Es war ein kalkulierter Überraschungssieg. Er schien realistisch. Doch niemand hatte wirklich damit gerechnet. Nicht die Zuschauer. Nicht mal Milatz selbst. Das macht diesen Sieg noch ein bisschen größer und eindrucksvoller, als er ohnehin ist. Für die Rennszene, weil sich zum ersten Mal seit sechs Jahren ein anderer als Lado Fumic das Meister-Trikot überstreifen durfte. Für Milatz, weil er mit dem Mountainbike endlich geschafft hatte, woran er als Läufer wegen einer rätselhaften Verletzung vier Jahre zuvor gescheitert war. Zehntausend Zuschauer brüllten die Fahrer an jenem 11. Juni 2006 über den Kurs, der als Hausstrecke von Favorit Lado Fumic galt. Die meisten seien Fumic-Fans gewesen, erinnert sich Milatz. ”Fumic” hätten die Massen wie wahnsinnig geschrien und mit ”Fumic”-Bettlaken gewedelt. Ein Hexenkessel. Plötzlich sei er alleine vorn gelegen, was ihn selbst überrascht hätte. Kurzzeitig habe er sogar überlegt zu warten, was natürlich saudämlich gewesen wäre, also sei er weiter gefahren, immer sein Tempo, getrieben von ”Moritz, zieh, auf geht’s!”-Sprechchören, die plötzlich skandiert wurden, bis er nach zwei Stunden, einer Minute und fünf Sekunden als Erster den Zielstrich passierte. Die Badische Zeitung druckte in ihrer Montagsausgabe die ersten Worte, die Milatz im Siegestaumel in die Reporter-Diktafone jubelte: ”Au, ich habe einen Krampf. Brutal, ich bin Deutscher Meister!” Heute, über ein halbes Jahr später, wählt er seine Worte seltsam nüchtern, wenn er Fragen zur persönlichen Bedeutung des Titels beantwortet. Nein, sagt er, verändert habe sich durch das Meister-Trikot nichts für ihn. Natürlich sei es schön, das Rennen gewonnen zu haben, doch sein sechster Platz beim Worldcup in Fort William, errungen zwei Wochen vor der DM, wiege weitaus schwerer für ihn. Also keine Fan-Post, kein Geldregen, keine Auszeichnungen, wirklich nichts von alledem? Nicht mal das Gefühl der Bürde? ”Mein Sponsor hat ein Poster gedruckt. Das fand ich ganz cool.” Über Gefühle spricht Milatz in der Öffentlichkeit ungern bis gar nicht. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum über den amtierenden Deutschen Meister nicht viel mehr bekannt ist, als dass er bekannt ist.

Es war ein kalkulierter Überraschungssieg. Er schien realistisch. Doch niemand hatte wirklich damit gerechnet. Nicht die Zuschauer. Nicht mal Milatz selbst. Das macht diesen Sieg noch ein bisschen größer und eindrucksvoller, als er ohnehin ist. Für die Rennszene, weil sich zum ersten Mal seit sechs Jahren ein anderer als Lado Fumic das Meister-Trikot überstreifen durfte. Für Milatz, weil er mit dem Mountainbike endlich geschafft hatte, woran er als Läufer wegen einer rätselhaften Verletzung vier Jahre zuvor gescheitert war. Zehntausend Zuschauer brüllten die Fahrer an jenem 11. Juni 2006 über den Kurs, der als Hausstrecke von Favorit Lado Fumic galt. Die meisten seien Fumic-Fans gewesen, erinnert sich Milatz. ”Fumic” hätten die Massen wie wahnsinnig geschrien und mit ”Fumic”-Bettlaken gewedelt. Ein Hexenkessel. Plötzlich sei er alleine vorn gelegen, was ihn selbst überrascht hätte. Kurzzeitig habe er sogar überlegt zu warten, was natürlich saudämlich gewesen wäre, also sei er weiter gefahren, immer sein Tempo, getrieben von ”Moritz, zieh, auf geht’s!”-Sprechchören, die plötzlich skandiert wurden, bis er nach zwei Stunden, einer Minute und fünf Sekunden als Erster den Zielstrich passierte. Die Badische Zeitung druckte in ihrer Montagsausgabe die ersten Worte, die Milatz im Siegestaumel in die Reporter-Diktafone jubelte: ”Au, ich habe einen Krampf. Brutal, ich bin Deutscher Meister!” Heute, über ein halbes Jahr später, wählt er seine Worte seltsam nüchtern, wenn er Fragen zur persönlichen Bedeutung des Titels beantwortet. Nein, sagt er, verändert habe sich durch das Meister-Trikot nichts für ihn. Natürlich sei es schön, das Rennen gewonnen zu haben, doch sein sechster Platz beim Worldcup in Fort William, errungen zwei Wochen vor der DM, wiege weitaus schwerer für ihn. Also keine Fan-Post, kein Geldregen, keine Auszeichnungen, wirklich nichts von alledem? Nicht mal das Gefühl der Bürde? ”Mein Sponsor hat ein Poster gedruckt. Das fand ich ganz cool.” Über Gefühle spricht Milatz in der Öffentlichkeit ungern bis gar nicht. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum über den amtierenden Deutschen Meister nicht viel mehr bekannt ist, als dass er bekannt ist.