Carlo Dieckmann

  • Tomek
 • Publiziert vor 15 Jahren

Carlo Dieckmann will „seinen Senf dazu geben" – mit Gelassenheit und Style hat er es in der Elite der Freeride-Szene geschafft. BIKE hat den Neuprofi in Berlin besucht.

Es kracht und scheppert, als hätte einer sein Bike mit aller Wucht gegen eine Mauer geschmettert. Zehntelsekunden später folgt ein schlaksiger Körper seinem geliehenen Kona auf den Betonboden der alten Industriehalle in Berlin Adlerhof. Ein Dutzend Köpfe drehen sich. Aber keiner ist erschrocken. Eher belustigt, denn Crashs wie diesen ist man gewohnt. Der Typ rappelt sich auf, biegt den Lenker gerade, und hinkt zurück zur Startrampe. „Det bin ick nüscht jewohnt, so nen riesen Apparat“, bellt er kopfschüttelnd im Vorbeigehen. Nächster Versuch: Ein perfekter „Backflip“ über die Holzbox. Ohne Helm, ohne Handschuhe. Kurzer Applaus. Glückliches Grinsen in dem blutleeren Gesicht. Nicht wegen des Backflips, der ist für ihn als BMXer Standard. Eher deshalb, weil er das erste Mal auf einem Mountainbike sitzt. „Det is ja weich wie ne Sänfte“.

„Von der Sorte gibt’s hier viele“, erklärt Carlo, als er das Fragezeichen in meinen Augen sieht. „Fahren auf Weltklasse-Niveau, aber keiner kennt sie. Das ist denen auch egal, die wollen nur Fahrrad fahren. Wohnen irgendwo im Berliner Untergrund, leben von der Hand in den Mund, und kümmern sich einen Dreck um Sponsoren.“ Der Respekt der Kumpels ist hier das Allerwichtigste.

Carlo Dieckmann

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