Para-Biker Teuber startet Abenteuer

  • Matthias Dreuw
 • Publiziert vor 12 Jahren

Michael Teuber will heute (17.11.2008) auf Teneriffa von 0 auf 4000 Meter steigen: Nach vielen Schwierigkeiten wurde die Sporthilfe-Benefizaktion heute um 6 Uhr Morgens gestartet.

Die Vorbereitungen für das Projekt "0-4000. mit Handicap - ohne Limits.", bei dem der Rad-Paralympicssieger Michael Teuber unter dem Sporthilfe-Motto "Leistung. Fairplay. Miteinander." auf Teneriffa den mit 3718 Metern höchsten Berg Spaniens an einem Tag bezwingen wollte, waren schon fast abgeschlossen. Dann stürzte Teuber bei den Münchener Sixdays gut 3 Tage  vor der geplanten Abreise schwer und brach sich das Schlüsselbein.
Nachdem es zunächst aussichtlos erschien, die von namhaften Sponsoren wie der DeutschenTelekom, des Apothekerverbands ABDA und der Sparkasse Dachau unterstützten Aktion in Angriff zu nehmen, keimte bei Teuber Hoffnung, nachdem er 48 Stunden vor der geplanten Abreise operiert wurde und die Ärzte zwar Schmerzen prognostizierten, aber die Durchführung der Aktion nicht ausschlossen.

Da die Befahrung mit Rennrad und Mountainbike bis auf eine Höhe von 2500 Meter und die anschließende Besteigung zu Fuß an nur einem Tag mit dieser Verletzung nicht machbar erscheint, plant Michael Teuber nun, die Bewältigung der Strecke auf zwei Tage zu verteilen.
Seit Dienstag befindet sich Michael Teuber mit seinem Team auf Teneriffa. Er hat leicht am Berg trainiert, am Donnerstag eine kleine Wanderung in der Höhe unternommen und sich am Freitag erstmals wieder aufs Rad gesetzt. Beide Bewegungsabläufe sind zwar eingeschränkt möglich, aber mit Schmerzen verbunden.

Michael Teuber wird heute Morgen um 6 Uhr - 90 Minuten vor Sonnenaufgang - im Surferparadies "El Medano" auf Meereshöhe starten. Für die Radstrecke über ca. 60 Kilometer und 2700 Höhenmeter plant Teuber 7 Stunden ein, allerdings wird er öfter anhalten müssen, da er sich durch die Verletzung nicht wie gewohnt auf dem Rad bewegen und entlasten kann und dadurch neben den Schmerzen auch Verspannungen entstehen.
Die Besteigung des Gipfels am nächsten Tag geht über weitere 1300 Höhenmeter. Auch für diese Strecke muss Teuber wegen der Verletzung mehr Zeit einplanen, dazu kommen Faktoren wie die dünne Luft in großer Höhe sowie Kälte, die den Aufstieg erschweren und verlangsamen.

Teubers Frau Susanne wird ihn heute auf der Radstrecke mit dem Auto begleiten. Sie wird ihn mit Getränken und Verpflegung versorgen, die Verletzung und Beschwerden wie Verspannungen behandeln sowie alle nötigen Utensilien beim Wechsel von Rennrad aufs Mountainbike bereithalten.
Der Begleiter für die Besteigung des Gipfels wird Josef Heigenhauser aus Reit im Winkl sein. Heigenhauser ist ein erfahrener Bergsteiger, Mitglied der Bergrettung und hat 2006 eine Expedition auf den Broad Peak - einen 8000er in Pakistan - mitgemacht. Da Michael Teuber mit dem gebrochenen Schlüsselbein keinen Rucksack tragen kann, ist er auf die Unterstützung des Bergführers angewiesen, der Getränke, Verpflegung und Bekleidung transportieren wird und nötigenfalls weitere Hilfe leisten kann.
Außerdem wird Michael Teuber von Kameramann Tommy Beier begleitet, der das Projekt dokumentieren wird.

Michael Teuber vor dem Start: "Ich habe noch deutliche Beschwerden, die Operation ist ja erst eine Woche her. Aber ich hoffe, dass ich mich heute dennoch über die Radstrecke kämpfen kann. Morgen, am Gipfeltag, wird mir die Belastung von der Radstrecke noch in den Beinen stecken. Aber ich werde die Besteigung auf alle Fälle versuchen, auch wenn ich nur langsam vorankommen werde. Denn eines meiner Anliegen war es, zu zeigen, dass man - egal ob mit oder ohne Behinderung - mit Mut, Willen, Disziplin und Durchsetzungskraft fast alles schaffen kann."


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