Seite 1: Test 2017: MTB Kurbel Vyro AmEn1

Wie gut funktioniert die Vyro AmEn1 Kurbel?

  • Christian Artmann
 • Publiziert vor 4 Jahren

1fach-, 2fach-, 3fach-Kettenblatt. 10, 11 oder 12 Ritzel. Ein Überangebot an Antrieben, aber es gibt Lücken für neue Konzepte. Vyro Components wagt den Schritt mit der wandelbaren Kurbel Vyro AmEn1.

Während Sram im Frühjahr den Umwerfer bereits zu Grabe getragen hat, zeigen unsere Umfragen, dass Mehrfach-Kurbeln auch weiterhin noch hoch in der Gunst der Leserschaft stehen. Genau darauf setzte die junge österreichische Komponentenschmiede Vyro, als sie per Crowdfunding die AmEn1-Kurbel aus der Taufe hob und im Direktvertrieb zum Kauf anbietet. Bisher war die Funktionsweise von Mehrfach-Kurbeln eindeutig: Die Kette wird mit Hilfe eines Umwerfers zwischen parallel laufenden Kettenblättern hin und her geführt. Weil sich die Kette dazu seitlich verschränken muss, ist es notwendig, für einen kurzen Moment Druck vom Pedal zu nehmen. Die segmentierte AmEn1-Kurbel von Vyro Components geht einen komplett anderen Weg. Hier klappen die einzelnen Segmente des großen Kettenblattes im richtigen Moment (also etwa in der unbelasteten Neun-Uhr-Stellung des Segments) in die Kettenlinie bzw. wieder heraus. Die Kette wird also nur auf das große Kettenblatt angehoben oder "fällt" auf das fixe, kleine Kettenblatt herunter – ohne seitliche Belastung.

In der Praxis soll der Vyro-Fahrer so selbst unter Maximallast vorne sicher schalten können. Die dafür notwendige Technik ist allerdings alles andere als trivial. So wird an der Kurbel jedes Segment des großen Kettenblattes über kleine Schieberplatten auf genau definierten Führungsbahnen (beide Bauteile sind aus faserverstärktem Kunststoff-Spritzguss) ein- oder ausgeklappt. Auf der Rahmenseite liegt hinter der Kurbel die Schalt- und Führungsplatte. Dort sitzt der kleine, bewegliche Exzenter (siehe unten), der je nach Position die Zapfen der Schieberplatten nach oben oder nach unten abdrängt – dadurch klappen die Kettenblattsegmente ein- bzw. aus. Geschaltet wird das Vyro-System mit einem normalen Zwei- oder Dreifach-Schalthebel von Shimano oder Sram. Ob die innovative Kurbel aus Österreich wirklich das Zeug dazu hat, den Vormarsch der Einfachantriebe á la Sram Eagle zu verlangsamen, und ob sie eine echte Alternative zu klassischen Kurbel-/Umwerfer-Systemen ist, durfte sie in unserem Praxistest zeigen.

1. Auf der Innenseite erkennt man den Aufbau der Vyro Kurbel mit den einzelnen Kettenblattsegmenten und den vier Schieberplatten zur Steuerung.

2. Die Schalt-/Führungsplatte. Nur der kleine Exzenter drückt je nach Position die Schieberplatten nach oben oder unten.

3. Über das Alu-Insert kann man die Pedale in zwei Positionen montieren – mit einer effektiven Kurbellänge von 175 oder 170 mm.

4. Hier sind die Segmente des großen 36er-Kettenblattes nach außen geklappt. Die Kette läuft auf dem kleinen 24-Zahn-Kettenblatt.

5. Beim Hochschalten klappt das erste Kettenblattsegment im richtigen Moment nach innen, schiebt sich in die Kettenlinie und hebt so die Kette an. 

6. Dreht sich die Kurbel weiter, klappen alle Segmente der Reihe nach nach innen – die Kette läuft auf dem großen Kettenblatt. 

Test-Fazit von Christian Artmann, BIKE-Autor

Christian Artmann, BIKE-Autor

Wenn die Vyro-Kurbel funktioniert, dann funktioniert sie genial – das bringt selbst eingefleischte Einfach-Fahrer wieder auf den Geschmack. Leider hatten die Muster in unserem Test alle recht früh Funktionsprobleme. Auf einiges hat Vyro bereits reagiert und Details überarbeitet, aber das Testergebnis zeigt trotzdem, dass das System noch nicht ausgereift ist.

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Themen: Innovations-CheckKurbelVyro


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