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Lenker

Carbon-Lenker

Tomek am 04.05.2007

Bei Carbon-Bikes blitzt die Gier in den Augen vieler Biker. Doch bei Carbon-Lenkern steht manchem auch der Angstschweiß auf der Stirn. Unser Labortest deckt auf, ob sie dem schwarzen Edelstoff auch beim Heikelstein Bauteil vertrauen dürfen.

Wieder läutet das Mobiltelefon von Bike-Tester Martin Peukert. Am anderen Ende meldet sich die Lenkertestmaschine „VR-3“ mit einem durchdringenden Piep-Ton. Ein Testlenker ist gebrochen – so viel ist sicher. Jetzt bloß keine Zeit verlieren. Der Bruch muss gecheckt werden, ein neuer Prüfling eingespannt und die Maschine von Neuem gestartet werden. Martin flitzt los. Die Zeit drängt. Denn insgesamt durchlaufen 60 Edellenker den Testzyklus auf der Prüfmaschine, jeder einzelne wird dabei acht Stunden gebogen, gestaucht, gezerrt.

15 Modelle elf verschiedener Hersteller stellten sich dem Test. Von jedem Lenker testeten wir vier Exemplare. Das ist Weltpremiere. Noch nie wurde eine so umfangreiche Stichprobe genommen. Die Bilanz ist hervorragend. Neun Modelle holen die volle Punktzahl. Vergleicht man dieses Ergebnis mit vergangenen Tests, ist Carbon als Lenkerwerkstoff erste Wahl.

Diese Modelle finden Sie im Test:
Bontrager Race X Lite, Control Tech Crossbow, Easton Monkeylite XC, FSA K-Force Riser, FSA K-Force Flat, Race Face Next XC (31,8), Race Face Next XC (25,4), Ritchey WCS Carbon Riser, Ritchey WCS Carbon Flat, Specialized Carbon XC Low Bar, Syncros Factory Carbon, Syntace Duraflite Carbon, Syntace Lowrider Carbon

Fotostrecke: Labortest: Carbon-Lenker

Ergänzung aus BIKE 1/2007:

 

Die Nachricht des Lenker-Tests (BIKE 12/06) war eindeutig: in der Summe sind Carbon-Lenker stabiler als die Alu-Konkurrenz. Im Test überstanden 75 Prozent der Lenker die harten Anforderungen, beim Alu-Lenkertest in BIKE 10/02 waren es dagegen nur 30 Prozent. Trotzdem gingen auf der Lenkerprüfmaschine insgesamt sechs Test-Exemplare unter schiedlicher Hersteller in die Knie. Als unbedenklich gelten Lenker, die konstant 80 000 Lastwechsel überstehen. Dies gelang einigen Herstellern aber nur mit drei von vier Lenkern. Der Grund: Serienstreuung. Bei der Produktion der handgewickelten Carbon-Lenker können sich gelegentlich Fehler einschleichen – trotz strengster Kontrollen. Deshalb gilt, wie für alle Leichtbau-Teile: Nach einem schweren Sturz sollten Sie sicherheitshalber Lenker und Vorbau tauschen. Die Hersteller haben nach dem Test reagiert:

ELMAR KEINEKE, SRAM/TRUVATIV

„Wir nehmen das Ergebnis des Tests sehr ernst, da für uns die Sicherheit unserer Kunden höchste Priorität hat. Der gebrochene Lenker wird genauestens untersucht. Wir werden den Fehler, der zum Bruch führte, evaluieren und beheben. Die Öffentlichkeit wird über das Ergebnis unserer Untersuchungen und die resultierenden Produktionsverbesserungen umgehend informiert.“

THOMAS WILKENS, GROFA/EASTON

„Intensive Forschung und stetige Pro duktverbesserung sind Teil der Easton-Philosophie seit dem Beginn der Carbon-Produktion. Aus diesem Grund werden wir den gebrochenen Lenker intensiv überprüfen und gegebenfalls nötige Veränderungen sofort in die Serie einfliessen lassen. Bislang sind uns aber aus der realen Nutzung der Lenkers keine Belastungsbrüche bekannt. Wir raten aber, im Zweifel sicherheitsrelevante Bauteile nach einem Sturz zu tauschen. Deshalb bietet Easton ein dreijähriges „Crash Replacement Program“ für alle Carbon-Komponenten an.“

SALVATORE MICELI, FSA

„FSA-Produkte werden sowohl intern als auch extern streng geprüft. Unsere Produkte sind genau nach den europäischen Sicherheitsstandards (EN 14766) geprüft und entwickelt. Von den acht Lenkern im Test haben sieben anstandslos bestanden, nur ein Lenker befriedigte nicht ganz. Betrachtet man den durchgeführten Test, muss dieses Ergebnis

als ein guter Sicherheitsstandard betrachtet werden. Die Philosophie von FSA ist stets ein Streben nach Verbesserungen. Sicher wird dieser Test dazu beitragen, die hohe Qualität von FSA-Produkten weiter zu steigern.“

 

 

(Text: Stephan Ottmar, Fotos: Daniel Simon)

Tomek am 04.05.2007