Nun steht sie auf der Startrampe und wird gleich Vollgas über die halsbrecherische Strecke rasen. Zum Schutz der frischen Narbe trägt sie ein Geschirrtuch unter dem Brustpanzer. Sie, Antje Kramer (37), Deutsche Meisterin im Downhill, im richtigen Leben Krankenschwester. “Ich wollte wirklich nur zuschauen. Aber als ich hier war, musste ich einfach fahren. Es war, als hätte sich in mir ein Schalter umgelegt”, versucht sie eine Erklärung. Dabei hat sie für ihr Draufgängertum selbst keine. Denn ihre Leidenschaft für Downhill hat sich dem Zugriff des nüchternen Verstands schon lange entzogen.



Antje Kramer ist die schnellste Bikerin Deutschlands. Dreimal in Folge schon stand sie bei der nationalen Meisterschaft ganz oben auf dem Podium. Eine Karriere, die so ungewöhnlich wie schmerzhaft verlief. Unzählig oft endeten ihre Rennen in der Chirurgie. Doch jeder Sturz kurbelte den Ehrgeiz der Kranken­schwester weiter an. Den Ehrgeiz, endlich den perfekten Lauf zu schaffen. Schnell, effektiv, fehlerfrei. Dabei hatte Sport lange Zeit nur einen untergeordneten Stellenwert für sie. Bis zu jenem Tag im Herbst 1999. Beim Ruhrpottkanakencup versuchte Antje ihre erste Talfahrt mit dem Bike. Ihr damaliger Freund hatte sie überredet. “Ich fand die Downhill-Szene total klasse. Alles war so familiär, witzig und verrückt. Man hatte sofort das Gefühl, dazuzugehören”, erinnert sie sich. Beim Playerscup in Bischofsmais startete sie im Jahr darauf den zweiten Versuch. Vier Stürze allein im Finallauf, am Ende aber trotzdem Platz zwei in der Hobby-Wertung. Ab diesem Wochenende hätte sie daheim nur noch Videos von Downhill-Worldcups geschaut, sagt sie. Und sich dabei immer wieder eingeredet, dass sie das doch eigentlich auch können müsse. “Man schätzt sich ja immer so falsch ein”, lacht sie heute über ihre Naivität. “Aber ich spürte, dass ich noch richtig viel erreichen kann.” Da war sie 31 Jahre alt.

Nun steht sie auf der Startrampe und wird gleich Vollgas über die halsbrecherische Strecke rasen. Zum Schutz der frischen Narbe trägt sie ein Geschirrtuch unter dem Brustpanzer. Sie, Antje Kramer (37), Deutsche Meisterin im Downhill, im richtigen Leben Krankenschwester. “Ich wollte wirklich nur zuschauen. Aber als ich hier war, musste ich einfach fahren. Es war, als hätte sich in mir ein Schalter umgelegt”, versucht sie eine Erklärung. Dabei hat sie für ihr Draufgängertum selbst keine. Denn ihre Leidenschaft für Downhill hat sich dem Zugriff des nüchternen Verstands schon lange entzogen. Antje Kramer ist die schnellste Bikerin Deutschlands. Dreimal in Folge schon stand sie bei der nationalen Meisterschaft ganz oben auf dem Podium. Eine Karriere, die so ungewöhnlich wie schmerzhaft verlief. Unzählig oft endeten ihre Rennen in der Chirurgie. Doch jeder Sturz kurbelte den Ehrgeiz der Kranken­schwester weiter an. Den Ehrgeiz, endlich den perfekten Lauf zu schaffen. Schnell, effektiv, fehlerfrei. Dabei hatte Sport lange Zeit nur einen untergeordneten Stellenwert für sie. Bis zu jenem Tag im Herbst 1999. Beim Ruhrpottkanakencup versuchte Antje ihre erste Talfahrt mit dem Bike. Ihr damaliger Freund hatte sie überredet. “Ich fand die Downhill-Szene total klasse. Alles war so familiär, witzig und verrückt. Man hatte sofort das Gefühl, dazuzugehören”, erinnert sie sich. Beim Playerscup in Bischofsmais startete sie im Jahr darauf den zweiten Versuch. Vier Stürze allein im Finallauf, am Ende aber trotzdem Platz zwei in der Hobby-Wertung. Ab diesem Wochenende hätte sie daheim nur noch Videos von Downhill-Worldcups geschaut, sagt sie. Und sich dabei immer wieder eingeredet, dass sie das doch eigentlich auch können müsse. “Man schätzt sich ja immer so falsch ein”, lacht sie heute über ihre Naivität. “Aber ich spürte, dass ich noch richtig viel erreichen kann.” Da war sie 31 Jahre alt.