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Test 2016: Laufräder 27,5 Zoll ab 520 Euro

Laufräder: 8 Preis/Leistungsknaller zum Nachrüsten

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 5 Jahren

Günstig, schick oder exorbitant teuer? Beim Thema „Laufrad“ hat jeder seine eigene Vorstellung. Laut unserer Umfrage geben unsere Leser etwa 600 Euro aus. Wir haben acht Modelle in 27,5 Zoll getestet.

Richtig viel schenken sie sich nicht. Die Preis/Leistungslaufräder der etablierten Marken rollen Kopf an Kopf. Mit Preisen zwischen 519 und 749 Euro stehen acht Arbeitstiere für den All-Mountain-Einsatz in 27,5 Zoll im Test. Weder sündteures Carbon noch bleischwere No-Name-Ware sind in diesem Preisgefüge vertreten. Es ist sozusagen die Vernunftsklasse der Touren-Biker.

Wie eng es in diesem Vergleich zugeht, zeigt ein Blick ins Labor. Lediglich 183 Gramm trennen den leichtesten vom schwersten Laufradsatz. In Sachen Beschleunigung geht es daher ähnlich knapp zur Sache. Bei der mit dem Auditor Inertia-Chronographen ermittelten Massenträgheit ergibt sich innerhalb der Laufräder ein maximaler Unterschied von gerade einmal zehn Prozent. Im Blindtest wäre es daher unmöglich zu erkennen, welcher der acht Laufradsätze sich momentan im Bike dreht. Zudem geht die Trägheit der Laufräder im Gesamtsystem unter, wie die Messungen des Mavic-Crossmax-XL-Laufradsatzes mit montierten Reifen zeigen. Beschleunigt man einen Komplettlaufradsatz mit Reifen und Schläuchen, so beansprucht der nackte Laufradsatz alleine nur etwa 40 Prozent der Beschleunigungsenergie. Wer ein agileres Bike will, tuned daher wirksamer an Schlauch (Stichwort "Tube­less") oder Reifen, auf die der Löwenanteil der Massenträgheit entfällt.

Ist es also egal, welches Laufrad man fährt? Nicht ganz. Neben Gewicht und Trägheit spielen weitere Faktoren wie Rundlauf, Verteilung der Speichenspannung, Steifigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Überlast eine Rolle. Die gute Nachricht: Einen wirklich groben Patzer gab es in den von uns bewerteten Kriterien nicht. Alle der getesteten Laufräder wurden mit Sorgfalt gefertigt und fachmännisch zentriert. Lediglich die Sram-Roam-40-Laufräder fallen durch die am Vorderrad stark unterschiedliche Speichenspannung negativ aus der Reihe. Die Abweichung von bis zu 40 Prozent bringt Unruhe ins Speichengeflecht, was die Dauerhaltbarkeit negativ beeinflussen kann und Rückschlüsse auf die Felgenqualität zulässt.

Kirsten J. Sörries Vor allem in losem Terrain können breitere Felgen ihre Vorteile ausspielen. Durch die bessere Abstützung des Reifens sind niedrigere Drücke möglich, was mehr Traktion und Kontrolle bedeutet.

Da es die perfekt runde Felge nicht gibt, stehen Rundlauf und gleichmäßige Speichen-spannung im Widerspruch zueinander. Entweder, das Laufrad läuft ohne Seiten- und Höhenschläge perfekt rund, was eine etwas unterschiedliche Speichenspannung erfordert, oder die Speichen sind alle exakt gleich stark vorgespannt, und es gibt dafür größere Abweichungen beim Rundlauf. Für die Hersteller gilt es, aus diesen beiden Größen den optimalen Kompromiss zu finden, wobei eine gleichmäßige und insgesamt ausreichend hohe Spannung entscheidender für die Haltbarkeit eines Laufrades ist.

Um nicht nur auf Erfahrungswerte in Sachen Haltbarkeit zurückzugreifen, wie z. B., dass ein Zahnscheibenfreilauf (DT Swiss und Syntace) höhere Drehmomente übertragen kann und in der Regel langlebiger ist, haben wir einen Ermüdungstest für Laufräder entwickelt. Die große Kunst dabei ist es, die komplexen Belastungen aus der Praxis im Zeitraffer auf dem Prüfstand nachzuahmen, sodass die gleichen Defekte wie in freier Natur auftreten. Um einem aussagekräftigen Prüfstandard näher zu kommen, absolvierte jedes einzelne Laufrad bis zu 5000 Kilometer auf einem modifizierten Prüfstand der Firma Bohle. Da sich noch nicht alle Belastungen wie Kurvenfahrt, Antrieb und Bremsen auf dem Prüfstand abbilden lassen und sich die Schadensbilder noch nicht hundertprozentig mit denen der Praxis decken, fließen die Ergebnisse noch nicht in diesen Test ein. Der unter unseren Testbedingungen stabilste Laufradsatz kam jedoch von Ritchey und absolvierte die 5000 Kilometer Dauerlauf ohne erkennbaren Schaden.
Bei einem derartig homogenen Testfeld müssen am Ende einzigartige Details entscheiden. DT Swiss und Syntace heben sich durch einen robusten Zahnscheibenfreilauf ab, während Ritchey und Mavic mit einer echten Tubeless-Felge ohne Klebebandgefummel aufwarten. In Sachen Felgenbreite liegen Ritchey und Syntace vorne.


Fazit Peter Nilges, BIKE-Testredakteur

"In den von uns bewerteten Kriterien liegen die Laufräder sehr dicht zusammen. DT Swiss und Mavic sammeln die meisten Punkte, während Sram leicht abfällt. Wer für eine bessere Reifenstabilität bei niedrigem Druck dem sinnvollen Trend breiterer Felgen folgen will, findet bei Ritchey, Spank und Syntace die breitesten Exemplare in diesem Test. Zudem fallen die Laufräder von Ritchey und Syntace gemessen an der Felgenbreite auch noch sehr leicht aus."

Georg Grieshaber Peter Nilges, BIKE-Testredakteur

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