Karl Platt: "Alles genauso machen wie vor 20 Jahren" Karl Platt: "Alles genauso machen wie vor 20 Jahren" Karl Platt: "Alles genauso machen wie vor 20 Jahren"

Interview Karl Platt zur BIKE Transalp 2022

Karl Platt: "Alles genauso machen wie vor 20 Jahren"

  • Lisa Gärtitz
 • Publiziert vor 11 Tagen

Nach Karriereende und mehreren Jahren Transalp-Pause hat Marathon-Legende Karl Platt die Sehnsucht wieder gepackt. Wir haben mit ihm über seinen Start bei der Maxxis BIKE Transalp 2022 gesprochen.

BIKE: Mountainbike-Kenner nennen dich wegen deiner vielen Teilnahmen gern „Mr. BIKE-Transalp“. Wie oft durfte Dich die BIKE Transalp schon begrüßen?

Karl Platt: 17 Mal war ich dabei.

Und wie oft hast du gewonnen?

Sieben Mal. Und unzählige Male auf Platz 2 gestanden. Einmal habe ich das Podium verpasst und einmal musste ich wegen einer Verletzung aufgeben.

Michael Müller Karl Platt bei der BIKE Transalp 2006 an der Seite von Partner Karsten Bresser.

Wann und wie bist du zur BIKE Transalp gekommen?

Das war 2001. Mein langjähriger Freund und ehemaliger BIKE-Mitarbeiter Christoph Listmann hat immer gesagt: „Karl, du musst unbedingt die BIKE Transalp fahren. Du wirst sie lieben.“ Ich war damals noch ein reiner Cross-Country-Fahrer und im Marathonbereich noch unerfahren. Aber Christoph hat so davon geschwärmt, dass ich es unbedingt ausprobieren wollte. Also bin ich mit ihm 2001 meine erste Transalp gefahren.

Und warst sofort fasziniert?

Oh ja.

Peter Musch Karl Platt und Stefan Sahm bei der Zieldurchfahrt in Riva. 2007 holte Platt seinen fünften Gesamtsieg.

Wieso? Du bist schon unzählige Mountainbike-Etappenrennen in der ganzen Welt gefahren. Was macht die BIKE Transalp so besonders?

Die BIKE Transalp ist die Mutter der Etappenrennen. In einer Woche einmal über die ganzen Alpen, das gibt es so nicht noch einmal. Und die unglaublichen Panoramen und das einzigartige Gemeinschafts-Flair sind einfach einzigartig. Und nicht zu vergessen das fast immer perfekte Wetter. Das war oft so gut, dass wir ein Synonym für „Kaiserwetter“ gefunden haben: Wir nannten es von nun an nur noch „Transalp-Wetter“. Es gibt einfach nichts Vergleichbares mit der BIKE Transalp. Jedes Jahr habe ich mich unglaublich auf das Rennen gefreut.

Wir hoffen, du freust dich in diesem Jahr noch genauso auf die bevorstehende BIKE Transalp?

In diesem Jahr freue ich mich ganz besonders und ganz anders. Ich habe nun ein paar Jahre nicht mehr an der BIKE Transalp teilgenommen. Jetzt bin ich wieder so aufgeregt wie in meinen ersten Transalp-Jahren. Manchmal ist eine Pause sinnvoll, wenn man etwas lange Zeit gemacht hat. Das weckt die Leidenschaft wieder. Und in der Masters-Kategorie kann ich das Ganze in diesem Jahr noch viel mehr und auf eine ganz andere Weise genießen.

Du gehst also als Masters-Fahrer die BIKE Transalp entspannter an?

Ja, ein wenig schon. Das Messer zwischen den Zähnen habe ich ausgespuckt. Aber wenn man eine Nummer am Lenker und Rücken hat, dann fährt man immer so schnell wie möglich.

Also ist das Ziel der Sieg?

Ziel ist es, so viel Spaß wie möglich zu haben und so schnell zu fahren wie es die Beine erlauben.

Auf die Bekanntgabe der Strecke warten alle immer ganz gespannt. Wie gefällt dir die diesjährige Route?

(räuspert sich, grinst) Ich habe mir die Strecke ehrlich gesagt noch gar nicht genauer angesehen. Es geht von Lienz nach Riva. Das weiß ich und das ist das Wichtigste. Die Zwischenstücke kann ich mir schon gut vorstellen und freue mich, wieder all die schönen Etappenorte zu sehen.

Also lässt du dich von der Streckenführung überraschen?

Ja, schon. So haben wir es in den anderen Jahren auch immer gemacht. Klar, vor der Etappe schaut man sich das Höhenprofil und markante Punkte auf der Streckenkarte an. Aber ansonsten lässt man es einfach auf sich zukommen. Genau das macht den Reiz ja aus. Nicht zu wissen, was einen erwartet. Und dabei immer wieder beeindruckt zu werden von der Alpen-Schönheit.

Also gibt es noch kein Highlight in diesem Jahr, auf dass du dich besonders freust?

Oh doch. Schon die erste Etappe ist für mich ein Highlight. Vor einigen Jahren startete eine Etappe in Lienz. Ich erinnere mich, dass wir da einmal etwas weniger gutes Wetter hatten und ich mein Bike durch Schneefelder schieben musste. (Grinst) Mal sehen, wie es dieses Mal wird.

Henning Angerer Mit 17 Teilnahmen lässt sich Transalp-Routinier Karl Platt auch von einem Schlechtwettertag nicht aus der Ruhe bringen, wie hier 2014.

In diesem Jahr wird es während der Transalp hoffentlich nicht schneien.

Ich hoffe auch. Denn die Dolomiten sind bei Sonnenschein absolut atemberaubend.

Zweites Highlight?

Jedes Alpenpanorama ist beeindruckend, aber die Dolomiten mit ihren krassen Kontrasten sind wirklich immer wieder ein unvergessliches Erlebnis. Aber die gesamte BIKE Transalp ist natürlich ein einziges, riesiges Highlight.

Hast du Tipps für Transalp-Neulinge? Worauf sollte man bei seiner ersten Alpenüberquerung mit dem Bike achten, damit es auch für weniger Erfahrene ein einziges, großes Highlight wird?

Am wichtigsten ist es, sich nicht nervös machen zu lassen, weder vor noch während des Rennens. Natürlich muss man trainieren, aber man darf auf keinen Fall kaputt in die Woche starten. Man sollte den Mut haben, eine Woche vor dem Start weniger zu machen. Auch beim Rennen immer die Ruhe bewahren und seinen eigenen Rhythmus fahren. Es bringt nichts, an Tag 1 zu überpacen und sich einen in den Schuh zu fahren. Das zieht sich dann durch die Woche wie ein Rattenschwanz. Das allerwichtigste ist: So viel wie möglich genießen und so wenig wie möglich stressen lassen, besonders nicht von sich selbst.

Eine letzte Frage: Du hattest erwähnt, dass du deine Karriere als reiner Cross-Country-Fahrer begonnen hast und dich (auch dank der BIKE Transalp) auf Marathonrennen spezialisiert hast. Auch im Downhill warst du erfolgreich. Wenn du noch einmal an deinen Karrierebeginn zurückreisen könntest, würdest du alles noch einmal genauso machen? Oder würdest du dich doch im Cross-Country-Bereich weiter austoben? Oder zum Downhill-Spezialisten werden? Oder gar in den Straßensport wechseln?

Nein. Ich würde alles wieder ganz genauso machen wie vor zwanzig Jahren.

Sonst hättest du ja nie so oft die BIKE Transalp erlebt.

(lacht) Genau.

An der Seite von Karl Platt bei der BIKE Transalp 2022

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Gehört zur Artikelstrecke:

BIKE Transalp 2022


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Themen: bike transalpEtappenrennenInterviewKarl PlattMarathon


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