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Seite 1: Test 2017: Leichte Bremsen fürs Mountainbike

3 leichte MTB Bremsen im Labor- und Praxistest

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Viel Bremspower bei wenig Gewicht: Die neuen Leichtbaustopper von Magura, Sram und Trickstuff sollen nicht nur ausgezehrte Rennfahrer herunterbremsen, sondern auch Trailbiker sicher ins Tal bringen.

BIKE Four Peaks 2016, Finale der zweiten Etappe: In den Schotterkehren unter der Asitz-Bergstation wird der Druckpunkt bei jeder Bremsung schwammiger. Pünktlich zum Beginn des Hangman-Trails quittiert die Hinterradbremse dann komplett ihren Dienst. Widerstandslos lässt sich der Carbon-Hebel des Magura-Stoppers bis zum Griff ziehen. 500 Höhenmeter ohne Hinterbremse durch den Bikepark Leogang warten bis ins Ziel. Aufgeben? Nein! Dass ich wenig später sturzfrei durch den Zielbogen rolle, habe ich dem vorderen Vierkolbenanker zu verdanken. Der glüht zwar im Ziel wie eine Wunderkerze, hat meine 75 Kilo aber sicher ins Tal gebracht. Ein unfreiwilliger Bremsentest unter Rennbedingungen sozusagen, den die neuen Kombi-Stopper der Schwaben bestanden haben. Der Grund für das Versagen der hinteren Bremse war übrigens Luft im System, sie war schlecht entlüftet. Doch der Vorfall zeigt auch, wie hart im Nehmen die neueste Generation leichter, hydraulischer Scheibenbremsen ist. Wir haben die Magura-Kreation und zwei neue Leichtbaustopper von Sram und Trickstuff auf unseren Laborprüfstand gespannt und sie danach im Gelände im direkten Vergleich gegeneinander antreten lassen.

Beim ersten Kräftemessen im BIKE-Labor sehen Trickstuff und Sram gegen den Vierkolbensattel der Magura-Vorderbremse kein Land. Kein Wunder, denn der hat bereits 2015 der MT7 zum Sieg im Bremsentest verholfen. Aber auch die "Kleine" von Trickstuff – momentan die leichteste Bremse der Welt – packt kraftvoller zu als eine Shimano XT oder Sram Guide RSC Ultimate mit vier Kolben. Nur die Level Ultimate hinkt bei der Bremskraft hinterher und dürfte auf langen Abfahrten bei schweren Fahrern für verkrampfte Unterarme sorgen. Die geballte Power der Magura spürt man auch im Gelände. Kurze Abfahrten, wie sie im Mittelgebirge gang und gäbe sind, locken die kraftvollen Magura-Stopper nicht aus der Reserve.

Robert Niedring Quietschkonzert: Bei Nässe begleitet ein Pfeiffen den Bremsvorgang. Am leisesten war Magura.

Ganz anders der dreistufige Fading-Test auf dem Trommelprüfstand, bei dem wir die Bremsen bewusst ans Limit bringen, um Extremsituationen zu simulieren. Auch dabei schafft es einzig die Magura bis in den dritten Durchgang. Fading-Schwächen zu Beginn des Tests (Initial-Fading) und eine verformte Scheibe kosten die Vierkolbenvorderbremse bei der Standfestigkeitswertung diesmal zwei Punkte. Mit jeweils vier von sechs Punkten beim Fading-Test hinterlässt das Leichtbau-Bremsen-Trio aber einen soliden Eindruck und distanziert damit sogar Konkurrenzmodelle wie die BFO H20 oder eine Shimano XT. Doch im Gelände muss man sich an die kraftvolle Vorderbremse der Magura erst einmal gewöhnen. Speziell an Racebikes mit schmalen Reifen oder auf losem Untergrund sollte man sich gut überlegen, voll in die Eisen zu steigen. Doch die neuen Magura-Stopper kann man ohne Bedenken auch an Trailbikes und leichten All Mountains fahren. Wer aufs Gewicht schaut und den besten Kompromiss aus Ergonomie, Bremskraft und Verarbeitung sucht, kommt in diesem Dreikampf nicht an der hochwertig verarbeiteten Trickstuff vorbei – mit hauchdünnem Vorsprung bekommt sie von uns den BIKE-Tipp vor der Magura.

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Themen: BremseMaguraSRAMTestTrickstuff


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