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Test 2016: Teleskop Sattelstützen

10 absenkbare Sattelstützen im Test

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 6 Jahren

Völlig zu Recht hat sich die Teleskopsattelstütze den Status eines Must-haves verdient. Neue absenkbare Stützen mit innovativen Ansätzen drängen auf den Markt. Zehn spannende Variostützen im Test.

Bsssst-bsssst! Ein kurzer Tastendruck gefolgt von einem Surren, und schon fährt die Stütze wie von Geisterhand heraus. Kabelsalat oder Hydraulikleitung? Fehlanzeige. Das Elektronikzeitalter ist bereits im vollen Gange und macht auch vor der Teles­kopstütze nicht halt. Mit der Vyron bringt Magura die erste Tele-Stütze mit Funkfernbedienung auf den Markt. Eine konsequente Ergänzung zum bestehenden Elektronikfahrwerk eLECT. DIE gefeierte Innovation auf der letzten Eurobike.

Neben Maguras Vyron auf ANT+-Basis stellen sich neun weitere Variostützen zwischen 199 und 499,50 Euro unserem Test der absenkbaren Sattelstützen. Auffallend ist die Zweiklassengesellschaft innerhalb der Testgruppe. Drei Stützen um 200 Euro und die restlichen sieben erst wieder zwischen 400 und 500 Euro. Preisbewusste Biker werden bei XLC, Giant und der über Jahre unveränderten und daher stark reduzierten Fox DOSS fündig. Beim Rest des Feldes muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Dabei hält sich die Magura als Innovationsträger mit 400 Euro sogar noch zurück.

Diese absenkbaren Sattelstützen finden Sie im Test:

  • 9Point8 Fall Line
  • Easton Haven
  • Fox DOSS
  • Giant Contact SL Switch (BIKE-Tipp: Preis/Leistung)
  • Kindshock LEV Integra
  • Magura Vyron
  • Rock Shox Reverb Stealth
  • Thomson Elite
  • X-Fusion Hilo Strate
  • XLC ALL MTN

Test: 10 absenkbare Sattelstützen

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Neben absoluten Alleinstellungsmerkmalen bietet das Testfeld jedoch auch viele Gemeinsamkeiten. Alle Hersteller bieten den Durchmesser 30,9 und 31,6 Millimeter (außer Giant) an. Wer eine dünne 27,2er-Stütze sucht, wird bei Kindshock und Thomson fündig. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der Trend zur stufenlosen Verstellung. Bis auf die mechanisch arretierende Fox mit drei Stufen, basiert der Rest des Feldes auf einer hydraulischen Verstellung ohne definierte Positionen. Beide Systeme bieten Vor- und Nachteile und stoßen je nach Vorliebe des Fahrers auf mehr oder weniger Sympathie. Neben der stufenlosen Verstellung gibt es ebenfalls einen Trend zu mehr Hub. Sieben der getesteten Stützen bieten bereits einen Verstellbereich von 150 Millimetern. Ein echter Vorteil in anspruchsvollem Gelände, um den Sattel aus dem Weg und damit mehr Freiheit für die Verlagerung des Körpergewichts zu bekommen. Der einzige Nachteil: die größere Einbaulänge der Sattelstütze. Nicht jeder Biker ist in der Lage, eine Stütze mit so viel Hub zu fahren. Beinlänge und Sitzrohrlänge des Bikes sind ausschlaggebend. Um zu überprüfen, welche Länge passt, ist, neben der Stützenlänge (Unterkante bis zur Sattelgestellklemme im ausgefahrenen Zustand), auch die minimale und maximale Einstecktiefe im Testbrief angegeben. Damit können Sie leicht ermitteln, ob die Wunschstütze in Ihr Bike passt.

Auch bei der Ansteuerung der Tele-Stütze herrscht große Einigkeit. Bis auf Fox und selbstverständlich Magura werden alle Stützen im Test von unten im Sitzrohr angelenkt. Voraussetzung dafür ist die Vorbereitung des Rahmens. Ein Detail, das die meisten modernen Rahmen besitzen. Denn, wenn ein Kabel ins Sitzrohr hineinläuft, muss es auch irgendwo wieder herauskommen. Hat der Rahmen keine Vorbereitung zur internen Anlenkung, sollten Sie zu einer Tele-Stütze mit außen liegender Anlenkung greifen. Neben Fox und Magura wäre die Giant, ohne Zusatzteile umbaubar, eine Alternative. Tüftler, die unbedingt intern verlegen wollen und bei ihrem alten Rahmen nicht mehr auf die Garantie des Herstellers angewiesen sind, können für den Leitungsausgang auch ein vorhandenes Flaschenhaltergewinde im Unterrohr aufbohren. Dadurch muss zumindest kein zusätzliches Loch in den Rahmen gebohrt werden.

Bei der Montage, die mit in die Bewertung einfließt, spielt die Magura Vyron ihren Drahtlos-Trumpf aus. Sie ist mit jedem Rahmen kompatibel und so schnell wie eine normale Sattelstütze im Bike. Dadurch eignet sie sich durch schnelles Umstecken auch perfekt für den Einsatz im Zweitrad. Komplizierter wird die Montage dagegen bei der Rock Shox Reverb, die als einzige Tele-Stütze mit einer hydraulischen Ansteuerung arbeitet. Beim Kürzen der Leitung ist unter Umständen eine anschließende Entlüftung des Systems nötig. Dafür verschleißt die Hy­draulikleitung kaum und garantiert auch über Monate eine gleich bleibende Handkraft am Hebel. Der Rest des Feldes wird über einen Bowdenzug angesteuert. Im Ideal­fall lässt sich dieser ohne Werkzeug oder zumindest ohne größeren Aufwand an der Stütze aushängen. Bei Fox, Rock Shox und X-Fusion überlegt man sich zweimal, ob man die Stütze wirklich vom Bike trennt.

Zu guter Letzt macht auch das Gewicht 20 Prozent der Endnote aus. 587 bis 732 Gramm lassen allerdings noch Spielraum, um auch Cross-Country- und Marathon-Piloten die Vorteile schmackhafter zu machen.

Die Remote-Hebel der Variostützen

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Fazit Peter Nilges, BIKE-Testredakteur:

Die drahtlose Vyron von Magura ist aktuell die größte Innovation auf dem Tele-Stützen-Markt. Kinderleichte Montage und der Verzicht auf jegliche Kabel sprechen für das smarte System. Da Magura jedoch auf vorhandene Bauteile (eLECT) zurückgreift, gibt es auch Grenzen. Die Vyron arbeitet zeitverzögert und relativ langsam. Zudem könnte der Bedienknopf ausgeprägter und damit besser zu finden sein. Egal für jemanden, der ohne Zeitdruck den Sattel verstellen möchte, ein No-go im Renneinsatz. Unter den Stützen mit konventioneller Funktion hinterließ die neue 9Point8, die von Easton und Raceface in Lizenz gebaut wird, den besten Eindruck. Das beste Preis/Leistungsverhältnis bietet Giant.

Georg Grieshaber Peter Nilges, BIKE-Testredakteur


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