Sie ist zurück. Auf dem Bike. Auf der Rennstrecke. Im Rampenlicht. Ein kleines Wunder, wie Sari findet. Als sie im Herbst 2000 mit der Motocross-Maschine in den Sprunghügel krachte, schien alles noch im grünen Bereich. Die Schulter war gebrochen. Aber das gehörte ja irgendwie zum Job. Als im Frühjahr darauf die andere Schulter auf einer Dirt-Strecke zerschmetterte, machte sie sich schon mehr Sorgen. Die Ärzte mussten beide Schultern mit sechszehn Schrauben und viel Titan fixieren. Die Saison war gelaufen. Dennoch meldete Sari trotz Schmerzen für den Worldcup in Kaprun. Sie brauchte Ergebnisse, wenn sie im nächsten Jahr wieder einen Sponsorenvertrag bekommen wollte. Der Versuch endete mit drei gerissenen Schulterbändern. Die OP missglückte. Die Reha brachte keinen Erfolg. Dann wurden die Schultern wieder aufgeschnitten. Das Märchen von Cinderella löste sich in endlosen Physio-Therapien auf. Drei Jahre ist das jetzt her.



Die BMX-Strecke Blumenstein sieht aus, wie von Gott in die Alpenlandschaft modelliert. Die Wellenbahn ist umgeben von gepuderten Bergriesen. Von den grünen Wiesen klappern Kuhglocken herüber. Ein Bach rauscht. Vögel zwischern. Man möchte die Szenerie einpacken und daheim in den Setzkasten stellen. Sari steht auf dem Starthügel und pumpt die Lungen voll Sauerstoff. Fokussiert den Double auf der Gegengeraden. Tritt an. Sprintet durch den Anlieger. Und segelt elegant über das Hindernis. So, wie sie es einst bei ihrem Ziehvater John Tomac gelernt hat. So, wie sie letztes Jahr aus dem Nichts Schweizer Meisterin wurde. Und kurz darauf Vierte bei der WM. Eigentlich wollte sie ja nur noch aus Spaß Radfahren. Ohne Stress. Ohne Druck. ”Dann habe ich letztes Jahr bei einem Rennen zugeschaut und war wieder voll angefixt. Einmal Rennfahrer, immer Rennfahrer. Es ist wie eine Krankheit”, sagt Sari. Letztes Jahr musste sie ihr Bike noch im Laden kaufen. Jetzt klopfen wieder die Sponsoren an. Nächstes Jahr, so plant Sari, will sie wieder vom Sport leben können. Dafür schwitzt sie täglich – auf dem Rennrad, in der Muckibude, auf der BMX-Bahn. Den Job als Verkäuferin kann sich Sari ohnehin kaum auf Dauer vorstellen. ”Ich brauche meine Freiheit”, ruft sie und lässt ihr Pferdeschwänzchen schon wieder im Fahrtwind flattern.

Sie ist zurück. Auf dem Bike. Auf der Rennstrecke. Im Rampenlicht. Ein kleines Wunder, wie Sari findet. Als sie im Herbst 2000 mit der Motocross-Maschine in den Sprunghügel krachte, schien alles noch im grünen Bereich. Die Schulter war gebrochen. Aber das gehörte ja irgendwie zum Job. Als im Frühjahr darauf die andere Schulter auf einer Dirt-Strecke zerschmetterte, machte sie sich schon mehr Sorgen. Die Ärzte mussten beide Schultern mit sechszehn Schrauben und viel Titan fixieren. Die Saison war gelaufen. Dennoch meldete Sari trotz Schmerzen für den Worldcup in Kaprun. Sie brauchte Ergebnisse, wenn sie im nächsten Jahr wieder einen Sponsorenvertrag bekommen wollte. Der Versuch endete mit drei gerissenen Schulterbändern. Die OP missglückte. Die Reha brachte keinen Erfolg. Dann wurden die Schultern wieder aufgeschnitten. Das Märchen von Cinderella löste sich in endlosen Physio-Therapien auf. Drei Jahre ist das jetzt her. Die BMX-Strecke Blumenstein sieht aus, wie von Gott in die Alpenlandschaft modelliert. Die Wellenbahn ist umgeben von gepuderten Bergriesen. Von den grünen Wiesen klappern Kuhglocken herüber. Ein Bach rauscht. Vögel zwischern. Man möchte die Szenerie einpacken und daheim in den Setzkasten stellen. Sari steht auf dem Starthügel und pumpt die Lungen voll Sauerstoff. Fokussiert den Double auf der Gegengeraden. Tritt an. Sprintet durch den Anlieger. Und segelt elegant über das Hindernis. So, wie sie es einst bei ihrem Ziehvater John Tomac gelernt hat. So, wie sie letztes Jahr aus dem Nichts Schweizer Meisterin wurde. Und kurz darauf Vierte bei der WM. Eigentlich wollte sie ja nur noch aus Spaß Radfahren. Ohne Stress. Ohne Druck. ”Dann habe ich letztes Jahr bei einem Rennen zugeschaut und war wieder voll angefixt. Einmal Rennfahrer, immer Rennfahrer. Es ist wie eine Krankheit”, sagt Sari. Letztes Jahr musste sie ihr Bike noch im Laden kaufen. Jetzt klopfen wieder die Sponsoren an. Nächstes Jahr, so plant Sari, will sie wieder vom Sport leben können. Dafür schwitzt sie täglich – auf dem Rennrad, in der Muckibude, auf der BMX-Bahn. Den Job als Verkäuferin kann sich Sari ohnehin kaum auf Dauer vorstellen. ”Ich brauche meine Freiheit”, ruft sie und lässt ihr Pferdeschwänzchen schon wieder im Fahrtwind flattern.