Eklig kalt ist es an diesem Januartag in Kappel. Milatz kurbelt stumm neben WG-Kumpel Tim die verschneite Auffahrt zum Kybfelsen hoch, dabei im 140er-Pulsbereich kleine Kondenswölkchen in die Winterluft hauchend. Immer wieder verlieren die Reifen die Lust am Vortrieb. Andere würden zurückfahren, duschen, Kaffee trinken. Nicht Milatz. Sobald er ein Ziel hat, gibt es kein Zurück. Das war schon damals so, als er in den Sommerferien lieber ausgedehnte Fahrrad- Expeditionen unternahm, als auf einem Handtuch in der Sonne zu grillen. Mit 14 Jahren radelte er allein mit einem Kumpel 300 Kilometer nach Pforzheim, mit 16 zum Montblanc und retour, zwei Jahre später in Längsrichtung über die Alpen bis Nizza. Auch wenn sich das Wetter dabei oft zickig gab: Aufgeben kam nie in Frage. “Der Moritz kann ziemlich stur sein”, sagt Tim und meint das bewundernd. Was für ein Typ ist Moritz? “Intelligent, zuverlässig, bescheiden.” Seine größte Macke? “Hm, fällt mir keine ein.” Also doch. Ein Vollblutsportler ohne Eskapaden. Reporter können schon mal verzweifeln bei dem Bemühen, Ecken und Kanten bei Milatz zu finden, die es wohl tatsächlich gar nicht gibt. Interviews versanden gewöhnlich in einsilbigen Standard-Antworten. Lieblingsmusik? “Och, querbeet.” Lieblingsessen? “Eigentlich alles.” Letzter Kinofilm? “Oh je, weiß ich gar nicht mehr.” Ausschweifungen? “Nur im November, da mache ich alles, was ungesund ist.” Was denn? “Fußball spielen.” Mehr nicht? “Doch, weggehen, auch mal saufen.” Saufen? “Naja, selten.” Und wenn, wie viele Bier? “Kommt drauf an.” Wie viele? “Unterschiedlich.” Eine Zahl! “Zwei bis vier, ungefähr.” Der Mensch Moritz Milatz ist schwer zu greifen. Weil er eben nur genau das ist, was man zwar sieht, aber in dieser Geschliffenheit einfach nicht glauben mag: ein perfekter Sportler ohne Allüren.

Eklig kalt ist es an diesem Januartag in Kappel. Milatz kurbelt stumm neben WG-Kumpel Tim die verschneite Auffahrt zum Kybfelsen hoch, dabei im 140er-Pulsbereich kleine Kondenswölkchen in die Winterluft hauchend. Immer wieder verlieren die Reifen die Lust am Vortrieb. Andere würden zurückfahren, duschen, Kaffee trinken. Nicht Milatz. Sobald er ein Ziel hat, gibt es kein Zurück. Das war schon damals so, als er in den Sommerferien lieber ausgedehnte Fahrrad- Expeditionen unternahm, als auf einem Handtuch in der Sonne zu grillen. Mit 14 Jahren radelte er allein mit einem Kumpel 300 Kilometer nach Pforzheim, mit 16 zum Montblanc und retour, zwei Jahre später in Längsrichtung über die Alpen bis Nizza. Auch wenn sich das Wetter dabei oft zickig gab: Aufgeben kam nie in Frage. “Der Moritz kann ziemlich stur sein”, sagt Tim und meint das bewundernd. Was für ein Typ ist Moritz? “Intelligent, zuverlässig, bescheiden.” Seine größte Macke? “Hm, fällt mir keine ein.” Also doch. Ein Vollblutsportler ohne Eskapaden. Reporter können schon mal verzweifeln bei dem Bemühen, Ecken und Kanten bei Milatz zu finden, die es wohl tatsächlich gar nicht gibt. Interviews versanden gewöhnlich in einsilbigen Standard-Antworten. Lieblingsmusik? “Och, querbeet.” Lieblingsessen? “Eigentlich alles.” Letzter Kinofilm? “Oh je, weiß ich gar nicht mehr.” Ausschweifungen? “Nur im November, da mache ich alles, was ungesund ist.” Was denn? “Fußball spielen.” Mehr nicht? “Doch, weggehen, auch mal saufen.” Saufen? “Naja, selten.” Und wenn, wie viele Bier? “Kommt drauf an.” Wie viele? “Unterschiedlich.” Eine Zahl! “Zwei bis vier, ungefähr.” Der Mensch Moritz Milatz ist schwer zu greifen. Weil er eben nur genau das ist, was man zwar sieht, aber in dieser Geschliffenheit einfach nicht glauben mag: ein perfekter Sportler ohne Allüren.