Test 2008: Carbon-Lenker im Crash-Test

Carbonlenker: Größter Crash-Test der Bike-Geschichte

Dreuw am 11.09.2008

Wir fühlen dem Werkstoff Carbon auf den Zahn. Im Rahmen des größten Bruchtests von BIKE untersuchen wir mit der TU München die Sicherheit von Carbonteilen fürs Mountainbike.

Für detaillierte Informationen zu den Tests laden Sie sich den Artikel "Crash-Test" der September-Ausgabe von BIKE unten als PDF herunter.

Die Prüfung der Lenker ist bereits abgeschlossen mit überraschenden Ergebnissen: mehrere Modelle waren den Anforderungen nicht gewachsen und brachen. Ein Hersteller hat bereits reagiert und die Produkte vom Markt genommen. Andere Modelle überstanden den Test völlig problemlos. Welche Modelle brachen und welche den Test heil überstanden lesen Sie in der Oktoberausgabe von Bike (10/08).

In der nächsten Ausgabe (11/08) folgt ein Test von Carbonsattelstützen, ein umfangreicher Test von Carbonrahmen ist derzeit in Arbeit.

Zusatzinfos zum BIKE-Lenkertest von 2008

Der BIKE-Test-Zyklus setzt sich aus vielen unterschiedlichen Belastungen zusammen. Die Belastungen stammen aus realen Messfahrten, bei denen wir jede noch so kleine Kraft, die auf Lenker und Vorbau wirkt, aufzeichneten. Die sehr geringen Lasten (sie treten am Häufigsten auf) machen den Bauteilen sehr wenig aus,  je höher die Kräfte, desto wahrscheinlicher ist das Versagen eines Bauteils aus dem Werkstoff Carbon.

Auf dem Prüfstand lassen wir daher die ganz geringen Lasten aus der Messfahrt weg und beanspruchen den Lenker nur noch mit den gemessenen Kräften, die ein gewisses Niveau überschreiten. Nur so schaffen wir es das gesamte Leben eines Lenkers innerhalb von etwa acht Stunden zu simulieren. Darin sind übrigens auch Stürze und Sprünge enthalten, weil das bei Mountainbikes an der Tagesordnung ist. Einem Lenker, der den Test unbeschadet übersteht prognostizieren wir eine Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren im harten Mountainbike-Einsatz.

Das Diagramm zeigt, dass wir die unterschiedlichen Lasten immer Blockweise zusammengefasst haben, das macht es auf dem Prüfstand einfacher, die verschiedenen Lasten abzudecken. Insgesamt 1078-mal werden Lenker und Vorbau innerhalb eines Zyklus be- und entlastet, das entspricht einer Runde auf unserer BIKE-Teststrecke am Gardasee.

Für detaillierte Informationen zum Testablauf klicken Sie auf die Bilder rechts "Schematischer- und Detaillierter Testzyklus".

Das gesamte Projekt wird zusammen mit der Technischen Universität in München durchgeführt. Dort wurde vor kurzem das BIKE-Competence-Center (bcc) ins Leben gerufen. Sechs Partnerfirmen sind daran beteilig. Ziel ist es die Bike-Welt sicherer zu machen. Für mehr Informationen Besuchen Sie die Website des TUM-bcc (www.tum-bcc.de) oder downloaden Sie unten die Infobroschüre.

Drehmomente:

Mehrfach wurden wir von Herstellern für unsere harten Ansprüche an die Verschraubung kritisiert. Wir zogen die Schrauben mit 150 Prozent des maximal angegebenen Drehmomentes fest, das verlangt sogar die Euronorm 14766 (Punkt. 4.3.2). Die SAZ bike, ein Brancheninternes Magazin, hat uns im Heft vom 18.09.2008 genau dies vorgeworfen und Kritikern eine Plattform geboten. Zitat: „Auf jeden Fall wurde absichtlich mit zu hohen Drehmomenten geschraubt..."

Fakt ist: Ein Lenker der hier bereits scheitert hat auf dem Markt nichts zu suchen!

CARBONLENKER BRECHEN REIHENWEISE! FALSCH GETESTET?
Testet BIKE zu hart? Bauen die Hersteller schlechte Ware oder ist Carbon einfach nicht für den MTB-Sport geeignet?
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Dreuw am 11.09.2008