Moritz Milatz

  • Tomek
 • Publiziert vor 13 Jahren

Vor vier Jahren rasierte sich Moritz Milatz zum ersten Mal die Beine, weil er bei einem Lizenzrennen starten wollte. Heute trägt er das Trikot des Deutschen Meisters. Der Aufstieg von Milatz ist beispiellos. 2002 litt er wegen einer rätselhaften Erkrankung noch bei jedem Schritt.

Die Bayern haben Magath rausgeschmissen, unterbricht der Radiomann den „besten Hitmix der 80er und 90er“. Woraufhin Moritz Milatz (24) vom Sofa aufschreckt und Richtung Küche ruft: „Ey Tim, bring mal das Pumpernickel mit.“

Also stellt Tim, der schon seit Stunden in Radhose durch die WG läuft, das Pumpernickel auf den Esstisch, dazu Aprikosen-Marmelade und Butter. Höchste Zeit, die Energiespeicher für die zweite Tageseinheit aufzufüllen. Im Radio laufen schon die 14-Uhr-Nachrichten. Auf dem Trainings-Plan stehen noch zwei Stunden G1. Zu Edeka müssen sie noch. Und um 17:55 Uhr fängt „Verbotene Liebe“ an. „Hoffentlich schaffen wir das“, murmelt Milatz und kaut an einer von missglückten Bestreichversuchen zerfetzten Pumpernickel-Scheibe. In ein paar Wochen wird es wieder vorbei sein mit Sofastunden, WG-Leben und Seifenopern. Dann wird der Druck ins Leben von Moritz Milatz zurückkehren. Der Druck, wegen dem er abends komplizierte Mathe-Gleichungen löst, um schlafen zu können. Der Druck, der sich am 11. Juni 2006 Schwarz-Rot-Gold um seinen Brustkorb legte – als Milatz plötzlich Deutscher Meister im Cross Country war.

Moritz Milatz

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