Seite 1: Federgabel Duell: Fox 32 Float SC vs Fox 32 Float ND Tuned

Öl statt Luft: Leichtbau-Gabeln im Check

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Moderne Mountainbike-Gabeln werden seit Jahren mittels Luftdruck an das Körpergewicht des Fahrers angepasst. ND-Tuned will nun das Öl als Dämpfungselement gegen Luft tauschen. Funktioniert das?

72 Gramm können verdammt viel sein. Zumindest für Hardcore-Racer, welche die Haferflocken für das morgendliche Müsli abwiegen. Genau an diese Zielgruppe richtet sich die OVR-Dämpfungskartusche von ND-Tuned. Denn für einen Preis von 339 Euro können Grammfuchser nochmals 72 Gramm an der Fox-32-Float-SC-Gabel für den Marathon-Einsatz sparen. Wahlweise gibt es ist die Kartusche auch für Sid- und Reba-Gabeln von Rockshox. Wie kitzelt ND-Tuned nochmals 72 Gramm aus den Gabeln, die bereits ab Werk einer strengen Diät unterliegen?

Die Theorie Gabelkrone, Tauch- und Standrohre bleiben für die Diät unangetastet. Die Luftkammer (linke Gabelseite) bekommt ein abgeändertes Innenleben, aber den wirklichen Unterschied an der Waage soll die Dämpfungskartusche bringen. Normalerweise sorgt Öl, das beim Einfedern in der Kartusche durch verschieden große Öffnungen fließen muss, für die passende Ein- und Ausfedergeschwindigkeit und macht so die Fahrt über wurzelige Trails erst kontrollierbar. Diese Dämpfung wird bei Federgabeln auch Druck- beziehungsweise Zugstufe genannt und kann mit Drehknöpfen am oberen und unteren Ende des rechten Gabelholms eingestellt werden. Ohne Druck- und Zugstufe würden Federgabeln beim Einfedern wegsacken und so schnell ausfedern, dass der Reifen den Kontakt zum Boden verliert. An der Funktion selbst kann man also nicht sparen, aber weil Öl 870 Gramm pro Liter wiegt, pressen die Portugiesen nur Luft (1,2 Gramm pro Liter) anstelle der zähen Flüssigkeit durch ihre OVR-Dämpfungskartusche (Opening Valve Resistance). Neben der Gewichtsreduktion soll die OVR-Kartusche zusätzlich lästiges Wippen der Gabel beim Pedalieren verhindern und die Wartung reduzieren – so weit die Theorie.

Die Praxis Das Setup funktioniert bei beiden Kontrahenten gleich. Wir haben die Gabeln mit jeweils 75 PSI (rechter Gabelholm) befüllt und die Zugstufe entsprechend angepasst. Nach der ersten Fahrt auf dem Singletrail treten die Unterschiede aber deutlich zu Tage. Während die Original-Gabel mit Öldämpfung alle Unebenheiten bereitwillig wegschmatzt und ebenso komfortabel wie kontrolliert über Wurzelteppiche und kleine Steinfelder gleitet, hat das Pendant mit Luftdämpfung etwas mehr Probleme. Egal, wie hoch wir das Losbrechmoment der OVR-Kartusche einstellen, so elegant wie das Original will die ND-Tuned-Version nicht funktionieren. Die Leichtbau-Gabel spricht weniger fein an und arbeitet deutlich straffer. Im Wiegetritt oder beim Pedalieren im Sattel wippen beide Gabeln gleich wenig. Unser Federgabelprüfstand, entwickelt vom Zedler-Prüf­institut, unterstreicht den Eindruck aus der Praxis und misst bei der Tuning-Version sogar vier Millimeter weniger Federweg.


Das Fazit: Die ND-Tuned-Kartusche funktioniert grundsätzlich, kann dem Original von Fox aber nicht das Wasser reichen. Die Luftkartusche bietet eine Alternative für Tuner, die um jedes Gramm feilschen und hauptsächlich im moderaten Gelände fahren. Angesichts des Aufpreises von 339 Euro, kommt das Abwiegen von Haferflocken aber günstiger.


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Schlagwörter: Duell Float 32 Fox ND Tuned Test


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