist gut, insbesondere in Sachen Fahrkomfort macht er eine hervorragende Figur. Kaum spürbar regelt der Antrieb die Unterstützung zu oder ab, und auch wer oft an der 25-km/h-Grenze unterwegs ist, nimmt das Ausfaden kaum wahr. Am Berg fuhr nur der Panasonic noch kontrollierter an. Die elektronische Regelung dieses Systems ist hervorragend. Die Bedienung erfolgt klar verständlich über ein kleines Panel neben dem Lenkergriff. Allerdings geben die Tas­ten nach unserem Geschmack zu wenig Feedback und lassen sich mit Handschuhen nicht optimal bedienen. Die Anzeige auf dem großen LCD-Display in der Lenkermitte ist übersichtlich. Vor allem Haibike, Giant (als Eigenmarke Syncdrive) und die spanische Marke BH montieren den Antrieb in ihre Mountainbikes.

Auf der Website zeigt Yamaha bereits erste Bilder und Informationen vom Nachfolger PW-X. Bedienteil und Display sehen vielversprechend aus, wenn die Leistung kräftig ausfällt, ist ein Top-Antrieb zu erwarten.


PLUS – Sanftes Ein- und Aussetzen – Gute Anfahreigenschaften
MINUS – Fummelige Bedienung der Schalter – Unterstützungsstufen unausgewogen abgestuft – Geringe Elastizität

  Yamaha PWFoto: Markus Greber
Yamaha PW


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh) 3500 Gramm / 3000 Gramm
Leistung Dauer / Spitze 250 / k. A. Watt
Drehmoment max. 80 Nm
Unterstützungsstufen 4 (High 280 %, STD 190 %, Eco 100 %, Eco+ 50 %)
Schiebehilfe ja / ausstattungsabhängig
Kapazität Akku 400 Wh
Ladedauer (ca.) 4 Stunden
Preis Ersatz-Akku k.A.
Unterstützung bis 25km/h
Schalterkennung ja
mögliche Übersetzungen 1-,2-,3fach vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen 3 oder 4
Power 4,5 von 6 Punkten
Elastizität 2 von 6 Punkten
Komfort 6 von 6 Punkten
Start am Berg 5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf 5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h 6 von 6 Punkten
Innerer Widerstand 4,5 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe 2 von 6 Punkten

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