3 absenkbare Sattelstützen im Test 3 absenkbare Sattelstützen im Test 3 absenkbare Sattelstützen im Test

Test 2012: absenkbare Sattelstützen

3 absenkbare Sattelstützen im Test

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 9 Jahren

Mit der neuen Kronolog schickt Crank Brothers eine Kampfansage an die Konkurrenz. Specialized und Blacx im harten Duell mit dem Nachfolger der Joplin.

Mit der neuen Kronolog-Stütze geht Crank Brothers auf dem dichten Markt der absenkbaren Sattelstützen wieder in die Offensive. Ein kurzer Rückblick: 2006 präsentierte Maverick die hydraulische Speedball-Stütze, von Kimir kam die Gravity Dropper. Damit brachten die Amis einen Stein ins Rollen. Unterschiedlichste Hersteller und Systeme buhlen seither um die Gunst von Enduro-Piloten und Touren-Bikern. Mit der Joplin hatte Crank Brothers jahrelang ein heißes Eisen im Feuer. Jetzt steht die Nachfolgerin bereit. In unserem Dreier-Shoot-Out lassen wir die mechanische Kronolog gegen die komplett überarbeitete Jewel von Blacx und den Dauerbrenner von Specialized antreten.

Diese drei absenkbaren Sattelstützen fürs Mountainbike finden Sie im Test:

• Blacx Jewel Air+ AM
• Crank Brothers Kronolog
• Spezialiced Command Post Blacklite

Obwohl die hydraulische Reverb-Stütze von Rock Shox in unserem letzten Vergleichstest (BIKE 11/2010) nach Punkten den Sieg errang, hat sich das technisch aufwändige System nicht uneingeschränkt durchgesetzt. Sie arbeitet perfekt, wenn alles funktioniert, dafür ist sie aber auch störanfälliger. Bei den Notlaufeigenschaften punkten ganz klar die mechanischen Modelle. Wenn die Lenkerfernbedienung abreißt oder Luft entweicht, lassen sich Specialized und Crank Bros per Hand in jeder Position arretieren. Die Alpen-Tour findet also kein vorzeitiges Ende im Gasthof. Die Jewel des spanischen Herstellers Blacx arbeitet dagegen mit einem eigenen Magnet-Mechanismus. Reißt das Stahlseil der Fernbedienung ab, ist die Stütze zwar ausgefahren, aber nicht fixiert. Bergaufkurbeln wird damit zur anstrengenden Wiegetritt-Einheit.

Vor dem ersten Trailride wartet allerdings die Montage samt Zugverlegung am Bike. Bei Specialized kann der Hebel rechts und links montiert werden. In spezielle Handgriffe von Specialized lässt er sich sogar platzsparend integrieren. Der ergonomische Hebel der Jewel hat auf beiden Seiten Platz, egal ob nach oben oder unten gedreht. Nur Griffe und Bremshebel muss man zuvor abschrauben, da die Schelle nicht klappbar ist. Der neue Kronolog-Hebel mit seiner schwachen Rückstellfeder überzeugte uns nicht. Während der Testfahrten trauerten wir dem soliden Vorgänger-Joystick hinterher. Zudem macht die Zuganlenkung der Crank-Stütze Probleme, weil sich die Außenhülle beim Betätigen des Hebels immer leicht mitbewegt. Wird die Außenhülle zu dicht an der Stütze fixiert, arbeitet die Klemmung nicht mehr zuverlässig. Bei allen drei Testkandidaten lässt sich die Ausfedergeschwindigkeit über den Luftdruck regeln. Fährt man die Kronolog mit zu wenig Druck, sinkt sie während der Fahrt langsam um etwa einen Zentimeter nach unten. Nervig. Bei der superschnellen Specialized-Stütze kann man den Druck ruhig auf 10-15 PSI absenken, sie schießt immer noch schnell genug heraus. Gewöhnungsbedürftig und umständlich empfanden wir bei Blacx das Handling: Um die Stütze auszufahren, muss man gleichzeitig den Hebel drücken und den Sattel mit dem Hintern kräftig nach unten drücken. Das geht auf Kosten des Bedienkomforts.

Test-Fazit zu den drei absenkbaren Sattelstützen für Mountainbikes:

Bei Funktion und Zuverlässigkeit kommt keine der neuen Stützen an die Blacklite von Specialized heran. Blacx verliert beim Handling, die Kronolog bei der Funktion an Boden.


Die Test-Ergebnisse können Sie unten kostenlos als PDF herunterladen.

Tipp: Reduzierhülsen für Sattelstützen

Wenn der Sattelstützendurchmesser nicht passt: Günstige, maßgefertigte Hülsen von Airwings. Infos und Durchmesser unter www.airwings-systems.de

Themen: Crank BrothersKurztestSpecializedTeleskop-Sattelstütze

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