Bremsbeläge von Shimano fallen weiter (r)aus Bremsbeläge von Shimano fallen weiter (r)aus Bremsbeläge von Shimano fallen weiter (r)aus

Probleme mit Shimano-Bremsbelägen

Bremsbeläge von Shimano fallen weiter (r)aus

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 7 Jahren

Bei Shimano-Sinter-Belägen kann sich der Reibbelag von der Trägerplatte lösen, was einen plötzlichen Ausfall der Scheibenbremse bedeutet. Erkennen lässt sich ein gefährdeter Belag im Vorfeld nicht.


Update (07.03.2016): Die Probleme mit Bremsbelägen von Shimano sind noch nicht ausgestanden. Noch immer erreichen uns Leserzuschriften, die Fälle von plötzlichem Verlust der Bremswirkung schildern. Der Auslöser für den Bremskraftverlust war in den geschilderten Fällen stets derselbe: Der Reibbelag löste sich während der Fahrt von der Trägerplatte und fiel komplett aus der Scheibenbremse. Ohne den Belag entsteht ein größerer Spalt zur Scheibe. Beim nächsten Bremsvorgang lässt sich der Bremsgriff bis zum Lenker durchziehen ohne Bremswirkung. Der plötzliche Ausfall der Bremse kommt ohne Vorankündigung und kann gravierende Folgen haben. Laut Shimano (Kommentar s. u.) sind nur Beläge des Typs F03C Metal betroffen. Die Erfahrungsberichte ähneln stets diesem hier:

"Jetzt ist es auch mir passiert: Ohne Vorwarnung, ohne irgendwelche Anzeichen habe ich plötzlich keine Bremswirkung mehr!! 8x nachpumpen und es kommt etwas Bremswirkung zurück - aber auch ein hässliches Kratzen und Schleifen.... mit einer Bremse habe ich mich nach Hause gerettet (das ist hier in Berlin ja möglich - keine großen Gefälle...). zu Hause die ernüchternde Diagnose: ein Bremsbelag fehlt! Nur noch der Heat-Spreader und die Belagsplatte hängen an der Schraube, der eigentliche Belag: verschwunden...Ich benutze mein 29er täglich, aber eben nur hier in Berlin. Kaum auszudenken, was hätte passieren können..." BIKE-Leser Tobias H., am 02.03.2016 per Email

Georg Grieshaber Der Reibbelag kann sich von der Trägerplatte lösen und aus der Bremse heraus fallen.


Auch Sie haben diese oder ähnliche Erfahrungen mit Shimano-Bremsbelägen oder Belägen anderer Hersteller gemacht? Hinterlassen Sie uns im Kommentarfeld unten eine Nachricht oder schildern Sie uns den Fall per E-Mail an: hotline@bike-magazin.de , Betreff: "Bremsbelag".

Ob das Problem nur eine kleine Charge von Belägen betrifft, ist noch nicht geklärt. Bei den uns bekannten Fällen waren immer Sinter- (Metall-) Beläge von Shimano betroffen. Für die aktuellen Scheibenbremsen folgender Modellbaureihen: XTR, XT, SLX, Deore gibt es drei Ausführungen von Sinter-Belägen:


F03C Metal


G03S Metal


G03Ti Metal

Georg Grieshaber Beim Shimano F03C Belag mit Kühlrippen ist die Trägerplatte zweigeteilt. Eine Aluplatte mit Kühlrippen wird durch eine Stahlplatte auf der Rückseite verstärkt.


Wir haben bei Shimano-Importeur Paul Lange nachgefragt und um ein Statement gebeten. Von Shimano heißt es dazu bislang nur:

„Das Problem betrifft nur Sinterbeläge mit Kühlrippen, Model F03C. Es sind keine anderen Modelle betroffen. Bislang ist nur eine sehr geringe Stückzahl an Bremsbelägen auf Grund dieses Problems zurückgekommen. Shimano hat den Aufbau, das Material und die Produktionsprozesse dieses Bremsbelages neu untersucht und festgestellt, dass nur eine sehr geringe Menge betroffen ist. Neben der sehr geringen Fehlerquote besitzen diese Bremsen zusätzlich einen sogenannten ,selbstzentrierenden‘ Mechanismus: die automatische Belagnachstellung der Beläge bei Verschleiß. Selbst wenn sich der F03C-Belag von der Trägerplatte löst, ist eine gewisse Verzögerung nach einem zweiten Zug am Bremshebel möglich. Auf Grund des Selbstzentrierungsmechanismus’ in unseren Bremsen und der sehr geringen Anzahl an fehlerhaften Bremsbelägen sieht Shimano keinen weiteren Handlungsbedarf, die die Produkte im Handel betreffen. Dennoch empfiehlt Shimano Kunden mit diesen Problemen, den entsprechenden Händler aufzusuchen und die Beläge innerhalb der Shimano-Garantie umzutauschen. Das hilft uns, das Problem weiterhin zu beobachten und zu bewerten, ob weitere Maßnahmen nötig sind.“

BIKE ist an dem Thema drangeblieben und hat nochmal nachgefragt.

Rudy Bouwmeester von Shimano im Interview


BIKE: In den der BIKE bekannten Fällen löste sich der Belag ohne Vorwarnung von der Trägerplatte und fiel aus der Bremse heraus. Eine Notbremsung war erst nach mehrmaligem Pumpen am Hebel möglich. Wäre aus Sicherheitsgründen nicht ein Rückruf angebracht?
Rudy Bouwmeester: Wie oft man in einem solchen Fall pumpen muss, hängt von der Hebeleinstellung ab. Auf Grundlage der Risikobewertung und der Informationen, die uns vorliegen, sind keine weiteren vorbeugenden Maßnahmen nötig. Wir beobachten das Problem aber sehr genau.


Ist nur eine bestimmte Charge der Sinterbeläge F03C betroffen, und kann man diese irgendwie vorab identifizieren?
Die Anzahl an beanstandeten Belägen ist so gering (vier von 100 000 verkauften), dass wir es nicht auf eine Charge eingrenzen können. In den bekannten Fällen gibt es keine Merkmale, an denen man betroffene Beläge vorab identifizieren könnte. Sind die Beläge bereits umfangreich genutzt, kann man ziemlich sicher sein, dass nichts passiert.


Macht es Sinn, von Sinter- auf organische Beläge zu wechseln?
Wir sehen keinen Grund dazu. Wir raten Kunden, defekte Beläge innerhalb der Shimano-Garantie gegen einen neuen Satz Shimano-Beläge zu tauschen.


Dürfen Kunden offiziell auch markenfremde Beläge benutzen?
Wir berufen uns auf die entsprechenden Bedienungsanleitungen und Garantiebestimmungen. Für die beste Performance empfehlen wir original Shimano-Komponenten.


Auch Sie haben diese oder ähnliche Erfahrungen mit Shimano-Bremsbelägen oder Belägen anderer Hersteller gemacht?


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Themen: AusfälleBIKE 9/2014BremsbelägeBremseProblemeShimanoSinterXTR


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