Federgabeln

  • Christopher Hug
 • Publiziert vor 16 Jahren

Intelligente Dämpfungssysteme am Hinterbau haben das Fully revolutioniert. Sind jetzt die Gabeln dran? 19 aktuelle Modelle im harten Labor- und Praxistest.

Das Funktionsprinzip einer Sanduhr ist verhältnismäßig einfach: Die Größe der Sandkörner und der Querschnitt der Öffnung bestimmen, wie viel Sand in welcher Zeit von der oberen Hälfte des Gefäßes in die untere Hälfte rieselt. Vereinfacht gesagt folgt die Dämpfung einer Federgabel nach dem gleichen Prinzip: Die Viskosität des Öls und der Querschnitt der Bohrungen bestimmen, wie schnell eine Gabel ein- und ausfedert: Dieses Prinzip von Zug- und Druckstufendämpfung wird aber nicht nur mit einem einzigen Durchlass geregelt, sondern mittels eines Labyrinthes aus Kanälen, Ventilen und kleinen Bohrungen. Um eine Federgabel zu konstruieren, die auf viele unterschiedliche Situationen effektiv reagiert, ist deshalb echte Ingenieurskunst gefordert.

Vorsprung durch Dämpfung:
Während bei Luftgabeln die Möglichkeiten größer sind, durch besonders reibungsarme Dichtungen oder trickreich verbundene Luftkammern die Performance zu beeinflussen, herrscht bei Stahlfedern faktisch ein Patt. Das gewickelte Stück Federstahl verhält sich in jedem Tauchrohr gleich. Ob gute oder schlechte Gabel entscheidet daher auch nicht die Feder, sondern eben jenes ölgefüllte System aus Kanälen, Ventilen und Bohrungen. Bei jedem Einoder Ausfedern strömt das Dämpfungsöl durch diese Öffnungen und kontrolliert damit die Bewegungen der Gabel. Im einfachsten Fall besteht die Dämpfung aus einer einzigen Bohrung. Je nach Durchmesser und Ölviskosität braucht man mehr oder weniger Kraft, um das Öl durch die Öffnung zu drücken. Nach diesem simplen Prinzip funktioniert auch das Einstellen der Zugstufe an einer Federgabel: Je nach Drehrichtung vergrößert oder verkleinert man den Querschnitt und damit den Strömungswiderstand. Die Gabel wird stärker oder schwächer gedämpft. Die Möglichkeiten, die eine leistungsfähige Dämpfung bietet, sind damit aber längst nicht ausgereizt. Welche Verbesserungen hier durch neue Denkansätze möglich sind, zeigen unterschiedlichste, auf dem Markt verfügbare Systeme.


Die Federgabeln in diesem Test:
Racegabeln:
Fox F80 X, Magura Ronin 110, Manitou Skareb Platinum SPV, Marzocchi Bomber Marathon SL, Rock Shox Sid Worldcup
Allroundgabeln:
Fox Float 100 RLC, Fox F100 X, Magura Asgard C 100, Manitou Black Elite, Rock Shox Duke SL U-Turn, Suntour Axon-S-RL
Endurogabeln:
Fox RLC Talas, Magura Phaon CP, Manitou Minute 1.00, Marzocchi Bonmber MX Pro Eta, Rock Shox Psylo Race
Freeridegabeln:
Manitou Sherman Breakout Plus, Marzocchi Bomber Z150 FR, Rock Shox Boxxer Race

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    Test: Federgabeln 04/04

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