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Seite 1: Test 2016: MTB-Federgabeln für Racer in 29 Zoll

6 MTB-Gabeln mit 100 Millimeter im Test

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 5 Jahren

Egal, ob Rennen oder auf Tour – wer schnell sein will, verzichtet auf Ballast. Die Gabeln in diesem Test bieten nicht mehr als gerade das Nötigste. Sechs 100-mm-Modelle im Praxis- und Labortest.

Leicht, straff und vom Lenker aus blockierbar. Die Prioritäten der meisten Racer sind in Sachen Federgabel schnell umrissen. Viele vertreten sogar die Meinung: Je weniger die Gabel macht, desto besser. Folglich verpassen sie ihr gerne eine Überdosis an Luft. Doch selbst in einer 100-Millimeter-Gabel steckt deutlich mehr Potenzial, als nur die gröbsten Schläge vom Fahrer zu isolieren, damit der Lenker nicht aus den Händen gerüttelt wird. Eine Federgabel ist nun mal keine Starrgabel mit etwas mehr Komfort. Es ist die Federungs-Performance, die, richtig genutzt, den Fahrer weniger ermüden, sicherer und letztendlich schneller macht.

Um zu überprüfen, was der neue Jahrgang an Race-Gabeln kann, hat BIKE die fünf spannendsten Modelle in 29 Zoll in Labor und Praxis getestet.

Diese 100-Millimeter-Federgabeln wurden getestet:

• Bulls Lytro
• DT Swiss O.D.L  Race
• Fox 32 Float
• Magura eLECT
• Rock Shox RS-1
• SR Suntour Axon Werx

Test 2016: Mountainbike Federgabeln für Racer

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Egal, ob im Rennen, auf der Trainingsrunde oder auf Tour – wer schnell sein will, verzichtet auf überflüssigen Ballast. Die Gabeln in diesem Test bieten nicht mehr als gerade das Nötigste. Sechs 100-Millimeter-Modelle im Praxis- und Labortest.

Neben den absoluten Top-Modellen trat zusätzlich eine günstige Referenzgabel für 599 Euro mit an. Eine Lytro vom Bike-Hersteller Bulls, die auf einer SR Suntour Axon basiert. Bis auf Magura, die ihre Preise deutlich gesenkt haben, geht keine der Top-Gabeln unter 1000 Euro über die Ladentheke. Mit 1059 Euro ist die Fox in diesem Umfeld sogar vergleichsweise günstig. Der Einsatz von Carbon lässt das Gewicht purzeln, den Preis aber steigen. In der Regel wird der Kunststoff an der Schaft/Kronen-Einheit eingesetzt, zum Teil auch beim Casting. DT Swiss, SR Suntour und Rock Shox setzen auf Kohlefaser. Im Falle Rock Shox RS-1 schlägt zusätzlich zum teuren Werkstoff der allgemeine Preisanstieg in der Bike-Branche durch. Kostete die Upside-down-Gabel bereits im letzten Jahr stramme 1658 Euro, liegt der offizielle Preis in dieser Saison nun bei fast unglaublichen 1946 Euro. Das verursacht Schnappatmung. Wer die RS-1 als Nachrüstgabel ins Auge fasst, sollte zudem bedenken: Es wird ein neues Vorderrad oder zumindest eine neue Vorderradnabe (etwa 50 Gramm schwerer als eine normale) fällig.

Doch zurück zum Gewicht. Nur 1424 Gramm wog 2011 die leichteste Race-Gabel im Test. Die Magura Durin profitierte vom Laufradmaß 26 Zoll. Mit den 29-Zöllern rückte eine weitere Gewichtsoptimierung in weite Ferne. Als Referenz für Grammfuchser galt ab 2012 die Rock Shox Sid Worldcup (1566 Gramm). An dieser Marke bissen sich die meisten Race-Gabeln bislang die Zähne aus. Erfreulicherweise zeigt die DT Swiss O.D.L Race, dass der neue Jahrgang nicht nur beim Preis Rekorde brechen kann. Mit 1540 Gramm inklusive Remote-Hebel ist die Gabel von Weltmeister Nino Schurter die bis dato leichteste 29er-Gabel in unserer Testhistorie. Nur 27 Gramm mehr hat die SR Suntour auf den Rippen. Lässt man die gemessen am Preis ebenfalls relativ leichte Bulls Lytro (1904 Gramm) außen vor, trennen Fox und DT Swiss 171 Gramm.

Matt Wragg Willkommen in der Realität: Stufen, Steine, Rumpel-Trails. In Finale Ligure wird den Race-Gabeln einiges abverlangt. 

Beim Thema Kompatibilität herrscht überwiegend Einigkeit. Alle Testgabeln gibt es ausschließlich mit einem Taper-Schaft und in Verbindung mit einer 15x100-Millimeter-Steckachse. Lediglich die Rock Shox RS-1 ist für eine 110 Millimeter breite Nabe im Boost-Standard ausgelegt. Bei den anderen Herstellern gibt es diese Option (noch) nicht. Wer Wert darauf legt, den Federweg seiner Gabel verstellen zu können, ist in der Modellwahl in dieser Gruppe sehr eingeschränkt. SR Suntour und damit auch Bulls lassen sich als einzige direkt verändern. Mit einer neuen Lufteinheit kann auch die RS-1 von 100 auf 120 Millimeter erweitert werden. Bei den anderen entfällt diese Option. Doch selbst bei identischen Federwegen variierte die Einbaulänge der Gabeln um bis zu 18 Millimeter, was die Geometrie des Bikes stark beeinflusst. Zwischen der kurzen Fox und der langen Magura ändert sich der Lenkwinkel um immerhin fast ein Grad.

Verhältnismäßig leicht fällt das Setup der Race-Gabeln aus. Luftdruck und Zugstufe sind Standardstellgrößen, DT Swiss, Fox und SR Suntour packen noch eine Druckstufendämpfung drauf. Mit dieser Option erhält der Fahrer die Möglichkeit, dämpfungsseitig mehr Gegendruck aufzubauen, ohne den Luftdruck erhöhen zu müssen.

Matt Wragg Um das volle Potenzial auszuschöpfen, muss das Setup stimmen. Die Hälfte der Gabeln verfügt neben einer Zug- auch über eine Druckstufendämpfung.



Fazit Peter Nilges, BIKE-Redakteur:

"Mit Preis- und Gewichtsrekorden setzt der neue Jahrgang an Race-Gabeln einige Akzente. Doch auch die Fahreigenschaften können sich absolut sehen lassen. Den besten Eindruck auf der 24h-Rennstrecke in Finale Ligure hinterließen die DT Swiss und die Fox, wobei erstere alleine auf Grund des Gewichts für viele Racer sehr interessant sein dürfte. Die Rock Shox RS-1 zählt ebenfalls zu den Favoriten, konnte diesmal aber nicht den Testsieg vom letzten Jahr wiederholen. Die Performance schwankt oft von Gabel zu Gabel, wie die vielen Bike-Tests in der Vergangenheit belegen. Die günstige Bulls büßt auf Grund des Gewichts und durchschnittlicher Fahreigenschaften Punkte ein."

Georg Grieshaber Peter Nilges, BIKE-Testredakteur


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Themen: 100 Millimeter29 ZollBullsDT SwissFedergabelnFoxMaguraRockshoxSR SuntourTest


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