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DKK Vietnam Victory Challenge 2016 DKK Vietnam Victory Challenge 2016

Vietnam Victory Challenge 2016

Vietnam: Tropenrennen in Südostasien

Igor Schifris/Moritz Ablinger am 03.08.2016

Bereits zum zweiten Mal führte das Etappenrennen 170 Starter durch das vietnamesische Hinterland – auf 140 Kilometern kämpften sie mit Hitze, Staub und steilen Anstiegen.

Dichter Dschungel, weitläufige Reisfelder und komplettes Verkehrschaos – so würden wohl die meisten Vietnam beschreiben. Doch abgesehen vom Strandurlaub hat der Tropenstaat noch einiges zu bieten. Bereits zum zweiten Mal fand im März die Vietnam Victory Challenge statt. Das dreitägige Etappenrennen für Mountainbiker führt auf 141 Kilometern und 4264 Höhenmetern durch das gebirgige Hinterland um die Stadt Da-Lat.

Etappenrennen an außergewöhnlichen Orten boomen. Ob Yak Attack, Mongolia Bike Challenge oder Crocodile Trophy – der Gedanke von Abenteuer im Rennformat verbindet sie alle. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch in Vietnam das erste MTB-Etappenrennen stattfinden würde. 2015 organisierten die in Ho-Chi-Minh Stadt lebenden Amerikaner Taunya und Robert Lofgran erstmals das Event in Da-Lat. Neben vielen vietnamesischen Radsportlern waren unter den rund 70 Startern auch zahlreiche Amerikaner und Europäer. In diesem Jahr stieg die Zahl der Teilnehmer auf über 170. Der Sieg in der Hauptklasse ging wie auch im Vorjahr an den ehemaligen kanadischen Marathon-Meister und BC-Bikerace-Gewinner Cory Wallace, bei den Damen siegte die Amerikanerin Sarah Kaufmann.

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Bis über 2000 Meter reichen die Gipfel des Lang Bian-Gebirges nördlich von Da-Lak, meist eingehüllt in dichte Pinienwälder.

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Sonnenaufgang über Da-Lak am ersten Tag. Rund 140 Kilometer gilt es in den folgenden drei Tagen zu bewältigen.

Neben einigen Profifahrern war auch der in Vietnam lebende Düsseldorfer Bernd Baunack am Start. Nachdem er die Strecke Wochen zuvor besichtigt hatte, war er der Meinung, dass „man so etwas in meinem Alter nicht mehr machen sollte.“ Der 56-Jährige ging aber trotzdem an den Start, und schaffte es als Zwölfter in seiner Kategorie ins Ziel. Seine Eindrücke der drei Etappen:

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Das Fahrrad stellt in Vietnam eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel dar. Doch auch die geländegängige Version erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

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Neben zahlreichen europäischen Teilnehmern sind auch viele Fahrer aus Vietnam, Kambodscha, Laos und Thailand am Start.

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Einziger Deutscher beim VVC – Bernd Baunack vor Beginn der ersten Etappe.

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Durchaus mit aktuellem Profimaterial ausgestattet: die Teilnehmer der Vietnam Victory Challenge.

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Temperaturen von bis zu 34° Celsius stellten manche Teilnehmer hart auf die Probe.

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Doch neben hohen Temperaturen wartete die Strecke teilweise mit äußerst schlammigen Passagen auf.

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Team AN GIANG nach der erfolgreich absolvierten ersten Etappe.

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Bernd Baunack am Weg zum Da Thien See auf der zweiten Etappe.

1. Etappe: Dalak – Dankia See (48 km / 1251 hm)

Als Neuling bei Etappenrennen reihte ich mich beim Start noch hinten ein, um zu sehen, wie so ein Rennen abläuft. Zunächst ging es auf Wirtschaftswegen zwischen den Obst- und Fruchtplantagen moderat auf und ab. Darauf folgten Singletrails durch wunderschöne, schattige Pinienwälder. Doch schon ab Kilometer 13 stellte sich uns ein steiler Anstieg entgegen, der zum Teil nur schiebend zu bewältigen war. Auf den darauffolgenden Trails konnte ich bergab einiges an Zeit gutmachen. Bei den anschließenden Anstiegen zogen die jungen, superleichten vietnamesischen Damen wie Nähmaschinen mit Dieselantrieb an mir vorbei.

2. Etappe: Dalat-Dalat – Da Thien See (48km / 1305 hm)

Die Beine waren vom Vortag noch schwer, als sich nach acht Kilometern der erste Anstieg vor uns aufbäumte. Doch auf dem extrem steilen, für mich nur schiebend zu bewältigenden Anstieg folgte eine Abfahrt, die ihresgleichen sucht. Kilometerlang schlängelte sich ein flowiger Singletrail bergab durch die Pinienwälder um La-Dat. Unglücklicherweise blieb an meinem Bike die Schaltung kurz vor dem Ziel hängen, sodass ich die letzten drei Kilometer im schwersten Gang bewältigen musste.

3. Etappe: Da Thien-See – Da Thien-See (44 km / 1708 hm)

Gespickt mit äußerst steilen Anstiegen, auf denen wohl selbst Wanderer ihre Probleme gehabt hätten, zog sich der Rundkurs am dritten Tag über 33 Kilometer durch das "Valley of Love" in Da-Lat. Was für mich nur schiebend zu meistern war, kämpften sich die führenden Damen mit respektabler Geschwindigkeit hoch. Was dann folgte, war der vermutlich beste Downhill des gesamten Rennens. Über fünf Kilometer zog sich der Trail, versehen mit unzähligen Sprüngen und äußerst flüssig, zurück nach Da-Lat.

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Staub, Hitze und steile Schotterrampen boten die optimale Kulisse für ein Etappenrennen.

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Tag der Entscheidung: Nach zwei Etappen folgte am dritten Tag ein Rundkurs, Start und Ziel bildete der Da Thien See nördlich von Da-Lat.

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Die Teilnehmer im "Valley of Love".

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Am Ende sollten es rund 7 Minuten Vorsprung für die Damen-Siegerin Sarah Kaufmann werden.

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Erin Greene aus Neuseeland erreichte mit eine Gesamtzeit von 8:10:43 Stunden als Zweite das Ziel am Da Thien See.

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Gleich zu Beginn der dritten Etappe hatten die Teilnehmer einen äußerst steilen Anstieg zu bewältigen.

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Mit über 53 Minuten Vorsprung auf Seyha Sang sicherte sich Cory Wallace bei seinem zweiten Start zum zweiten Mal den Sieg der Victory Challenge.

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Im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder am Start: Bernd Baunack.

Trotz tropischen Temperaturen, steilen Anstiegen und fordernden Abfahrten hat Baunack das Rennen im nächsten Jahr schon fix in seinen Kalender eingetragen. Und nach seinem 12. Platz will er 2017 die Top 5 in Angriff nehmen.
 

Igor Schifris/Moritz Ablinger am 03.08.2016

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