Paralympics-Sieger Michael Teuber stürzt bei Münchner Sixdays schwer

  • Matthias Dreuw
 • Publiziert vor 12 Jahren

Dennoch will Teuber eine Woche später den höchsten Berg Spaniens bezwingen. Am Dienstag ist Paralympics-Radrennfahrer Michael Teuber aus Odelzhausen (BSV München/RSG Augsburg) zum höchsten Berg Spaniens auf der Kanareninsel Teneriffa aufgebrochen, um sein Benefizprojekt "0-4000. mit Handicap - ohne Limits." zu Gunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe durchzuführen.

Der an beiden Unterschenkeln gelähmte Rad-Paralympics-Sieger von Peking 2008 will den "El Teide", den mit 3718 Metern höchsten Berg Spaniens, von Meereshöhe aus bezwingen, damit seine eigenen Limits neu definieren und gleichzeitig die von der Sporthilfe definierten Prinzipien des Sports "Leistung. Fairplay. Miteinander." vorleben. Mit dem Erlös des Projekts, für das Teuber namhafte Sponsoren wie die Deutsche Telekom, den Apothekerverband ABDA, die Sparkasse Dachau sowie mehrere Top-Ausrüster gewinnen konnte, will der couragierte Radrennfahrer seine von der Sporthilfe erhaltenen Förderleistungen zur Förderung der nächsten Sportlergeneration zurückzahlen und außerdem ein Zeichen für sauberen Sport setzen.
 
Es ist eine gewaltige Herausforderung, den fast 4000 Meter hohen Vulkan-Koloss auf der Kanareninsel Teneriffa von Meereshöhe aus zu bezwingen: Man muss dazu etwa 2700 Höhenmeter mit Rennrad und Mountainbike und weitere 1300 Höhenmeter zu Fuß bewältigen. Teuber wollte dieses extreme Pensum - es sind ebenso viele Höhenmeter zu bezwingen wie bei den Königsetappen der Tour de France - an einem Tag packen. Nachdem der Bahn-Goldmedaillengewinner von Athen jedoch am vergangenen Freitag bei einem Rennen der Paralympics-Stars beim Münchner Sechstagerennen schwer stürzte und sich das Schlüsselbein brach (vgl. Bericht aus der AZ), muss er diesen ehrgeizigen Plan wohl begraben und den Berg nun in Etappen bezwingen.
 
Michael Teuber: "Nach dem Sturz dachte ich, 'das Projekt kannst Du vergessen' und war erstmal total frustriert, da ich einen Riesenaufwand für die Besteigung betrieben habe: Sponsoren, Flüge, Begleiter, Ausrüstung und sogar ein Kamerateam, alles war schon fix.
Dann setzte ich jedoch alle Hebel in Bewegung, wurde schnell operiert und die Ärzte gaben trotz einiger Risiken grünes Licht für die Besteigung. Allerdings werde ich den Berg nun in zwei Etappen bezwingen müssen, an einem Tag ist es mit dieser Verletzung wohl nicht zu schaffen. Jetzt plane ich, mich am ersten Tag über die Radstrecke zu kämpfen und die Nacht in einer Unterkunft am Fuße des oberen Vulkankegels zu verbringen. Einen weiteren Tag werde ich dann für die anstrengende Besteigung des Hauptgipfels in großer Höhe brauchen. Allerdings wird beides schwierig, weil ich bei Radfahren wohl nicht in den Wiegetritt gehen kann und weil ich beim Bergsteigen Teleskopstöcke verwenden muss, um das Gleichgewicht sicher halten zu können. Beide Bewegungsabläufe werden durch das verletzte Schlüsselbein nicht normal durchführbar sein. Dennoch will ich mich durchbeissen und es bis auf den Gipfel schaffen. Eines meiner Anliegen war es, zu zeigen, dass man - egal ob mit oder ohne Behinderung - mit Mut, Willen, Disziplin und Durchsetzungskraft vieles schaffen kann und auch tiefgreifende Krisen bewältigen kann. Ich hoffe, dass ich es auch diesmal schaffe."
 
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