BIKE Header Campaign
Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016 Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Italy Divide: Das Bike des Siegers Jay Petervary

Jay Petervary: Das Bike des Ultrabike-Superstars

Henri Lesewitz am 11.05.2016

Irre Distanzen, kein Service: Self-Support-Rennen sind die Härteprüfungen der Ultrabike-Szene und einer ihrer Stars ist der US-Amerikaner Jay Petervary. Uns hat er die Geheimnisse seines Bike erklärt.

Wenn sich der US-Amerikaner Jay Petervary in den Sattel schwingt, dann vergehen meist Tage bis zum Absteigen. Der 44-jährige mit dem Ziegenbärtchen ist der Star der Ultrabike-Szene. "RIDE Forward", steht auf seiner Visitenkarte, die das Design eines Laufrads hat.

Bikepacking heißt die neue Lust am Abenteuer-Biken, deren Krönung die wahnwitzigen Self-Support-Rennen darstellen. Gemeinsamer Start, danach ist jeder auf sich selbst gestellt. Schlafen? Jedermanns eigene Sache, im Rennkonzept aber nicht unbedingt vorgesehen. Wer als Erster das Ziel erreicht, wird in der Szene vergöttert.

Stahlharte Ultrabiker gibt es viele. Doch keiner hat das Non-Stop-Biken derart perfektioniert wie Jay Petervary, der mit den Langstrecken-Abenteuern sogar sein Geld verdient. Für das 4418 Kilometer lange Kult-Rennen Tour Divide von der kanadischen bis zur mexikanischen Grenze brauchte er gerade mal 15 Tage. Unvorstellbar angesichts der anspruchsvollen Strecke, die entlang der Great Devide Mountain Bike Route dem Gebirgskamm der Rocky Mountains folgt.

Entsprechend groß war die Spannung nun beim Italy Divide, mit welcher Fabelzeit der US-Star ins Ziel preschen würde. Das Rennen zählt zu den neuen Härteprüfungen der Self-Support-Szene. Die Eckdaten lassen die Strapazen erahnen: knapp 850 Kilometer und 20 000 Höhenmeter von Rom bis nach Torbole am Gardasee. Dazu machte den Startern noch nass-kaltes Wetter das Rennen zur Hölle. Auf dem finalen Gipfel Monte Altissimo lag sogar Schnee. Petervary schien das alles nichts auszumachen. Er erreichte das Ziel bereits nach 82 Stunden. In unserem Abenteuerbericht von Walter Lauter werden die Strapazen deutlich, die die Tour bereit hielt.

Italy Divide Jay Petervary Walter Lauter

Walter Lauter mit Jay Petervary vor dem Start des Italy Divide 2016.

Wie lange er geschlafen habe, wollten wir von ihm wissen. "Gesamt?", grinste Petervary in Vorfreude auf das verblüffte Reporter-Gesicht. Dann gab er genüsslich die Antwort, wissend, wie irre diese Auskunft auf Normalsterbliche wirkt: "Sieben Stunden. Während des gesamten Rennens." Petervary hat für uns exklusiv die Feinheiten seines Bikes erklärt. Denn ohne die ausgeklügelten Details wäre die Wahnsinnszeit nicht möglich gewesen.

Fotostrecke: Das Bike von Ultrabike-Superstar Jay Petervary

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Petervary fährt für die US-Firma Salsa. Sein "Cutthroat Carbon MTB" ist ein Zwitter aus Mountain- und Crossbike. Man kann Cyclocross-Laufräder oder 650b-MTB-Räder fahren. Beim Italy Divide fuhr er ziemlich prall gefüllte 38er Gravel Road-Reifen, obwohl der Untergrund teilweise übel verblockt war. Jeder Zentimeter Platz am Carbonrahmen wird als Stauraum genutzt. Petervary fährt streng nach Watt, weshalb er eine Kraftmess-Kurbel montiert hat. Jeder Tritt kann so präzise gesetzt werden. Und auch der Kalorienbedarf kann genau berechnet werden. Effektiver geht es nicht.

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Die USB-Steckdose wird von einem Nabendynamo gespeist und versorgt Handy sowie GPS-Gerät.

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Ein robuster, leichtgängiger Nabendynamo hält die Stromversorgung von Lampen und USB-Verbindung selbst in entlegenen Gegenden zuverlässig aufrecht.

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Dick gewickeltes Lenkerband, klappbare Armstützen, Aero-Aufsatz: Um Rücken- und Schulterschmerzen bei den langen Non-Stop-Fahrten zu minimieren, hat Petervary das Cockpit optimiert. Das kleine Kästchen mit dem JP-Logo ist der GPS-Tracker, mit dem die Teilnehmer vom Rennchef überwacht werden, um Schummelei zu unterbinden.

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Die Sattelstütze ist aus Titan. Das Material flext, was den Komfort spürbar erhöht. Zudem ist es robust.

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

Jede Panne kann den Sieg kosten. Im schlimmsten Fall strandet man in menschenleerer Einöde. Bei Self-Support-Rennen gibt es für Petervary deshalb nur eine Wahl beim Thema Verzögerung: mechanische Scheibenbremsen. Die Avid BB7 sind seit Jahren bei Vielfahrern bewährt und  verzögern besser, als man vermuten würde. Das wichtige aber: Im Falle einer Havarie lassen sich auch mit einem Mini-Tool reparieren.

Ultrabike-Star Jay Petervary at BIKE Festival Riva 2016

850 Kilometer und 20000 hm: Ultrabike-Superstar Jay Petervary sprintete in 82 Stunden beim Italy Divide Self-Support-Rennen von Rom nach Torbole. Und hatte dann noch mal so lange Zeit, sich auszuschlafen, bis das BIKE Festival die Tore öffnete.

Mehr Infos zu Jay Petervary: jaypetervary.com

Henri Lesewitz am 11.05.2016

  • Das könnte Sie auch interessieren