Lauf TR29: Gabel mit Blattfedern im Trainings-Alltag Lauf TR29: Gabel mit Blattfedern im Trainings-Alltag Lauf TR29: Gabel mit Blattfedern im Trainings-Alltag

Dauertest: Lauf Trail Racer 29

Lauf TR29: Gabel mit Blattfedern im Trainings-Alltag

  • Ben Mössmer
 • Publiziert vor 5 Jahren

Die Parallelogramm-Gabel Lauf Trail Racer 29 zieht mit ihrer exotischen Technik alle Blicke auf sich. Doch wie schlägt sich die ungewöhnliche Blattfedergabel im Trainingsalltag eines Marathon-Racers?

Auspacken, einbauen, losfahren – So beginnt meine bitter-süße Hass-Liebe mit der Lauf Gabel. Einstellen muss ich – bis auf das Spiel im Steuersatzlager – nichts.

Die Fortsetzung: abwerfen, aufstehen, weiterfahren – Anfangs küsse ich zweimal unsanft den Waldboden, denn es dauert eine Weile bis ich an die aufwändigen Fiberglas-Carbon-Konstruktion gewöhne und ihr auch vertraue.

Doch nach einiger Zeit beherrsche ich meine Hometrails wieder blind. Unzählige Trainings mit der Lauf bei jedem Wetter lassen mich voller Euphorie in eine neue Dimension des Geschwindigkeitsrausches eintauchen. Die Zeit verfliegt auf den flowigen, schnellen Trails! Wurzelteppiche oder Steinfelder holen mich aber stets wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Denn die 60 mm "Federweg" sind nicht die Welt, das Kampfgewicht von knapp unter 1000 Gramm muss irgendwie erreicht werden. Die geringere Bauhöhe von nur 487 mm (ähnlich einer 80 mm Federgabel) verwandelt mein Marathon-Bike in eine CC-Rakete. Doch daran kann ich mich gewöhnen. Bunny-Hops über nabenhohe Hindernisse sind plötzlich ein Klacks, und der ein oder andere Strava KOM wird dank der Lauf Trail Racer meiner!

Privatfoto Bei linksseitig montierter Vorderradbremse verläuft die Bremsleitung in engen Bögen. 

Verzögert wird mit einer 180-mm-Scheibe, welche zugleich die kleinste montierbare Möglichkeit darstellt. Die 15 mm Steckachse tausche ich für mehr Alltagstauglichkeit gegen ein Modell mit Hebel.

So fährt sich die Lauf Trail Racer 29

Die Blattfeder-Konstruktion absorbiert feine Schläge um Welten besser als eine konventionelle Federgabel, bei großen Stufen oder Wurzeln hat die Lauf das Nachsehen. Das Fahrgefühl erinnert daher eher an eine Starrgabel gepaart mit niedrigem Reifendruck. Meinen Fahrstil muss ich auf den Trails sehr aktiv gestalten, um überhaupt auf dem Bike zu bleiben – Fehler werden hier nicht verziehen und bei schnell aufeinander folgende Wurzeln schaukelt sich die Gabel extrem auf.

Also rauf auf die Forstautobahn! Hier fühlt sich die Lauf-Gabel am wohlsten. Das leichte Wippen im Wiegetritt fällt kaum auf, im Gegensatz zur niedrigen Bauhöhe, die den Lenkwinkel deutlich erhöht.

geringes Gewicht

Bremsleitungsführung

sehr wartungsarm

Lenkwikelveränderung (steiler)

 

Steckachse ohne Hebel


Veränderungen (30 km):

  • Steckachse mit Hebel eingebaut
  • Vorbau erhöht montiert


Fazit:
Extravagante Optik, die jeden Blick auf sich zieht. Gewichtsfetischisten können bei der Lauf ruhigen Gewissens zugreifen. Der Einsatzzweck ist mehr auf die Waldautobahn beschränkt als auf technische Trails. Der absolut geringe Wartungsaufwand war für mich gerade in den nassen, kalten Monaten des Jahres Gold wert!

Die Fakten zur Lauf-Gabel Trail Racer 29


Gewicht: 1100 g (BIKE-Messung Vorserienmodell, 990 g für die Serie geplant)


Geometrie: 487 mm Bauhöhe (Abstand Steckachse bis Gabelkrone), 45 mm Offset


Federweg: 60 mm; drei Federhärten verfügbar (50-75 kg, 70-95 kg und 90-110 kg)


Preis: 990 Euro, www.laufforks.com

Gehört zur Artikelstrecke:

Lauf Trail Racer 29: Die Parallelogramm-Gabel im Test


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